Kunst verbindet Menschen, überall auf der Welt. Zugleich ermöglicht sie in ganz besonderer Weise selbstbestimmte Entwicklung. Doch die wirtschaftlichen Umstände müssen Entwicklung auch erlauben. Künstler leben oft unter prekären Verhältnissen, erst recht in einem Land wie Tansania. Der Verkauf ihrer Kunstwerke ist überlebenswichtig. Zudem verspricht er künstlerische Anerkennung. Je dichter die Welt zusammenwächst, desto mehr Chancen bieten sich auch tansanischen Künstlern. Neben der farbenprächtigen Kraft der Tingatinga-Werke, die in großer Zahl mal frei entworfen, oft weniger gut kopiert in den Straßen Arushas, Zanzibars, Dar es Salaams oder Bagamoyos feilgeboten werden, hat sich hier in den letzten Jahrzehnten eine überaus vielfältige Szene moderner, meisterhafter Künstler entwickelt, die viel mehr zu bieten hat.
Den Vergleich mit dem Können und bildnerischen Ausdrucksweisen europäischer oder nordamerikanischer Kunst des 21. Jahrhunderts müssen die tansanischen Künstler nicht scheuen. Gleichzeitig verwenden sie ganz eigene Stilmittel und zeigen tansanisch-afrikanische Perspektiven auf. Sie wollen wahrgenommen werden, nicht allein auf touristischen Märkten. Dazu möchte die Ausstellung, die bis zum 25. Oktober 2026 im Foyer der OASE zu sehen ist, beitragen.
Der Politologe und Journalist Fritz Gleiß, einer der Kuratoren der Ausstellung, wird uns am 27. September in die Thematik einführen. Er ist Reisebuchautor, Herausgeber politischer Handbücher zu den Ländern Ostafrikas, Journalist und bis 2005 stellvertretender Chefredakteur eines gedruckten Afrika-Magazins. In mehr als einem Dutzend langer Reisen quer durchs Land wurde Tanzania zu seiner zweiten Heimat. Zwischen 2013 und 2022 schrieb er drei Krimis mit dem tansanischen Detektiv Hannes Wabaye, die in Tansania spielen und als e-book überall verfügbar sind.