„Erst waren wir systemrelevant und jetzt tauchen wir gar nicht mehr auf in den Diskussionen.“ Die Kritik von Carina Brinkhus aus der Kita Herz-Jesu in Riege fasst die Lage in den katholischen Kitas zusammen. Fehlende Testpflicht, keine Kontrollen und gesundheitliche Sorgen bis in den persönlichen Bereich treiben die Mitarbeitenden ebenso um, wie der jetzt schon seit fast zwei Jahren fast unmöglich gewordene Bildungsauftrag. Auf Anregung von Brinkhus und ihrem Team und in Vermittlung von Kita-Hochstift gGmbH Chef Detlef Müller hatten die Erziehendenteams aus dem Pastoralverband Delbrück-Hövelhof einen kompetenten Ansprechpartner gesucht, dem sie all diese Probleme schidern können. In Bernhard Hoppe-Biermeyer hatten sie den jetzt gefunden. Der Landtagsabgeordnete hatte sich Zeit genommen, hörte den Erziehenden zu und versprach, die Sorgen mit zu den zuständigen Stellen nach Düsseldorf zu nehmen.
Fehlende Testpflicht ist ein Problem
„Es wird immer schwieriger mit Corona umzugehen, da fragen wir uns, wie es weitergehen soll“, fasst Detlef Müller die Problemlage in den Kitas zusammen. „Wir arbeiten sehr pflichtbewusst, aber wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen“, wurde Carina Brinkhus dort sofort konkret. Es gehe um den eigenen Schutz der Mitarbeitenden und ihrer Familien, aber auch der Kinder. Größtes Problem: Durch die fehlende Testpflicht gebe es „rund 30 Prozent“ Dunkelziffer bei den Tests. Einige Eltern würden zuhause nicht testen und brächten die Kinder teils sogar mit Fieber in die Kita, berichteten die Leitungen und Teams aus sieben katholischen Kitas von Hövelhof über Ostenland bis Delbrück und Sudhagen. Sie alle machten täglich die gleichen Erfahrungen, müssten sich aber von Kindern und Eltern anhören, dass „aus Prinzip nicht getestet werde“, oder „wer geimpft werde, müsse sowieso sterben“. Mütter würden offen bekennen, dass sie die negativen Testergebnisse einfach so eintrügen und unterschrieben. „Vertrauen ist gut, aber wo bleibt da die Kontrolle“, fragen die Erzieherinnen und Erzieher. „Wir brauchen Kontakt ohne Maske, besonders bei den Kindern unter drei Jahre, für die die Mimik so wichtig ist“, beschrieb Brigitte Hamschmidt aus St. Franziskus in Hövelhof die Herausforderungen aus dem Kita-Alltag. Ihre Kollegin Ursula Schier aus St. Johannes in Hövelhof berichtete sogar von Müttern, die nach zwei Jahren Corona immer noch nicht wüssten, wie die Tests funktionierten. Und Rita Henke aus Sudhagen komplettierte diese Aussagen mit der Erfahrung, dass ganze Pankete mit Testkits für zuhause ungeöffnet wieder im Briefkasten der Kita landen würden.