Sich bewusst zu machen, dass man nicht alleine ist, genau das gibt jedenfalls Monika Klein-Franze Kraft und Mut für den Alltag. Die ehrenamtliche Leiterin des Sozialen Ehrenamtes der Malteser Stadtgliederung Paderborn engagiert sich seit Jahrzehnten für andere Menschen und weiß, wie wichtig es ist, sich besonders in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen. Mit ihren unzähligen Hilfsangeboten wie Senioren-Café, Besuch- und Begleitungsdienste, Flüchtlingshilfe, Telefonbesuchsdienst oder Fahrdienste wollen die Malteser nicht nur „Momente der Nähe“ schaffen, sondern geben auch Raum für Erlebnisse, in denen die Menschen erzählen können, was sie bedrückt.
„Da sind auf der einen Seite die Senioren, meist aus der Kriegsgeneration, welche die Schrecken jetzt noch einmal erleben müssen, und auf der anderen Seite die Geflüchteten, die diese Erfahrungen teilen“, berichtet Monika Klein-Franze. Und diese beiden Gruppen fänden beispielsweise im Senioren-, oder Sprach-Café schnell zueinander, tauschten sich aus und verarbeiteten damit auch das Erlebte. „Viele unserer 43 Helferinnen und Helfer kommen selbst aus Krisengebieten, und sie sind froh, dass sie auf Verständnis und Anteilnahme stoßen.“ Und die Älteren haben die Möglichkeit, zu beschreiben, wie sie diese Krisen einst bewältigt haben: Dadurch, so Monika Klein-Franze, hätten alle gemeinsam das Gefühl: Dort werde ich gut aufgekommen, dort fühle ich mich wohl.
In direkter Umgebung aktiv sein
Vor Ort aktiv zu sein, das heißt für die ehrenamtliche Leiterin des Sozialen Ehrenamtes der Paderborner Malteser, hilfesuchenden, bedürftigen und einsamen Menschen Geborgenheit, eine Anlaufstelle und damit einen sicheren Hafen zu bieten. Und genau das sei das Schönste und Erfüllendste, was man in diesen Zeiten machen könne. „Die freie Zeit, die ich opfere, bekomme ich durch die Dankbarkeit und die Freude der Menschen doppelt und dreifach zurück.“
Dabei hat die Malteserin keine naiven Vorstellungen oder Illusionen, gar die ganze Welt zu retten oder gar irgendwelche politischen Machthaber zu überzeugen. „Doch im Kleinen habe ich immer die Möglichkeit, etwas zum Frieden beizutragen“, ist sie überzeugt. Ein Werkzeug des Friedens zu sein – mit Mitgefühl, Solidarität und praktischer Hilfe. Dann muss die Welt auch kein düsterer Ort mehr sein. Sondern ein besserer Ort, an dem man fest zusammensteht.