Matthias Klauke sitzt an dem großen, kreisrunden Tisch im Kapitelsaal des Paderborner Domes. Vor ihm auf der Tischplatte liegt sein Schlüsselbund. Und einer der Schlüssel daran muss es sein: Der, der ihm an seinem ersten Tag gegeben wurde. Der, mit dem er hier alle Türen öffnen kann. Und den der 45-Jährige direkt genutzt hat, um seine neue Arbeitsstelle zu erkunden.
Den Kapitelsaal, in dem er jetzt sitzt, schließt er direkt am ersten Tag auf. Der Domturm kommt ein paar Tage später dran. „Ich dachte mir einfach: Wenn ich schon die Gelegenheit dazu habe“, sagt Klauke und lacht. Es sei ihm darum gegangen, „mir überhaupt einmal einen Eindruck vom Gebäude zu verschaffen“. Und so durchwandert er nach Feierabend, Generalschlüssel in der Hand, die verschiedenen Räume und Gänge des Paderborner Domes.
Was macht ein Dompastor?
Warum ihm im Dom keine Tür verschlossen bleibt? Matthias Klauke ist seit Februar 2022 Domvikar und Dompastor. Die Domvikare gehören dem Paderborner Metropolitankapitel an. Zusammen mit den Domkapitularen tragen sie Sorge für die Feier der Liturgie am Hohen Dom. Als Dompastor ist Klauke der, „der alles so ein wenig koordinieren soll“. Damit meint er vor allem, dass er für die Gottesdienstpläne zuständig ist. „Wann findet welcher Gottesdienst in welcher Form statt, wer feiert ihn? Das muss vorher festgelegt werden.“ Das Festlegen macht er natürlich nicht ganz allein, sondern zusammen mit den Mitarbeitenden im Dombüro und den anderen Domvikaren.
Daneben ist er auch noch erster Ansprechpartner für die verschiedenen Ehrenamtlichen, die sich im und um den Dom engagieren. Etwa die Jungen des Domchores, für die Klauke der geistliche Begleiter ist. Er kümmert sich um die Domgilde, die den Ordnungsdienst und die Domführer stellen. Dann gibt es noch die Kommunionhelferinnen und -helfer und Lektoren sowie die Menschen, die sich in der Initiative Zeitgeschenk engagieren. „Rund um den Dom gibt es viele Priester und Bischöfe, da ist es gut, wenn die Ehrenamtlichen ein konkretes Gesicht vor Augen haben“, sagt er.