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© Weihbischof Matthias König
© Weihbischof Matthias König

Wie der Glaube in aller Welt verbindet

Der Glaube verbindet über Kontinente hinweg: Weihbischof Matthias König reiste im Februar nach Äthiopien und Kenia, um an der Afrika-Konferenz der katholischen Seelsorger der deutschsprachigen Gemeinden teilzunehmen.

Dabei begegnete er Partnern aus den weltkirchlichen Beziehungen des Erzbistums Paderborn, nahm an eindrucksvollen liturgischen Feiern teil und besuchte bedeutende Hilfsprojekte, die das Erzbistum Paderborn seit Jahrzehnten unterstützt.

Feierliche Priesterweihe und Begegnungen in Äthiopien

Ein Höhepunkt seines Aufenthalts war die Teilnahme an der Weihe von vier Priestern des Vincentinerordens in Addis Abeba. „Die vierstündige Liturgie in Amharisch war erfüllt von großer Glaubensfreude“, berichtet Weihbischof König. Die Verbindung zwischen dem Bistum Jimma-Bonga und dem Erzbistum Paderborn reicht weit zurück: Der Bad Driburger Friedhelm Henkst sammelte jahrzehntelang Spenden für Kinderprojekte dieser Diözese. Bischof Markos Ghebbremmim, der die Weihe spendete, war bereits mehrfach in Paderborn zu Gast, unter anderem beim Liborifest.

Die Reise bot zudem die Möglichkeit zum interkonfessionellen Dialog: Bei einem Empfang in der deutschen Botschaft traf Weihbischof König unter anderem den anglikanischen Bischof von Addis Abeba und Nordafrika.

Am Sonntag zuvor wurde mit Tesfaye Tadesse ein neuer Weihbischof für Addis Abeba geweiht. Er war bislang Generaloberer der Comboni-Missionare und bringt langjährige Erfahrung in der Missionsarbeit mit. Weihbischof König, Msgr. Peter Lang, der Leiter des Katholischen Auslandssekretariats (KAS), und Dr. Michael Altmaier, Mitarbeiter im KAS, konnten aufgrund eines Gottesdienstes mit der evangelischen und katholischen Gemeinde nicht an der Weiheliturgie teilnehmen, trafen aber rechtzeitig zur weltlichen Feier ein.

Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel lud die Gäste ein, an den Feierlichkeiten teilzunehmen, die von herzlicher Gastfreundschaft geprägt waren. Der frisch geweihte Weihbischof Tesfaye Tadesse wurde von Gläubigen, Priestern und Bischöfen mit großer Freude empfangen. Auch ein liturgischer Tanz von Seminaristen war Teil der Feierlichkeiten, in den sich immer mehr Teilnehmer einreihten. „Die großen Trommeln gaben einen immer wilderen Takt vor, der nicht darauf schließen ließ, dass es ein geistlicher Tanz war“, erinnert sich Weihbischof König an das eindrucksvolle Erlebnis.

Vielfältiges Engagement

Bischof Abraham Desta vom Bistum Meki nahm Weihbischof König anschließend mit zu einem Projekt, das auch vom Erzbistum Paderborn gefördert wurde. Dort entsteht ein Büro- und Wohngebäude in der Nähe des Flughafens, das der Diözese ein verlässliches Einkommen sichern soll. „Ein mutiges Unterfangen, das auf Dauer helfen wird, die pastoralen und caritativen Projekte der Diözese zu finanzieren“, so König. Auch Bischof Abraham war mehrfach in Paderborn. Diakon Klaus Krekeler, früher Peckelsheim, seine Frau Rosi und ein Unterstützerkreis waren viele Jahrzehnte verlässliche Partner in den Hilfsprojekten des Bistums Meki.

Auch in Kenia standen Begegnungen und Projektbesuche im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Seelsorger P. Paul Chummar CMI und dem evangelischen Pfarrer Haberkamp feierte die Delegation einen ökumenischen Gottesdienst in Nairobi. „Die Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen vor Ort ist beeindruckend und ein starkes Zeichen gelebter Ökumene“, hebt Weihbischof König hervor.

Ein besonders beeindruckendes Projekt ist das YOUNIB-Projekt von Augustinerpater Serge Patrick. Er hat mit Jugendlichen aus den Slums ein Radio- und Fernsehprojekt ins Leben gerufen, das weit über die Stadtgrenzen hinauswirkt. Weihbischof König segnete damals das neu errichtete Haus, in dem sich die Studios befinden. Im Jahr 2023 besuchte Pater Serge Patrick das Erzbistum Paderborn und traf auch die YOUPAX-Redaktion.

Die St. Martin-Schule im Kibagare-Slum, die seit Jahrzehnten von der St. Aloysiusgemeinde in Iserlohn unterstützt wird, war eine weitere Station. Hier erhalten 900 Schüler nicht nur Bildung, sondern auch täglich eine warme Mahlzeit. „Am Besuchstag, einem Samstag, wurden sogar 1.000 Kinder aus dem Slum versorgt“, berichtet König.

In Riruta besuchte die Delegation die Schwestern vom Kostbaren Blut (CPS), deren Kloster in Neuenbeken vielen Paderbornern bekannt ist. Ihre Schule gehört zu den besten des Landes, und auch für die Kinder aus dem angrenzenden Slum wurde eine Bildungseinrichtung geschaffen, die mit Unterstützung des Erzbistums stetig wächst.

Zeichen der Hoffnung und Nachhaltigkeit – „Erzbistum Paderborn eng mit Weltkirche verbunden“

Ein bewegender Moment war der Besuch im Kinderdorf „The Nest“. Hier finden vergewaltigte Mädchen mit ihren Kindern Zuflucht. „Besonders die Kinder von inhaftierten Müttern erfahren hier Schutz und Betreuung“, erklärt König.

Ein weiteres nachhaltiges Projekt ist die Initiative von Franziskaner Pater Hermann Borg aus Herne. Er engagiert sich in Kenia seit Jahrzehnten gegen Abholzung und für Wiederaufforstung. Für sein Lebenswerk wird ihm im Oktober die Ehrendoktorwürde einer kenianischen Universität verliehen.

Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch der deutschen Schule in Nairobi, wo zahlreiche Verbindungen nach Paderborn sichtbar wurden. Der stellvertretende Schulleiter Andreas Klare stammt aus Bühne bei Borgentreich, der Leiter der Mensa aus Schloß Holte. So ergab sich – auch bei vielen anderen Begegnungen – der Eindruck, den Weihbischof König in Worte fasste: „Immer wieder zeigt sich, wie eng das Erzbistum Paderborn mit der Weltkirche verbunden ist. Unser Erzbistum kann dankbar sein für die jahrzehntelange Verbindung in alle Welt, oft begründet durch Missionarinnen und Missionare, ausgebaut durch viele Missionare auf Zeit und gehalten durch die Besuche aus anderen Ländern und von anderen Erdteilen – und, wie jetzt, umgekehrt.“

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