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© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Wallfahrt für Wohnungslose aus den NRW-Bistümern führt nach Dortmund

Weihbischof Josef Holtkotte feiert Gottesdienste und verbringt den Tag mit den 300 teilnehmenden Frauen und Männern

„Jesus hat uns vor 2000 Jahren vorgelebt, wie menschliches Zusammenleben gelingen kann. Dabei stand er immer auf der Seite der Ausgegrenzten und der Menschen am Rand der Gesellschaft.“ Ausgehend vom Evangelium sprach Weihbischof Josef Holtkotte am Mittwoch, 10. Juni 2026, mit diesen Worten die an der Wallfahrt für Wohnungslose aus den nordrhein-westfälischen (Erz-)Bistümern teilnehmenden 300 Frauen und Männer an.

Der Künstler Hendryk von Busse (links) leitete die Kunstaktion zur Gestaltung von Spiegelscherben zu einem Bild. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn © Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
Der Künstler Hendryk von Busse (links) leitete die Kunstaktion zur Gestaltung von Spiegelscherben zu einem Bild. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

In der St. Joseph-Kirche in der Dortmunder Nordstadt begrüßten der Dortmunder Wohnungslosenseelsorger Oliver Schütte und Weihbischof Holtkotte die Teilnehmenden, die sich aus Unna, Köln, Recklinghausen, Münster, Paderborn und Dortmund auf den Weg gemacht hatten. Gemeinsam mit Wohnungslosenseelsorgerinnen und -seelsorgern sowie Ehrenamtlichen waren die Gruppen nach Dortmund gekommen, um an der jährlich wechselnd in den NRW-Bistümern stattfindenden Wallfahrt teilzunehmen.

Eine größere Gruppe aus Köln wurde vom Kölner Weihbischof Ansgar Puff begleitet. Eine ebenfalls große Gruppe aus Münster konnte für die An- und Abreise den Mannschaftsbus des SC Preußen Münster nutzen.

Kunstaktion und Gottesdienst

Das Programm der Wallfahrt der Wohnungslosen begann mit einer Kunstaktion unter der Leitung des Künstlers Hendryk von Busse. Dabei gestalteten die Teilnehmenden Spiegelscherben, die anschließend zu einem Bild mit zwei großen Fußabdrücken zusammengefügt wurden. Das entstandene Kunstwerk wurde später auch im Abschlussgottesdienst thematisiert.

Beim Auftaktgottesdienst brachte Elmar Micus, Ehrenamtlicher vom WohlTun e.V. aus Dortmund, in einer Dialogpredigt mit Weihbischof Holtkotte die Stimme wohnungsloser Menschen ein: „Viele wollen uns nicht sehen. Bei der Fußballweltmeisterschaft sollten wir aus der Stadt verbannt werden – ich komme mir schon selbst vor wie ein Schandfleck.“ Darauf antwortete Weihbischof Holtkotte: „Jeder von uns ist in Gottes Hand und besitzt eine königliche Würde. Jeder darf sich getragen und geliebt fühlen – das ist die Botschaft des heutigen Tages.“

Zum Ausdruck kam dies auch im Wallfahrtsmotto „You’ll never walk alone“. Die bekannte Fußballhymne wurde gemeinsam im Gottesdienst gesungen.

Begegnungs- und Freizeitprogramm

Nach dem Gottesdienst erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein kostenloses Essen sowie ein vielfältiges Begegnungs- und Freizeitprogramm. Zur Auswahl standen eine Stadtrundfahrt mit dem Hop-on-Hop-off-Bus, eine von der BVB-Gründerkirche organisierte Stadiontour, ein Besuch auf der Zeche Zollern, ein Achtsamkeitstraining, ein Upcycling-Projekt, das Gestalten von Buttons, ein Graffiti-Workshop sowie eine Filmvorführung im Roxy-Kino.

Ab 15.30 Uhr trafen sich die Gäste wieder an der St. Joseph-Kirche zu Kaffee und Kuchen. Anschließend feierten sie gemeinsam einen Abschlussgottesdienst mit der Möglichkeit zu Einzelsegnungen.

Tradition der NRW-Wallfahrt

Die Wallfahrt für wohnungslose und obdachlose Menschen findet seit 1998 jährlich in einem anderen NRW-Bistum statt. Bereits 2016 führte sie unter dem Motto „Wer glaubt, ist nicht allein“ nach Dortmund. Im vergangenen Jahr war Köln Gastgeber der Wallfahrt.

„Es geht darum, Menschen einen Tag zu schenken, an dem sie willkommen sind, Gemeinschaft erleben und einfach einmal genießen können“, sagt der in Dortmund engagierte katholische Wohnungslosenseelsorger Oliver Schütte.

Ein Beitrag von:
Redakteur Team Presse

Michael Bodin

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