Wenn die Borromäerinnen die langen Flure ihres Klosters entlanggehen, klingt ihre Fröhlichkeit von den hohen Wänden und Gewölben des Kreuzgangs wider. Ihre Erzählungen: freudig, zugewandt, begeisternd. Wir sind zu Besuch im Kloster Grafschaft, dem Mutterhaus der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus. Fühlen uns hier gleich eingeladen und willkommen. Auf dem Tisch im Gesprächszimmer heißer Kaffee und selbst gebackener Apfelkuchen.
Schwester Gabriela begrüßt uns vielversprechend: „Grafschaft ist anders, das muss man erleben.“ Gemeinsam mit Schwester Justina aus Ägypten, auf deren rechtem Unterarm ein Kreuz und die Gottesmutter tätowiert sind, wartet sie vor dem imposanten Klostergebäude. Hinter alten Mauern prägt es seit dem späten 18. Jahrhundert das Dorfbild des Sauerländer Luftkurorts Grafschaft. Heute befindet sich hier eine anerkannte Lungenfachklinik in Trägerschaft des Ordens.