Das Weihnachtsgeschehen in Betlehem dürfe kein „flüchtiges Bühnenbild“ bleiben: „Haben wir es vielleicht noch nie richtig angenommen, auch wenn wir jährlich diese Nacht im Lichterglanz und in Friedenssehnsucht im warmen Licht der Krippe feiern?“, fragte der Paderborner Erzbischof weiter und kritisierte, dass Gott oft nur „gewisse Regionen unseres Lebens“ betreten dürfe. Erzbischof Becker forderte dazu auf, das Weihnachtsfest zum Anlass zu nehmen, Gott mehr Platz im persönlichen Leben einzuräumen und den in Jesus Mensch gewordenen Gott zur Motivation des eigenen Handelns zu machen.
Gottes Arm der Liebe reicht weiter
Die in Jesus Christus erschienene Güte Gottes strahle ab auf jeden Menschen und damit auch auf die immer von neuem belasteten Beziehungen zwischen Völkern, Kulturen und Religionen. „Wir erweisen uns als gläubige Realisten, wenn wir Weihnachten 2020 als das Fest des menschenfreundlichen Gottes und als das Fest des von ihm ausgehenden Friedens feiern. Und wenn wir daran festhalten, dass Gottes Arm der Liebe und Menschenfreundlichkeit viel weiter reicht als all das, was wir uns im Großen wie im Kleinen immer wieder antun“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss seiner Predigt.