Hartmut Rosa ist Professor für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt und Mitherausgeber der Fachzeitschrift Time & Society sowie des Berliner Journals für Soziologie. Für seine Werke erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem den Tractatus-Essaypreis 2016 und den Erich-Fromm-Preis 2018.
Mit seinen Analysen zur Beschleunigung und den paradoxen Reproduktionsmechanismen spätmoderner Gesellschaften hat er in den letzten Jahren prominent das Erbe der Kritischen Theorie angetreten. In der Unterscheidung zwischen resonanten und stummen Weltbeziehungen und der Explikation des Resonanzbegriffs als Metapher zur Beschreibung von Beziehungsqualitäten, ist es Rosa zudem gelungen, die Kategorie der Entfremdung als diagnostisches Werkzeug für die Geistes- und Kulturwissenschaften zu rehabilitieren. Besonders für die sozialethische Frage nach den Wirkungen von digitalen Transformationsprozessen auf Selbst- und Weltbeziehungen scheint sein Ansatz wichtige kriteriologische Spuren zu legen.
Im Rahmen des Graduiertenkollegs der Theologischen Fakultät Paderborn spricht Rosa zum Thema “Kritik der Resonanzverhältnisse. Weltverhältnisse im Zeitalter der Digitalisierung”.
Der Vortrag wird am Freitag, 6. November 2020 ab 20:15 Uhr live gestreamt und kann über den Youtube-Kanal der Theologischen Fakultät verfolgt werden. Danach ist er in der Mediathek zu finden.