logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Netzwerk Wege zum Leben
© Netzwerk Wege zum Leben

„Wir schaffen Gottesdienstformate, die über unsere Sinne das Übersinnliche berühren“

Im Garten, im Mondschein oder in der Kfz-Werkstatt: Gottesdienste an ungewöhnlichen Settings und mit neuer Ansprache sind das Steckenpferd von Gemeindereferentin und Mitorganisatorin Monika Winzenik. Ein Interview zum Spirituellen Sommer und zu diesen besonderen Formaten, die unbedingt dazugehören.

Die Diplom-Religionspädagogin Monika Winzenick ist Gemeindereferentin im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe. Im Auftrag des Erzbistums Paderborn ist sie außerdem für die Tourismuspastoral und Spirituelle Wegbegleitung zuständig und sie verfügt über eine bibelpastorale Qualifikation.

Als Teil des Kernteams und Akteurin erster Stunde gestaltet sie gemeinsam mit vielen Aktiven vor Ort seit 14 Jahren den Spirituellen Sommer mit.

Besondere Angebote, an denen sie beteiligt ist, sind eben diese Gottesdienste, die Spiritualität ganz neu erlebbar machen.

 

Redaktion

Frau Winzenick, der Spirituelle Sommer lädt über drei Monate zum Innehalten, Hinzuspüren und sich Berühren lassen ein und das über vielfältige Angebote. Auch die traditionell kirchlichen Veranstaltungen, die Gottesdienste, kommen besonders daher. Wie schaffen es neue Formate, die Menschen anders anzusprechen?

Monika Winzenick

Viele Menschen lechzen nach spirituellen Erfahrungen, sind aber auf der Suche nach Formaten, die sie berühren, in denen echte Begegnung stattfindet – die außerhalb der liturgischen Norm stattfinden. Die Gottesdienste im Spirituellen Sommer greifen auf die bestehende Vielfalt an christlichen Formaten und Inhalten zurück, finden aber eine eigene, moderne Sprache. So versetzen wir traditionelle Messen an ungewöhnliche Orte, etwa in die Schmiede oder die Kfz-Werkstatt. Da wird dann die Hebebühne zum Altar und der Werkzeugständer zum Ambo. Da bewegen wir uns nicht im geweihten Raum, wo ich wissen muss, wie ich mich wann zu verhalten habe, sondern es geht darum, ob ich die Inhalte wirklich verstehe und ob sie mich berühren.

Redaktion

Was genau macht den Unterschied?

Monika Winzenick

So kann ich spüren, dass Gott nicht nur in sakralen Räumen anwesend ist, sondern auch in der Natur, im Beruf, im Alltag. Besonders erlebbar wird hier auch die Beziehung zum Gegenüber und die Gemeinschaft. Man merkt schnell: Wir sind viele und wir sind gemeinsam unterwegs. Mittlerweile feiern wir den Werkstattgottesdienst mit über 200 Teilnehmenden aus den unterschiedlichsten Dörfern des Pastoralverbundes und niemand geht im Anschluss gleich wieder nach Hause. Das ist echte Resonanz.

Redaktion

Der Spirituelle Sommer steht in diesen Jahren unter dem Motto „Sinn(e)“. Was hat Spiritualität mit menschlicher Sinnlichkeit zu tun?

Monika Winzenick

„Spiritualität“ ist ein schillernder Begriff. Sie betrifft das Transzendente, eine Wirklichkeit, die über unsere sinnlich wahrnehmbare Welt hinausgeht. Zugleich brauchen wir unsere Sinne aber, um diese Dimension zu erahnen, die wir nicht fassen oder definieren können. In der Wormbacher Kirche mit ihrer ornamentalen Ausmalung mit Tierkreiszeichen lade ich die Menschen gerne ein, die Augen zu schließen, um zu sich zu kommen, dann die Decke anzuschauen und in dem Bild, das sich ihnen zeigt, spazieren zu gehen. Wenn wir bewusst hinsehen, können wir etwas entdecken und verstehen, das uns auch innerlich berührt. Wir können andere Menschen und unsere Umwelt anders wahrnehmen, mehr Freiheit erreichen, eine größere Innerlichkeit. Dabei denken wir bei Sinnlichkeit oft zuerst an unsere fünf Sinne. Vielleicht gibt es aber noch viel mehr.

Herz, Niere, Auge, Nase, Kehle – eigentlich bin ich mit meinem ganzen Körper Sinn und kann Gott erfahren, wenn ich innerlich wachsam bin.

Monika Winzenick
Redaktion

Von der Kunst bis zum Pilgern: Die Angebote der Veranstaltungsreihe sind vielfältig. Auf welche Frage will der Spirituelle Sommer eine Antwort zu geben?

Monika Winzenick

Es geht um die Sinnfrage. Wichtig ist: Spiritualität ist nicht notwendig religiös und der Spirituelle Sommer ist erst mal keine Kirchenveranstaltung. Hauptträger ist der Schmallenberger Sauerland Tourismus. Am Spirituellen Sommer wirken Akteure aus Tourismus und Kirche, Kultur, dem Sauerländer Heimatbund und viele freie Akteure mit. Entstanden ist er vor einigen Jahren im Schmallenberger Raum aus der Begegnung von Pastoral und Tourismus, die sich beide dem Thema der Spiritualität verschrieben haben. Denn vor allem im Urlaub, wenn wir Erholung erfahren, fragen Menschen nach Sinn und führen existenzielle Gespräche. Aus dieser gemeinsamen Frage und ihrem Auftrag heraus ist die Veranstaltungsreihe entstanden.

Redaktion

Wer kommt zu den Veranstaltungen?

Monika Winzenick

Unsere Angebote besuchen nicht nur aktive Kirchenmitglieder, sondern auch viele, die den Bezug zur Kirche verloren haben und denen traditionelle christliche Formate fremd geworden sind. Beim Spirituellen Sommer können sie Sinn und Begegnung anders erleben. Da sitzen wildfremde Menschen bei Veranstaltungen nebeneinander, in Gespräche zu existenziellen Lebensthemen vertieft. Da ergeben sich Momente, in denen Menschen eine Zusage spüren und manchmal womöglich doch denken: Vielleicht hat das hier was mit Gott zu tun. In denen sie merken: Kirche kann auch anders sein – da sind Menschen, die auf der Suche sind, so wie ich.

© Netzwerk Wege zum Leben
Gottesdienst in einer Kfz-Werkstatt
© Netzwerk Wege zum Leben
Gottesdienst im Sägewerk
© Netzwerk Wege zum Leben
Gottesdienst mit Klangschalen

Besondere Gottesdienste im Spirituellen Sommer (ab Ende Juni 2026)

Sommerliche Gottesdienste

Gottesdienste an besonderen Orten

Von Juni bis September laden verschiedene Gottesdienstformate zu Begegnung, Gebet und spirituellen Erfahrungen unter freiem Himmel und an besonderen Orten ein.

Kirche am See

Termin: Jeden Sonntag vom 14. Juni bis 13. September, 11.00–12.30 Uhr

Orte: Freizeitpark Körbecke (Möhnesee, Fahrenweg 8–10) und Heinrich-Lübke-Haus (Günne-Brüningsen, Möhnesee, Zur Hude 8)

Zeltkirchengottesdienst

Termin: Jeden Sonntag vom 14. Juni bis 13. September, 11.00–13.15 Uhr

Familiengottesdienste: Sonntag, 28. Juni, und Sonntag, 30. August, jeweils 11.00 Uhr

Ort: Bildungs- und Exerzitienhaus St. Bonifatius Elkeringhausen (Winterberg-Elkeringhausen, Bonifatiusweg 1–5)

Wegweisergottesdienst

Termine: Sonntag, 19. Juli, 20.30–21.30 Uhr, und Sonntag, 23. August, 20.30–21.30 Uhr

Ort: Lichter- und Zuspruchskirche (Schmallenberg-Gleidorf, Zur Dorfmitte 4)

Mondscheingottesdienst

Termine: Montag, 29. Juni, 22.00 Uhr; Mittwoch, 29. Juli, 21.30 Uhr, mit Dr. Katrin Brockmöller, Direktorin des Kath. Bibelwerks; Freitag, 28. August, 20.30 Uhr

Ort: An der Putte in Schmallenberg-Oberkirchen (nutzen Sie den Wanderparkplatz Almert, von dort Wegweiser bis zur Putte, 1 km, Schmallenberg-Oberkirchen, Almert)

Friede mit mir, Friede mit dir, Friede mit der ganzen Schöpfung

Gottesdienst mit Gang auf spirituellem Friedensweg

Termin: Donnerstag, 02. Juli, 19.00–20.30 Uhr

Start: Friedenskapelle Gleidorf (Schmallenberg-Gleidorf, An der Gleier 38)
Ziel: Lichter- und Zuspruchskirche (Schmallenberg-Gleidorf, Zur Dorfmitte 4)

Werkstattmesse

Termin: Donnerstag, 16. Juli, 19.00–20.00 Uhr

Ort: KFZ Beckmann (Schmallenberg, Hunegraben 15)

Gemeinsam zur Mitte – Eucharistiefeier am Labyrinth

Termin: Samstag, 01. August, 17.00–18.00 Uhr

Ort: Kirche Maria Königin des Friedens, Labyrinth (Menden-Oberrodinghausen, Honnetalstr. 183), Open Air

Eine sinnliche Reise durch die Bibel – Spirituelle Bibelerzählung

Samstag, 08. August, 15.00–17.00 Uhr:
Kirche St. Maria Himmelfahrt (Meschede, Weingasse 10)

Samstag, 05. September, 15.00–17.00 Uhr:
Kirche St. Nikolaus (Meschede-Freienohl, Hauptstr. 15)

„Ich habe meine Seele zur Ruhe gebracht“

Psalm 131,2 – Eucharistiefeier mit Klang

Termin: Donnerstag, 13. August, 19.00–19.30 Uhr

Ort: Lichter- und Zuspruchskirche (Schmallenberg-Gleidorf, Zur Dorfmitte 4)

Begegnungen im Bibelgarten

Termin: Freitag, 14. August, 18.00–19.00 Uhr

Ort: Bibelgarten Lenne, Schmallenberg-Lenne, Uentropstr. 6 a

Berggottesdienst auf der „Alten Grimme“

Termin: Donnerstag, 27. August, 18.30 Uhr

Start: Bildungs- und Exerzitienhaus St. Bonifatius Elkeringhausen (Winterberg-Elkeringhausen, Bonifatiusweg 1–5)

Hinweis: Für den Weg ist gute Kondition nötig.

Ein Beitrag von:
Dr. Carina Middel, freie Autorin, schreibt Texte für Print und Online im Erzbistum Paderborn. © Carina Middel/Erzbistum Paderborn
Freie Autorin Dr. Carina Middel
Freie Autorin

Dr. Carina Middel

Weitere Einträge

© YOUPAX

Unser Glaube „Jeder Mensch kann mit Gott eine intensive Beziehung führen“

Die Beziehung zu Gott kann das Leben erfüllen, sagt Charlotte Roland. Im Interview mit zwei Firmbewerberinnen spricht sie über ihre anstehende Jungfrauenweihe.
© Pressestelle / Erzbistum Paderborn

Unser Glaube Papstbesuch in Paderborn 1996: Rückblick auf ein Jahrtausend-Ereignis

Am 22. Juni 1996 feierte Papst Johannes Paul II. mit rund 80.000 Gläubigen in der Senne Eucharistie. Der Pastoralbesuch war für das Erzbistum Paderborn ein Jahrtausend-Ereignis. Die Archivalien des Monats zeigen, wie es vorbereitet wurde und warum es bis heute nachwirkt.
© Come and see Siegen

Unser Glaube Gruppe „Come and see“ lädt ein: Gemeinschaft, Begegnung und Glaube

Wie aus einem Gespräch nach der Messe eine internationale Glaubensgemeinschaft entstand und warum sie Hoffnung für die Zukunft der Kirche macht.
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0