Generalvikar Alfons Hardt begeht am Montag, 2. März 2020, einen runden Geburtstag: Der gebürtige Mendener vollendet sein 70. Lebensjahr. Als Generalvikar des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker steht er an der Spitze des Erzbischöflichen Generalvikariats, der Verwaltungsbehörde des Erzbistums Paderborn. Zudem ist er Domdechant des Paderborner Metropolitankapitels. Sein theologischer und juristischer Sachverstand sind in zahlreichen Gremien des Erzbistums und auch auf überdiözesaner Ebene gefragt.
Verwurzelt in der Beziehung zu Jesus
Alfons Hardt wurde am 2. März 1950 in Menden im Sauerland geboren. Er hat zwei jüngere Brüder. Einer davon, Monsignore Dr. Michael Hardt, hat wie sein Bruder Alfons nicht nur den Weg zum Priestertum, sondern auch ins Erzbischöfliche Generalvikariat gefunden: Dr. Michael Hardt ist Ökumenereferent und Direktor am Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik.
Nach dem Abitur 1968 absolvierte Alfons Hardt zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften in Münster und legte 1976 seine Zweite Juristische Staatsprüfung ab – von seiner juristischen Ausbildung profitiert er als Behördenleiter bis heute. Anschließend studierte er Theologie und Philosophie in Paderborn und München. Am 6. Juni 1981 wurde er von Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt zum Priester geweiht.
Jahre als Vikar und im Offizialat
Nach der Priesterweihe war er zwei Jahre Vikar im nordhessischen Bad Arolsen. 1983 wurde er Ehebandverteidiger am Erzbischöflichen Offizialat Paderborn, zeitgleich war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Theologischen Fakultät Paderborn. 1988 folgte die Ernennung zum Offizialatsrat, ein Jahr später zum Diözesanrichter und 1991 dann zum Vizeoffizial. Parallel arbeitete er von 1983 bis 2002 als Gemeindeseelsorger in Salzkotten-Oberntudorf.
An diese Zeit als Seelsorger erinnert sich Generalvikar Hardt noch immer gern. Die Verbindungen zu den Orten, an denen er seine ersten Seelsorgestellen hatte, sind geblieben. So versucht er nach Möglichkeit auch heute noch, den Arolser Kram- und Viehmarkt, das größte Volksfest Nordhessens, zu besuchen.
Erzbischöfliches Generalvikariat
Beruflich ging es für Alfons Hardt mit Ernennungen und neuen Funktionen weiter: 1998 erhielt er den Titel des Päpstlichen Ehrenkaplans (Monsignore). Zwei Jahre später übernahm er die Leitung der Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat und wurde Wirklicher Geistlicher Rat, 2002 dann Päpstlicher Ehrenprälat. Von 2002 bis 2003 war er Diözesaner Beauftragter für die Überprüfung von Vorwürfen und Fällen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche und Mitarbeiter des Erzbistums Paderborn.
2003 wurde Alfons Hardt stellvertretender Generalvikar und Domkapitular. Ein Jahr später ernannte Erzbischof Hans-Josef Becker ihn schließlich zu seinem Generalvikar. 2009 übernahm er zusätzlich das Amt des Domdechanten. Papst Benedikt XVI. verlieh Alfons Hardt 2012 den Päpstlichen Ehrentitel eines Apostolischen Protonotars.
Verbundenheit mit den Libori-Schaustellern
Wie für jeden „Paderborner“ spielt auch für Generalvikar Hardt das Libori-Fest eine wichtige Rolle. Hier ist er traditionell besonders den Schaustellern verbunden: Er trifft sich mit ihnen jedes Jahr zum Libori-Auftakt und feiert freitags in der Libori-Kapelle mitten auf der Kirmes-Meile einen Gottesdienst mit ihnen. Im Kontext mit dem heiligen Liborius, dessen Reliquien im Jahr 836 aus Le Mans nach Paderborn überführt wurden, ist ihm auch der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ mit dem französischen Partnerbistum Le Mans ein Anliegen. Regelmäßig ist er Ende Januar beim Patronatsfest, dem Juliansfest, in Le Mans zu Gast – ein willkommener Termin für ihn, hat er doch auch privat ein Faible für Frankreich.
Engagement in Gremien
Sein Engagement in Gremien – im Erzbistum Paderborn wie auch auf überdiözesaner Ebene – kann fast schon als unermüdlich bezeichnet werden: Von 2007 bis 2019 war Generalvikar Alfons Hardt beispielsweise Vorsitzender der Rechtskommission des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD). Seit November 2019 ist er Mitglied im neu installierten Verbandsrat des VDD.
Lange Zeit war Generalvikar Hardt im Erzbistum Paderborn Diözesan-Vorsitzender für das Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken. Derzeit ist er nicht nur Mitglied des Bonifatiusrates des Bonifatiuswerks, sondern auch Vorsitzender des Vergabeausschusses des „Diaspora-Kommissariats der deutschen Bischöfe – Diasporahilfe der Priester“. In diesen Tätigkeiten konnte er auf Reisen in Länder, in denen das Bonifatiuswerk Menschen in der Diaspora unterstützt, den katholischen Glauben auch aus dieser besonderen Perspektive kennenlernen.
Voller Terminkalender
Bei all seinen Aufgaben und Funktionen wundert es nicht, dass der Terminkalender von Generalvikar Hardt fast immer voll ist. Neben vielen wichtigen Pflicht-Terminen freut sich Generalvikar Hardt aber auch über so manche „Kür“: wenn zum Beispiel am Jahresbeginn die Sternsinger zu Besuch ins Generalvikariat kommen, wenn er gemeinsam mit Erzbischof Becker das Erzbischöfliche Kinderheim im Advent besucht oder wenn er neue Auszubildende des Generalvikariats begrüßt und mit ihnen über ihre Erwartungen und seine eigenen Erfahrungen sprechen kann.
Kraft in der Beziehung zu Jesus
In seinem fast 40-jährigen Dienst als Priester hat er viele Veränderungen erlebt: nicht nur die rückläufige Zahl von Gläubigen oder Priestern, die herausfordernden Umbrüche der Pastoralen Räume, sondern ganz aktuell auch die Vertrauenskrise, in der die katholische Kirche insbesondere durch den Missbrauchsskandal steckt. Wenn er einen Pfarrer für das Erzbistum installiert, gibt er ihm oft den Rat mit auf den Weg, seinen Dienst gerade auch in dieser Situation bewusst anzugehen – und Kraft in der Beziehung zu Jesus zu finden. „Wir leben im Hier und Jetzt. Und mit dieser Situation müssen wir umgehen“, formuliert er dazu unmissverständlich.
Im guten Dialog bleiben
In einem Interview brachte er die aktuelle Situation im Erzbistum Paderborn auf den Punkt – vielleicht lassen sich diese Worte ja auch als ein Wunsch zum 70. Geburtstag lesen: „Mir ist wichtig, dass wir bei allen offenen Baustellen die guten Früchte nicht übersehen, die wir mit unserem Zukunftsbild schon geerntet haben. In diesem Sinne wünsche ich mir, dass wir als Katholikinnen und Katholiken im guten Dialog bleiben, statt uns dauerhaft an Grundsatzfragen zu zerreiben und uns bemühen, nicht immer weiter den Zuspruch von immer mehr Menschen zu verlieren.“