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Erzbistum Paderborn
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Wir haben keinen Planeten B

„Auf eine Kaffeelänge mit …“ Klaus Danne, Pastor und Umweltschützer
Pastor Klaus Danne steht neben seiner Bienenkirche© Birgit Engel / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube
17. Januar 2022
Cobbenrode

Wir haben keinen Planeten B

„Auf eine Kaffeelänge mit …“ Klaus Danne, Pastor und Umweltschützer

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeetasse geleert ist. Diesmal haben wir uns mit Pastor Klaus Danne getroffen. Im großen Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe mit seinen fünf pastoralen Bereichen und insgesamt 28 Kirchengemeinden engagiert er sich im Bereich „Bewahrung der Schöpfung“.

Die Botschaft verstehen

Pastor Klaus Danne fährt ein Twike. Ein dreiräderiges Leichtelektromobil, das auch mit Pedalkraft angetrieben werden kann. „Es ist für Sauerländer Wetter nur bedingt geeignet. Und es ist tatsächlich nicht gerade bequem“, sagt Danne, der für den Schutz von Klima und Umwelt gerne die Komfortzone verlässt. „Ich versuche mich an dem zu orientieren, von dem wir Christen unseren Namen haben: an Jesus Christus. Der gesagt hat: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Daraus resultiert für mich ein respektvoller Umgang mit der Schöpfung, die ich als Geschenk empfinde. Alle Menschen haben das gleiche Anrecht auf eine intakte und lebenswerte Umwelt. Wenn ich es mir gut gehen lasse auf Kosten anderer, dann habe ich die Botschaft nicht verstanden.“

Es herrscht Aufbruchstimmung

Im Flur des Pfarrhauses in Cobbenrode stehen Umzugskartons. Es herrscht Aufbruchstimmung. Klaus Danne, der im letzten Sommer innerhalb seines Pastoralverbundes in das benachbarte Fredeburg wechselte, zieht nun auch mit seinem Hausstand nach. Mit seiner neuen Stelle möchte er seinen Einsatz für den Bereich „Bewahrung der Schöpfung“ intensiver gestalten. Schauen, welche Initiativen es gibt, welche Projekte möglich sind, wo Synergien entstehen können.“

Die Natur ist zerbrechlich

Danne ist in einem kleinen Dorf aufgewachsen, war immer draußen und hat dabei schon in jungen Jahren verstanden, „wie zerbrechlich das Faszinosum Natur ist“, wie er sagt. „Ich bin kein wissenschaftlicher Theologe. Und auch kein Politiker. Mein Weg ist ein anderer. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, mich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen, da, wo ich es kann“, so Danne, der beispielsweise so weit wie möglich auf Plastik verzichtet. Der sich der Gemüsegruppe Leissetal angeschlossen hat, aus solidarischer Landwirtschaft regionale Lebensmittel direkt vom Feld bezieht.

Bänke, die zum Nachdenken anregen

Der Wanderweg „Sauerland-Höhenflug“ zieht sich quer durch Dannes Pastoralverbund. Unter seiner Leitung haben Firmlinge die dort installierten Erholungsbänke zu sogenannten Gedankenbänken umgestaltet. Sie mit selbst ausgesuchten Zitaten versehen, die zum Nachdenken anregen. Erstmals 2014, nun im vergangenen Herbst.

Was Danne feststellt: „Damals waren die Zitate sehr poetisch, erzählten von der Schönheit der Natur und vom Staunen. Jetzt ist davon nicht mehr die Rede. Sondern davon, dass wir keinen Planeten B haben. Mit dem Fichtensterben haben die Jugendlichen die Realität vor Augen. Wo sie früher Wald gespielt haben, sieht es heute aus wie auf dem Mond.“ Was Danne in dem Zusammenhang noch gefällt, ist der Name Höhenflug, der geradezu zum Wortspiel einlade: Weil der, der hoch fliegt, aufpassen muss, dass er nicht stürzt.

Drei Vorbilder

Danne hat Vorbilder: Albert Schweitzer, der mit seinem Ausspruch „Ich bin das Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“ dem eigenen Konsumstreben Grenzen setze. Hildegard von Bingen, die mit „Pflege das Leben, wo du es triffst“ dazu auffordere, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Und nicht zuletzt Franz von Assisi, sein „bester Freund“. Weil der schon vor mehr als 800 Jahren einen konsequenten Lebensstil geführt habe, sich mitten in der Zeit der Kreuzzüge auf den Weg nach Ägypten machte, um eine Brücke zwischen Christentum und Islam zu schlagen. Für den Menschen jeder Kultur und Religion, Tiere, Pflanzen und die Elemente Geschwister waren. „Wir sind alle miteinander verbunden. Was ich der Umwelt antue, tue ich auch mir an“, so Danne.

Die Würde der Erde

In dem Glauben von Gott als Schöpfer, dem die Würde der Erde und jedes ihrer Lebewesen Anliegen ist, gibt es schon seit vielen Jahren im Schmallenberger Land Initiativen zur Bewahrung der Schöpfung, die zu vernetzen es sich Danne nun zur Aufgabe machen will und noch viel Neues entwickeln möchte.

Vor St. Nikolaus in Cobbenrode steht eine Bienenkirche. „Es ist ja nur ein Insektenhotel in anderer Form. Aber vielleicht kommt jemand ins Stutzen, fragt sich, was Kirche mit Bienen zu tun hat. Dabei wird ihm möglicherweise bewusst: die Bewahrung der Schöpfung ist unser Auftrag als Christen.“

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Ein Beitrag von:
Redakteurin

Birgit Engel

 
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