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© Netzwerk Wege zum Leben
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Wenn ein Du dem Ich begegnet

Spiritueller Sommer 2026: Chorkonzert und zahlreiche weitere Veranstaltungen im Zeichen von Sinn und Sinnlichkeit

Der Spirituelle Sommer 2026 steht unter dem Leitthema „SINN(E) – Die Welt von Du und Ich“. Denn Sinn entsteht oft dort, wo Menschen einander wirklich begegnen. „Unsere Sinne sind dabei wie Sensoren“, führt Barbara Rickert, Leitung des Spirituellen Sommers, aus. „Wir sehen ein Gesicht, hören eine Stimme, nehmen eine Stimmung wahr. So treten wir in Beziehung zur Welt und zu anderen Menschen.“ Die Welt von Du und Ich beginne also nicht erst beim Nachdenken, sondern bereits beim Wahrnehmen.

 

Wer sich berühren lässt, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn, entdeckt oft neue Zugänge zu sich selbst und zu anderen.

                                                            Barbara Rickert –  Leitung des Spirituellen Sommers

Spiritueller Sommer lädt zu mehr als 200 Veranstaltungen ein

Zwischen Juni und September laden mehr als 100 engagierte Akteurinnen und Akteure bei über 200 verschiedenen Veranstaltungen in ganz Südwestfalen dazu ein, innezuhalten und zu entdecken, wie unsere Sinne diesen Raum der Begegnung möglich machen – mit der Umwelt, anderen Menschen, mit Gott: Konzerte und Ausstellungen, Kreativworkshops und Kunstinstallationen eröffnen besondere Möglichkeiten, mit allen Sinnen präsent zu sein. Vorträge, Lesungen und Gespräche geben neue Impulse. Wanderungen und Führungen regen dazu an, in Kontakt zur Umgebung zu treten, während Gottesdienste, Achtsamkeits- und Meditationsangebote unseren inneren Sinn beleben und unserer Wahrnehmung Tiefe schenken. Eine besondere Form der Begegnung macht der Popchor NJoy zum Thema seiner Konzerte: den Moment, in dem aus vielen individuellen Stimmen ein gemeinsamer, berührender Klang entsteht.

Den Sinn der Sinne erspüren

Wie schon im letzten Jahr lotet auch die diesjährige Veranstaltungsreihe unter dem übergreifenden Motto „SINN(E)“ also die Frage aus, welche Rolle das sensorische Erleben für die Sinn-Erfahrung des Menschen spielt. Viele Programmpunkte des Spirituellen Sommers greifen darum vor allem sinnliche Aspekte unseres In-der-Welt-Seins auf und sprechen bewusst einzelne oder mehrere unserer Wahrnehmungsorgane an. „Jeder Sinn eröffnet eine eigene Weise der Begegnung. Das Zuhören schafft Nähe, ein Blick ermöglicht Anerkennung, gemeinsames Essen stiftet Gemeinschaft und selbst Düfte oder Klänge können Erinnerungen und Verbundenheit wecken“, so Barbara Rickert. „Sinnliche Erfahrungen sind daher selten nur individuell. Sie verbinden Menschen miteinander und lassen uns erfahren, dass wir Teil eines größeren Beziehungsgefüges sind. Darum fragen wir im Spirituellen Sommer nicht nur nach dem Sinn des Lebens, sondern auch nach dem Sinn der Sinne.“

So lädt etwa die Lichtinstallation „Farblichtraum“ von Laurenz Theinert ab 13. Juni dazu ein, gemeinsam die spirituelle Dimension des Sehens zu entdecken: Beim Betreten der Kapelle auf dem Werth in Schmallenberg verlassen die Besucher den vertrauten, stabilen Außenraum und erleben, wie die Wände in Bewegung geraten. Eine Klangmeditation am 12. Juli und 1. September in der Rochuskapelle Eslohe macht erfahrbar, wie das Hören eine verbindende Form ist, mit sich selbst und der Welt in Beziehung zu treten. Bei einer Kräuterräucherung am 25. Juli in Schmallenberg-Bödefeld und einer achtsamen Kräuterwanderung am 22. August in Willingen wird erlebbar, wie Gerüche auf uns wirken, wie sie Gefühle und gemeinsame Assoziationen wecken. In eine unmittelbar tastende Beziehung zu unserer Umwelt treten Teilnehmende des Workshops „Gestalten mit Ton“ am 27. Juli am Hennesee, in dem kreatives Schaffen Anlass zum gemeinsamen Erleben wird. Und auch die Kulinatik kommt beim Spirituellen Sommer 2026 nicht zu kurz. So wird beim Konzert „Lauschen, Sehen, Schmecken“ am 10. Juli in der Kirche Maria Königin des Friedens in Menden-Oberrödinghausen in der Pause Brot und Wein gereicht. Ein einfaches wie bedeutsames sinnliches Erlebnis, denn gemeinsames Essen und Trinken gehören zu den ältesten Formen menschlicher Gemeinschaft. Neben diesen Programmpunkten geben zahlreiche weitere Veranstaltungen an mehr als 80 Orten Südwestfalens die Gelegenheit, sich auf neue spirituelle Wege zu begeben und zu erleben.

Chormusik ist gelebtes „Du und Ich“

Eine besondere Begegnung zwischen Ich und Du findet seit jeher in der Musik statt. Der Popchor NJoy lädt darum unter dem Titel Ich. Du. Wir. Musik für Herz und Verstand ein, und dies zweimal, am
10. Juli in die Kirche St. Georg, Bad Fredeburg (19.30 bis 21.00 Uhr) und am
12. Juli in die Kirche St. Jodokus, Lennestadt-Saalhausen (17.00 bis 18.30 Uhr).

Jede einzelne Stimme bringt ihre eigene Farbe und Geschichte mit. Ein Chor aber ist mehr als die Summe seiner Stimmen, heißt es in der Konzertankündigung – er ist Beziehung, Resonanz, gegenseitiges Hören und Antworten: „Das Gemeinschaftserlebnis eines Konzerts geht über die Musik hinaus. Für uns als Chor entsteht beim Singen ein Gefühl von Verbundenheit und gegenseitigem Tragen“, so Ina Hennecke, erste Vorsitzende des Chors.

Mit Solisten aus den eigenen Reihen treten einzelne Stimme zwar hervor, werden als Ich erkennbar, bleiben aber zugleich Teil des Wir. „Auch zwischen Chor und Zuhörern öffnet sich ein Raum der Begegnung: Die einen schenken ihre Stimmen, die anderen ihre Aufmerksamkeit.“ So kann Chormusik spirituelle Momente des Innehaltens, des Staunens und der inneren Berührung eröffnen:

In der Verbindung von Klang, Text und Gemeinschaft werden manchmal Erfahrungen spürbar, die über den Alltag hinausweisen.

Ein Beitrag von:
Dr. Carina Middel, freie Autorin, schreibt Texte für Print und Online im Erzbistum Paderborn. © Carina Middel/Erzbistum Paderborn
Freie Autorin Dr. Carina Middel
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Dr. Carina Middel

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