Im modernen Empfinden werde „Zeit“ als gleichbleibendes Kontinuum wahrgenommen, führte Erzbischof Becker in seiner Predigt aus: Die Zeit laufe immer weiter. Eng verbunden mit der Vorstellung der endlos laufenden Zeit sei die Erwartung, dass auch der Fortschritt und das Wachstum immer so weiter gehen. Der Paderborner Oberhirte erinnerte in diesem Kontext an die Begrenztheit der Zeit: „Ein Tag geht zu Ende, ein Jahr geht zu Ende, ein Jahrhundert geht zu Ende, ein Leben geht zu Ende. Unsere Zeit ist befristet. Und nicht nur unsere persönliche Lebenszeit hat ein Ende, sondern die Zeit überhaupt.“
Sich gelassen dem Jetzt zuwenden
Eine „Sanduhr“ zeige, dass die Zeit verrinne, weniger werde, ablaufe, nicht unendlich lang sei, veranschaulichte Erzbischof Becker. „Die Zeit ist endlich. Sie ist wie ein begrenzter Vorrat an Jahren, der uns geschenkt ist.“ Zeit sei eine Gabe, „sie fällt uns zu wie ein Geschenk des Himmels“, konkretisierte Erzbischof Becker. „Die Zeit kann zum kostbaren Geschenk werden, das wir füreinander haben. Denn mit der Zeit geben wir nicht nur etwas, sondern uns selbst.“
Wer an Gott glaube, die Zeit als von Gott geschenkte Zeit erfahre, der könne sich gelassen dem Jetzt, der Gegenwart zuwenden, sagte Erzbischof Becker. Er schloss seine Predigt mit einem Segenswunsch: „Mögen Sie, wo immer Sie stehen, die Kraft und den Frieden finden, sich gelassen dem jeweiligen Jetzt zuzuwenden!“