Immer leben wir Menschen auf Zukunft hin. Immer vertrauen wir ins Morgen. Hoffnung ist nicht nur eine Kraft, die am Leben hält, sondern die auch ermutigt, an der Zukunft zu bauen. Wer kein Vertrauen in das Morgen hat, wird die Gegenwart nicht gestalten können.
Aus diesem Bewusstsein lebte Jesus. Er vertraute dem Vater im Himmel bedingungslos. Nur in diesem Vertrauen ins Morgen, in eine gute Zukunft, konnte er sagen: „Seht euch die Vögel des Himmels an … Lernt von den Lilien des Feldes … Sorgt euch nicht um morgen“ (Matthäus 6,26 ff.).
Das Vertrauen in das Morgen hat seinen letzten und eigentlichen Grund im Vertrauen auf Gottes Gegenwart!
Daher ist die Hoffnung – eben das Vertrauen in das Morgen – nicht grundlos. Der Grund ist nämlich Jesus Christus selbst: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende dieser Welt“ (Matthäus 28,20). Das Vertrauen in das Morgen hat seinen letzten und eigentlichen Grund im Vertrauen auf Gottes Gegenwart!
Das ist Zusage und Anspruch zugleich. Daher kommen unser Gespür und das Maß für das, was bleiben muss, und für das, was sich ändern wird. Weil wir eine neue, gute Zukunft für uns sehen und erhoffen können, für unsere Kinder, für alle, die nach uns kommen. Eine Hoffnung in eine Zukunft, die in dieser Welt auch einmal ohne uns stattfinden wird und stattfinden kann.
„Vertrauen ins Morgen“ – als im Jahr 836 das Bistum Le Mans den heiligen Liborius der Kirche von Paderborn zum Geschenk gemacht hat, da hat sich von diesem Vertrauen, von dieser Zukunftshoffnung etwas gezeigt. Da wurde der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen beiden Diözesen begründet. Und fast zwölf Jahrhunderte hat diese Freundschaft nun schon alle Krisen und Kriege überdauert! Weil sie auch in den dunkelsten Stunden der Geschichte als feste Hoffnung in den Herzen weitergelebt hat.
Warum also sollten wir diese Hoffnung aufgeben und nur sorgenvoll in die Zukunft blicken? Wir haben allen guten Grund, diese Zukunft zu feiern! Das Vertrauen ins Morgen ist kein billiger Optimismus. Denn dieses Vertrauen baut darauf: Gott geht alle Wege ins neue Morgen mit uns mit.
So feiern wir Libori 2025: mit vielen festlichen Gottesdiensten, mit dem Duft von Weihrauch und Waffeln, mit zahlreichen interessanten Veranstaltungen für Groß und Klein – natürlich auch für alle Libori-Gäste aus der Weltkirche, die dem Fest seinen besonderen Charakter geben.
In diesem Sinn: Von Herzen ein frohes Liborifest! Ein Fest der Freude, des Friedens, des Glaubens, des Vertrauens und des Miteinanders!
Mögen Gottes Segen und die Fürsprache des heiligen Liborius mit uns allen sein!
Ihr Erzbischof
Dr. Udo Markus Bentz