Während der zwei Jahre, in denen sich Anne Frank und ihre jüdische Familie in Amsterdam vor den Deutschen versteckt hätten, sei der Glaube an Gott für das junge Mädchen immer wichtiger geworden. „Immer mehr lebte sie aus der Hoffnung, dass Gott einst alles zum Guten wenden kann“, beschrieb Erzbischof Becker. Anne Frank habe nicht gewusst, welcher Weg noch vor ihr lag. Aber sie habe aus der Zuversicht gelebt, dass Gott uns sehe und bei uns bleibe.
In die Mitte unserer Herzen
Die Geschichte von Anne Frank sei nicht nur eine Geschichte von der Größe und vom Glauben eines vierzehnjährigen Mädchens, sondern offenbare auch, was Menschen einander zufügen können, fuhr der Paderborner Oberhirte fort: „Gott sieht in die Mitte unserer Herzen. Er kennt unsere Ängste und Nöte, unser Versagen, den fatalen Hang zum Schlechten. Er kennt unsere Selbstsucht und unseren Neid auf den Anderen. Ihm können wir nichts vormachen. In allen Ausweglosigkeiten und Abgründen ist Gott da.“
Nicht das letzte Wort
Am Beginn der Fastenzeit stehe für Christen die Erkenntnis, der Gnade und Umkehr zu bedürfen, sagte der Paderborner Erzbischof zum Abschluss seiner Predigt. Das Aschekreuz sei ein Zeichen dafür, dass es trotz allem Hoffnung auf Verwandlung gebe. Schon zu Beginn des Gottesdienstes hatte Erzbischof Hans-Josef Becker bekräftigt: „Staub und Asche sind nicht das letzte Wort, das über uns gesprochen wird. Am Ende bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, trotz der Schuld, trotz des Versagens.“