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© Besim Mazhiqi
© Besim Mazhiqi

Was hat die Firmung mit Demokratie zu tun?

Projekttag mit 150 Firmbewerbenden in Werl

Infolge eines Treffens von Rechtsextremen im November 2023 in Potsdam gingen im Frühjahr hunderttausende Menschen in Deutschland auf die Straße, um sich für den Rechtsstaat und die Demokratie stark zu machen und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und -populismus zu setzen. Auch die Deutsche Bischofskonferenz setzte mit ihrer einstimmigen Erklärung „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ ein bemerkenswertes und öffentlich viel beachtetes Zeichen.

Das Grundgesetz feiert 75 Jahre! Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und wurde am 23. Mai 1949 festgeschrieben. Dieser Geburtstag ist ein Grund zum Feiern, denn das Grundgesetz enthält die wichtigsten Regeln für das Zusammenleben im Staat. Es garantiert Rechte, Freiheit und Gleichheit der Menschen.

Das Grundgesetz und die Bibel

Ein weiteres elementares Buch, das diese Begriffe von höchstem Wert enthält, ist die Bibel. Artikel 1 des Grundgesetzes betont: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Auch Jesus Christus spricht von der Würde des Menschen, die es zu schützen gilt.

Diese Anlässe boten genügend Gründe, um mit jungen Menschen, die sich auf das Sakrament der Firmung vorbereiten, über das Grundgesetz und die daraus resultierende Demokratie ins Gespräch zu kommen.

Vielfältige Workshopwahl

150 Jugendliche aus der Pfarrei Wickede, Ense-Bremen und Welver des Pastoralen Raums Werl trafen sich am Samstag, 8. Juni von 10 bis 16 Uhr im Ursulinengymnasium Werl. Die Idee dazu entwickelten die Gemeindereferentinnen Annette Albrecht, Katrin Kokenkemper und Dorothee Topp gemeinsam mit der Dekanatsjugendreferentin Doris Noll. Für die Durchführung und Leitung des Tages konnte der Dipl. Theologe Robert Kläsener (Politische Bildung / Kommende Dortmund) mit seinem professionellen Team von Studierenden gewonnen werden.

Schnell verteilten sich die eingeteilten Gruppen in den zur Verfügung stehenden Klassenzimmern und arbeiteten in sechs methodisch unterschiedlichen, lebendigen und abwechslungsreichen Workshops:

  • Rollenspiele
  • Planspiele
  • Memoriespiel zum Grundgesetz
  • Kaffeeparkours zum Fairen Handel
  • Filmvorführung „Kaddisch für einen Freund“
  • Actionbound in Werl

Die Workshops thematisierten:

  1. Gesellschaftliche Gerechtigkeit und Ungleichheiten
  2. Integration und kulturelle Vielfalt
  3. Fair leben und handeln in einer globalisierten Welt
  4. Grundwerte einer Gesellschaft
  5. Antisemitismus und (Alltags-)Rassismus
  6. Auf den Spuren der Demokratie in Werl

An der Seite der Schwachen und Unterdrückten stehen

Die Evaluationsauswertung ergab am Nachmittag ein positives Bild. Die Jugendlichen bewerteten den Tag mehrheitlich als gut organisiert, inhaltlich wertvoll, methodisch abwechslungsreich und professionell geleitet. Auch die Gemeindereferentinnen und die Dekanatsjugendreferentin blickten positiv auf den Tag zurück. „Die Jugendlichen auf das Sakrament der Firmung vorzubereiten, ohne einen Blick in unsere Gesellschaft zu werfen, ist nicht möglich. Der Tag war wichtig, weil wir einen Wertewandel in unserer Gesellschaft sehen, den wir als Kirche nicht mitgehen möchten. Christinnen und Christen stehen immer an der Seite der Schwachen und Unterdrückten!“

Finanziell wurde das Projekt durch die Stiftung „Bildung ist Zukunft“ des Erzbistums Paderborn gefördert.

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