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© Diözesanbonifatiuswerk Paderborn
© Diözesanbonifatiuswerk Paderborn

„Von der Diaspora lernen“

Studienfahrt des Diözesanbonifatiuswerkes Paderborn führt ins Bistum Magdeburg / Lebendige Glaubensorte in der Diaspora kennenlernen

Mitglieder und Gäste des Diözesanbonifatiuswerkes Paderborn nutzten den Feiertag Christi Himmelfahrt und das so verlängerte Mai-Wochenende zu einer Studienfahrt in das Partnerbistum des Erzbistums Paderborn, das Bistum Magdeburg. In Sachsen-Anhalt und seiner Hauptstadt Magdeburg leben lediglich etwa zwei bis drei Prozent katholische Christinnen und Christen, gemeinsam mit den etwa 12 Prozent evangelischen Glaubensgeschwistern bilden sie eine christliche Minderheit. Sie leben in einer extrem säkularen Diaspora-Gesellschaft. Der Großteil der Einwohner – etwa 85 Prozent – ist konfessionslos: „Normal eben“, wie die meisten Menschen dort sagen. Die katholischen Christinnen und Christen verstehen sich – mit einem Wort ihres Diözesanbischofs Dr. Gerhard Feige – aber als „kreative Minderheit“, inmitten einer bunten und pluralen Gesamtgesellschaft.

Geleitet wurde die Studienfahrt vom Vorsitzenden des Diözesanbonifatiuswerkes, Pfarrer i. R. Wolfgang Winkelmann aus Siegen, und dem Persönlichen Referenten des neuen Paderborner Erzbischofs Dr. Udo Markus Bentz und Sekretär des Diözesanbonifatiuswerkes Paderborn, Matthias Micheel.

Stationen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus dem ganzen Erzbistum Paderborn zusammen, insbesondere aus dem Siegerland und Ostwestfalen. Auf die Teilnehmenden wartete ein umfangreiches Erlebnis- und Besichtigungsprogramm: Magdeburger Dom, Kaiserpfalz und Kloster Memleben, Himmelsscheibe von Nebra mit der kleinen katholischen Diasporagemeinde dort, Kloster Helfta, Lutherstadt Eisleben mit dem Geburtshaus und der Taufkirche des Reformators, das Prämonstratenserkloster mit seinen ökumenischen Höfen, das Benediktinerkloster Huysburg.

Gespräch mit Bischof Dr. Feige

Zu den Höhepunkten der Studienfahrt zählte zweifellos das Pontifikalamt am Hochfest Christi Himmelfahrt mit dem Magdeburger Ordinarius Bischof Dr. Gerhard Feige. Der Bischof nahm sich anschließend viel Zeit, um den Studienreisenden die besondere Situation der Diasporakirche im Bistum Magdeburg zu erläutern und mit ihnen ins Gespräch „über Gott und die Welt“ zu kommen: Die Zahl der Priester und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im aktiven Dienst verringere sich im Bistum viel schneller und dramatischer als zunächst erwartet. Es gebe daher auch alternative, von Ehrenamtlichen geprägte Leitungsmodelle für die Kirchengemeinden. Die Einnahmen aus Kirchensteuermitteln seien aufgrund der Minderheitensituation und der wenigen Kirchenmitglieder sehr gering. Ohne die Unterstützung des Bonifatiuswerkes sei vieles nicht möglich. Aber dennoch gingen, so Bischof Dr. Feige, die Diasporakatholiken zuversichtlich mit der aktuellen Situation um.

Begegnungen und Impulse

Ein Beispiel dafür ist der Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels, Martin Papke, ein junger Theologe, Familienvater und Freund des Bonifatiuswerkes, der seit einiger Zeit mit starkem christlichem Impuls und großem Geschick als Politiker in seiner Stadt Akzente setzt. Auch mit ihm kam die Gruppe intensiv ins Gespräch.

Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Magdeburger Bonifatiuswerkes, Dr. Dagobert Glanz und Regina Masur, erlebten die „Paderborner“ bereichernde Stunden im Kloster St. Marien zu Helfta, zeigten sich beeindruckt von den jungen Schwestern dort und konnten später auch noch bewegende Erfahrungen bei den Prämonstratenserpatres in Magdeburg und bei den Benediktinern auf der Huysburg sammeln. „Die Orden haben hier eine ganz intensive, eigene Strahlkraft“, stellte Claudia Westermann, Teilnehmerin aus Salzkotten, fest. Und Schwester Maria Katharina Hauschild OCist, Priorin des Klosters Helfta, ergänzte: „Auch viele Menschen aus Eisleben und Umgebung sagen, obwohl sie selbst nicht getauft oder kirchlich sind: Das hier sind ‚unsre‘ Schwestern.“

In Nebra erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hautnah, wie klein und trotzdem innovativ und menschenfreundlich die katholischen Gemeinden sind, wie offen und freundlich Priester und Gemeindereferentinnen auf die Menschen zugehen. „Wir verstehen unseren Auftrag gerade auch im Zugehen auf die Gesellschaft von heute, auf die, die anders sind als wir und denen es vielleicht auch gar nicht so gut geht“, brachte Ortspfarrer Jörg Bahrke das Engagement auf den Punkt.

Fazit

„Mir hat besonders die Gastfreundschaft im Roncalli-Haus gutgetan und die hohe Kompetenz der Mitarbeitenden dort gefallen“, lobte Monsignore Dr. Konrad Schmidt aus Sundern, ebenfalls Mitglied der Paderborner Reisegruppe, Flair und Stil der Bildungs- und Begegnungsstätte des Bistums Magdeburg, in der die „Paderborner“ in diesen Tagen der Studienfahrt zu Gast sein durften.

Abschließend konnten Pastor Wolfgang Winkelmann und Matthias Micheel ein überaus positives Fazit ziehen: „Mit so großer Resonanz auf unser Angebot hatten wir nicht gerechnet. Es war eine richtig nette und muntere Gruppe.“ Pastor Winkelmann ist gewiss: „Das war nicht unsere letzte Diaspora-Fahrt. Lohnende Ziele gibt es noch viele. Vieles muss erst richtig entdeckt werden, gerade im Osten.“

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