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© Team Weltkirche
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„Weltverbunden“ Kraft schöpfen für eine gerechtere Welt

Rund 70 Engagierte aus Eine-Welt- und Partnerschaftsgruppen, Jugend- und Erwachsenenverbänden, Gemeinden, Einrichtungen und Ordensgemeinschaften kamen beim Jahrestreffen Weltkirche im Erzbistum Paderborn zusammen.

Susanne Föller, Leiterin des Teams Weltkirche im Erzbistum Paderborn, begrüßte die Teilnehmenden und eröffnete einen Nachmittag und Abend, der ganz im Zeichen des Mottos „weltverbunden“ stand – in doppelter Bedeutung.

Magdalena Birkle, Referentin im Team Weltkirche, machte deutlich, wie „Weltverbundenheit“ gelebt werden kann und von den verschiedenen Akteuerinnen und  Aktueren im Erzbistum Paderborn ausgestaltet wird: im Einsatz für globale Gerechtigkeit und Frieden, durch interkulturelle Begegnung, im Engagement für Menschenrechte, durch Globales Lernen, in der Verantwortung für Gottes Schöpfung und im gelebten Miteinander der Weltkirche als Lern-, Gebets- und Solidargemeinschaft. Christen und Christinnen setzten dabei zunehmend auf Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Playern und Initiativen anderer Religionsgemeinschaften.

Weltverbunden handeln Verantwortung leben

Einen dicken Stapel Steckbriefe hatte das Team Weltkirche vorab an Wände gepinnt, um die Arbeit und das Profil der rund 30 anwesenden Organisationen sichtbar zu machen. Die Steckbriefe-Ausstellung, ergänzt durch Sofortfotos, die die Vertreter und Vertreterinnen der Initiativen frisch gedruckt an ihr Portfolio geheftet hatten, wurde zum lebendigen Vernetzungsort für die anwesenden Gruppierungen und Personen. Auf Wunsch der Teilnehmenden wird diese Übersicht bald auch über die Website www.wir-erzbistum-paderborn.de/weltkirche einsehbar sein und ergänzt um weitere Projekte aus der Fläche des Erzbistums Paderborn mit globaler und weltkirchlicher Ausrichtung. Zu den dargestellten Organisationen und Initiativen zählen beispielsweise Partnerschafts- und Eine-Welt-Projekte, Verbände mit internationalen Bezügen, Ordensgemeinschaften, aber auch Gemeindegruppen des Zertifizierungsprojekts „Faire Gemeinde“, Engagierte in Bewegungen wie Christians for Future oder Pax Christi, sowie Jugendbegegnungsprogramme wie socio movens oder go4peace und Entsendeorganisationen für Freiwilligendienste, wie der mundus Eine Welt e. V.

Das Motto „Welt-Verbundenheit“ legte Magdalena Birkle für die Teilnehmenden auch in übertragener Bedeutung aus: die Welt, die vielfach verwundet ist – durch Klimawandel, Kriege, zunehmende Menschenfeindlichkeit und autoritäre Tendenzen ist sinnbildlich zu verbinden mit einem Wundverband.

Als eindrückliches Symbol legten Susanne Föller und Magdalena Birkle einem Weltkugel-Globus eine Verbandsbinde an – ein Zeichen für den „Weltschmerz“, den viele Menschen in dieser Zeit empfinden.

Vier Workshops eröffneten unterschiedliche Perspektiven auf das Thema und boten praxisnahe Inspiration:

• „Kultur – ein Wort voller Missverständnisse?“
  • Angelika Peplinski, Referentin im Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e. V., sensibilisierte für Sprache, Macht und Rassismus und stärkte eine bewusste, differenzierte Kommunikation. Der Begriff „Kultur“ kann verbinden, aber auch trennen, wenn er als politisches Werkzeug benutzt wird, um Rassismus zu kaschieren.
• Schöpfungsspiritualität: Geerdet und hoffnungsvoll ins Handeln kommen -
  • Matilda Franz, Referentin beim Netzwerk Eine Erde, lud dazu ein, christliche Ressourcen für Klimagerechtigkeit und nachhaltiges Handeln neu zu entdecken.
• „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“
  • Dr. Andreas Fisch, Referent an der Kommende Dortmund, vermittelte Strategien, um populistischen und menschenverachtenden Parolen klug und professionell zu begegnen.
• Konflikte spielend verwandeln!
  • Nele Anslinger, Trainerin von Gewaltfrei Handeln e. V., zeigte mit Methoden des Theaters der Unterdrückten kreative Wege, Spannungen konstruktiv zu bearbeiten.

Die Workshops machten deutlich: Weltverbundenheit bleibt nicht abstrakt. Sie zeigt sich im konkreten Handeln – in Haltung, Dialogfähigkeit, Spiritualität und Mut zur Veränderung.

Anknüpfungspunkte zum Erleben von Weltkirche für alle

Greifbar waren auch die Wünsche der Teilnehmenden zur zukünftigen Gestaltung weltkirchlicher Arbeit. Das Jahrestreffen zeugte von dem Potential, sich stärker mit Menschen im Erzbistum Paderborn zu verbinden, die durch internationale Biografien weltkirchliche Erfahrungen mitbringen, wie etwa Christen und Christinnen aus den Muttersprachlichen Gemeinden und internationalen Ordensgemeinschaften. Sie haben oft wertvolle Einblicke in die Situationen verschiedener Länder jenseits medialer Engführung oder regen zu einem Perspektivwechsel an, um eingefahrene Strukturen zu hinterfragen. Hierin liegt ein Schatz für die Kirchenentwicklung im Erzbistum Paderborn.

Die Teilnehmenden brachten dabei konkrete Vorschläge, um Weltkirche im Erzbistum Paderborn erlebbar zu machen: Der mundus Eine Welt e. V. kann kontaktiert werden, um Süd-Nord-Freiwilligen als Gastfamilie oder Einrichtung „offene Türen“ zu bieten, sei es für projekthafte Einblicke oder längere Zusammenarbeit. Auch die 72-Stunden-Aktion, Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, vom 10.-13. Juni 2027 kann für geeignete Projekte weltkirchlicher Initiativen genutzt werden. Das Kennenlernen der profilierten Arbeit der Muttersprachlichen Gemeinden im Erzbistum Paderborn wird in diesem Jahr erstmals am 2. August bei einem Begegnungstag in Paderborn im Rahmen der Libori-Woche möglich sein. Auch der Katholik*innentag, der vom 24.-28. Mai 2028 in Paderborn stattfinden wird, bietet einen Ort, um Weltoffenheit zu leben und internationale Akzente zu setzen.

Liebe sei Tat

Ein wiederkehrender Moment des Jahrestreffens war der mehrmals eingespielte Song „What the World Needs Now is Love“, der im Laufe der Veranstaltung die Teilnehmenden immer wieder zusammenführte und die Programmpunkte rahmte. Die Botschaft des Songs könnte aktueller kaum sein. Bereits in den 1960er-Jahren als Aufruf zu Menschlichkeit in Zeiten von Angst und Polarisierung in den USA entstanden, erinnert das Lied daran, dass Liebe mehr ist als ein privates Gefühl – sie ist politisch. Es geht um Nächstenliebe, Empathie und Mitgefühl auf gesellschaftlicher Ebene.

Genau hier knüpft auch das aktuelle MISEREOR-Hungertuch „Gemeinsam träumen – Liebe sei Tat“ an. Es ruft dazu auf, Liebe sichtbar werden zu lassen – in Solidarität, Gerechtigkeit und konkretem Handeln. In Verbundenheit mit den Pilgernden der 31. Hungertuchwallfahrt aus dem Dekanat Siegen klang das Jahrestreffen in einem gemeinsamen Gebet aus.

Weltverbunden zu sein heißt, den Zustand der Welt nicht gleichgültig hinzunehmen. Das Jahrestreffen Weltkirche bot Raum, diesen „Weltschmerz“ wahrzunehmen – und zugleich neue Hoffnung zu schöpfen. Es stärkte Engagierte mit konkreten Ansätzen für mehr Miteinander, Dialogfähigkeit und Schöpfungsverantwortung.

So wurde deutlich: Wer sich weltverbunden weiß, bleibt nicht beim Mitfühlen stehen. Weltverbundenheit heißt handeln – gemeinsam, solidarisch und getragen von der Überzeugung, dass Veränderung möglich ist.

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