In diesem Jahr fällt der Festtag des heiligen Laurentius (+ 258 nach Christus), Diakon der Römischen Kirche und Patron der Gemeinde Clarholz, auf einen Sonntag. Er fällt aber auch in ein besonderes Jahr. Denn es sind genau 850 Jahre vergangen seit einem erinnerungswürdigen Ereignis im Jahre 1175. Damals kam Bischof Arnold von Osnabrück mit einer großen Delegation zur „Kirche der seligen Maria und des heiligen Laurentius“ nach Clarholz, um die Privilegien und Besitzungen des dort 1133/34 gegründeten Prämonstratenserklosters in Schutz zu nehmen. Er übertrug den „dortselbst nach der Regel des seligsten Augustinus fromm lebenden Brüdern“ – damit sind die Prämonstratenser gemeint -, „was die erwähnte Kirche innerhalb der Grenzen unserer Diözese an Geistlichem wie Zeitlichem zu eigen hat.“ Dabei nannte er an erster Stelle die Pfarrei und Seelsorge in Clarholz („parrochiam videlicet in Claroholte et curam animarum“). 1175 gilt deshalb als Gründungsjahr der Pfarrei und des Kirchspiels Clarholz als eines fest umrissenen geographischen Gebildes mit Grenzen, die noch heute beim jährlichen Schnatgang Anfang März abgeschritten werden. Das Kirchspiel Clarholz ist jetzt also 850 Jahre alt.
„eine Kapelle, zwei Höfe, vier Hufen“
Bei der Gründung des Klosters 42 Jahre zuvor wurde zwar der damalige Bischof von Osnabrück, Thiethard (1119-1137), unter den Zeugen der vom heiligen Norbert eigenhändig ausgestellten Bestätigungsurkunde Kaiser Lothars III. genannt. Ansonsten war aber nicht er die treibende Kraft, sondern der Bischof von Münster, Werner (1132-1151). Dieser stellte neben dem Kaiser und Bischof Andreas von Utrecht (für die bei Vollenhove in den Niederlanden gelegenen Güter des Klosters) eine eigene Bestätigungsurkunde aus. Darin nannte er den Stifter, Rudolf von Steinfurt, einen „Adligen unseres Landes“ (also des Hochstifts Münster) und beschrieb, dass Rudolf „zur festgesetzten Zeit zu unserer Hauptkirche (zum Dom) gekommen“ sei und „alles, was wir oben aufgezählt haben, freiwillig Gott und dem seligen Paulus übertragen“ habe. In dieser Aufzählung nannte Bischof Werner an erster Stelle „in Clarholz eine Kapelle, zwei Höfe, vier Hufen“ und dann „in Lette eine Kapelle, einen Hof, drei Hufen“ sowie noch neun weitere Hufen im Ostmünsterland (in Mackenberg, Günnewig, Vintrup, Ruploh, Beelen und Füchtorf). Den Zweck der Stiftung beschrieb er so: „damit an demjenigen von diesen Orten, wo es am geeignetsten erscheint, der kanonische Orden nach der Regel des heiligen Augustinus mit Gottes Hilfe eingerichtet werde.“ Sodann hat Bischof Werner die Stiftung des Steinfurters aus eigenen Mitteln ergänzt, sich also gleichsam zum Mitstifter gemacht, einerseits durch die Übertragung von Zehnten (großenteils aus der Pfarrei Beckum), andererseits durch Geldeinkünfte (12 Groschen in Clarholz, zwei Schilling des Zehnten in Hüttinghausen) und ein Waldstück bei Hombrink. Etwas später übertrug der Bischof den Prämonstratensern in Clarholz auch die Kirche in Beelen. Als nämlich Papst Eugen III. am 23. Mai 1146 das Kloster Clarholz bestätigte, gehörte diesem auch die Kapelle in Beelen mit all ihrem Zubehör („cum omnibus pertinentiis suis“); mit letzterem ist der Archidiakonat gemeint, die zweimal jährliche Synode, der „Send“, den der Clarholzer Propst im Auftrag des Bischofs in Beelen abhielt.