Ins 17. Jahrhundert führt die „Zeitreise“ am Donnerstag, 29. Juni. Im Blickpunkt steht eine Erzählung Wilhelm Raabes (1831 – 1910). Professor Dr. Lothar van Laak, Paderborn, referiert und stellt seinen Vortrag unter die Überschrift „In der Stadt Höxter waren die Turmuhren sämtlicher Kirchen in Unordnung. Zeit und Geschichte in Wilhelm Raabes Erzählung ‚Höxter und Corvey’“. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie und Pädagogik von 1990 bis 1996 in Gießen, Oxford (St. Hughs College) und Tübingen war er von 1996 bis 2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft in Bielefeld. Im Jahr 2000 promovierte Lothar van Laak an der Universität Bielefeld im Fach Germanistik und war dort anschließend von 2001 bis 2007 wissenschaftlicher Assistent. Nach der Habilitation 2007 in Bielefeld ist er seit 2014 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Paderborn. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Literaturgeschichte vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Hochkarätige Vortragsreihe bildet Glanzlicht im Jubiläumsjahr zum 1200-jährigen Bestehen der Benediktinerabtei Corvey
Die Benediktinerabtei Corvey hat in ihrer großen monastischen Geschichte nicht nur als Ort des Glaubens, sondern auch als Zentrum des Wissens und der Bildung eine weit über die Region ausstrahlende Wirkung entfaltet. Auf diese geistige Komponente der Bedeutung des Weserklosters richtet sich der Scheinwerfer, wenn am 23. April die „Zeitreise“ – eine elfteilige Vortragsreihe mit hochkarätigen Referenten – beginnt.
Die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey hat die Reihe in Kooperation mit dem Netzwerk Klosterlandschaft OWL anlässlich des 1200-jährigen Bestehens der ehemaligen Benediktinerabtei initiiert. Die „Zeitreise“ ist, so Professor Dr. Christoph Stiegemann, ein bedeutendes Highlight des Jubiläumsjahres. Der renommierte Kunsthistoriker hat das Programm federführend zusammengestellt. Hans-Werner Gorzolka, Kreisheimatpfleger und Kirchenvorstand in Ovenhausen, hatte die Vortragsreihe als Mitglied der Steuerungsgruppe für das Corvey-Jubiläum schon gleich zu Beginn der Planungen angeregt. Sie stehe in guter benediktinischer Tradition, sagt Professor Stiegemann, denn: „Ora et labora et lege! – Bete, arbeite und lies!“ – könnte gleichsam das Motto des benediktinischen Erfolgsmodells sein.
Dieses Erfolgsmodell bringen uns bedeutende Referentinnen und Referenten in der Zeit von April bis Oktober auf gut verständliche und anschauliche Art und Weise nahe. Die Vortragenden entwerfen, wie Stiegemann skizziert, „ein facettenreiches Spektrum des großen Weserklosters, seiner Geschichte, seiner geistig-geistlichen Bedeutung, seiner Architektur, Kunst und Kultur, aber auch seiner Wirksamkeit und Ausstrahlung bis in die Gegenwart“.