logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

„Vertrauen ins Morgen“

Pontifikal-Vesper am Libori-Samstag: Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz eröffnet Libori 2025 / Christinnen und Christen haben einen guten Grund für Vertrauen / Start des Libori-Triduums im vollbesetzten Dom

Mit der Erhebung der Reliquien des heiligen Liborius und der Feier des Libori-Vespergottesdienstes im Paderborner Dom eröffnete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am Samstag, 26. Juli 2025, offiziell das diesjährige Libori-Fest. Das Libori-Fest 2025 spiegelt „Vertrauen ins Morgen“ – so das Leitwort der diesjährigen Feier des heiligen Liborius, dem Schutzpatron von Erzbistum, Dom und Stadt Paderborn. Gemeinsam mit dem Paderborner Erzbischof feierten Gastbischöfe sowie viele hundert Gläubige den Gottesdienst und füllten die Bischofskirche des Erzbistums Paderborn zum Auftakt des so genannten Libori-Triduums. „Libori ist Identifikation. Libori verbindet uns alle“, unterstrich Erzbischof Dr. Bentz. Das Erzbistum Paderborn feiert vom 26. Juli bis 3. August 2025 mit zahlreichen festlichen Gottesdiensten im Dom sowie vielen weiteren Angeboten sein Patronatsfest zu Ehren des heiligen Liborius. Durch die Live-Übertragung konnten Interessierte weltweit die Pontifikalvesper mit der Erhebung der Reliquien des heiligen Liborius unmittelbar mitfeiern.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Der Schrein des Bistumspatrons wurde unter den Klängen des Libori-Tuschs in einer Prozession durch den Paderborner Dom aus der Krypta in den Hochchor getragen.

Die internationalen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen würden ein „Vertrauen ins Morgen“ in Frage stellen, erklärte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Ansprache ausgehend vom diesjährigen Leitwort des Libori-Festes. Selbstverständlichkeiten, die bisher Halt gegeben haben, seien nicht mehr selbstverständlich. „Und manche instrumentalisieren diese Verunsicherung und schüren sogar aktiv Misstrauen, um politisches Kapital daraus zu schlagen“, mahnte der Paderborner Erzbischof. Die Frage, ob man unter diesen gesellschaftlichen Vorzeichen „Vertrauen ins Morgen“ haben könne, beantwortet Erzbischof Dr. Bentz mit einen entschiedenen „Ja!“: „Wer, wenn nicht Christinnen und Christen haben einen guten Grund für dieses Vertrauen?“

Brücken bauen!

Erzbischof Dr. Bentz erinnerte an die ersten Worte von Papst Leo XIV. nach seiner Wahl „Der Friede sei mit euch allen!“ – sie seien ein „programmatisches Zeichen in die von Konflikten, Krisen und Kriegen geprägte Welt“. Die Botschaft des Heiligen Vaters sei von Beginn an „Es kommt auf den Dialog an“. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz rief den Gottesdienstteilnehmenden zu: „Es kommt darauf an, Brücken zu bauen!“. Es sei zentral, Beziehungen zu stiften, das Gemeinsame stark zu machen, sowie zu glauben, „dass ein liebender Gott seine Hand über uns hält“. Zugleich hob Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hervor: „Dieses Vertrauen, dass Gott mit uns durch diese Geschichte pilgert, entbindet uns nicht von unserer Verantwortung für das Hier und Jetzt, es stärkt vielmehr das Vertrauen und den Elan in einer unsicheren Zeit an einer guten Zukunft zu bauen – nicht nur für uns, sondern vor allem für das Morgen der jungen Generation, unserer Kinder und Enkelkinder!“.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Zahlreiche Gläubige nahmen an der Erhebung der Reliquien und der anschließenden Pontifikalvesper im Paderborner Dom teil. Hier verehren die Gastbischöfe und die Mitglieder des Metropolitankapitels ein ihnen von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz gereichtes Reliquiar mit Reliquien des heiligen Liborius.

Begrüßung der Gäste

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz begrüßte in seiner Ansprache die am Libori-Fest teilnehmenden Bischöfe, Priester und Laien, die aus verschiedenen Teilen der Weltkirche zur Feier des Libori-Festes nach Paderborn gekommen waren. Den ersten Willkommensgruß richtete der Paderborner Erzbischof an den Nachfolger des heiligen Liborius auf dem Bischofsstuhl der Diözese Le Mans in Frankreich, Bischof Dr. Jean-Pierre Vuillemin. Er wird von einer Pilgergruppe der St.-Liborius-Fraternität und seines Bistums Le Mans begleitet.

Paderborns Erzbischof Dr. Bentz hieß weitere bischöfliche Gäste aus der Weltkirche willkommen: Den weitesten Weg nach Paderborn hat Bischof Shane Macinlay aus dem australischen Sandhurst zurückgelegt. Er wurde vor wenigen Wochen zum Erzbischof von Brisbane ernannt. Vom afrikanischen Kontinent, aus Malawi Erzbischof George Desmond Tambala OCD (Erzdiözese Lilongwe), aus Ghana Bischof Peter Paul Angkyier (Diözese Damango), aus Südafrika Bischof Noel Rucastle (Diözese Oudtshoorn). Aus Asien, aus dem Bundesstaat Kerala in Indien Bischof Dr. Ambrose Puthenveettil (Diözese Kottapuram). Von Island Bischof David B. Tencer OFMCap (Diözese Reykjavik), aus der Schweiz Bischof Peter Bürcher (emeritierter Bischof von Reykjavik, Island), aus Rumänien Weihbischof Cristian Crisan (Weihbischof in der Diözese Blaj und Apostolischer Visitator für die rumänische griechisch-katholische Seelsorge in Westeuropa). Aus Deutschland Erzbischof Dr. Heiner Koch (Erzbistum Berlin), die ehemaligen Paderborner Weihbischöfe Bischof Heinz Josef Algermissen (emeritierter Bischof des Bistums Fulda) und Bischof Dr. Franz-Josef Bode (emeritierter Bischof des Bistums Osnabrück) und den emeritierten Kurienbischof Dr. Josef Clemens aus Siegen sowie Abt. Dr. Cosmas Hoffmann OSB aus der Abtei Königsmünster in Meschede. Aus Münster Domkapitular Dr. Antonius Hamers, der als Diözesanadministrator das Nachbarbistum Münster leitet und zugleich das Katholische Büro in Düsseldorf. Einen besonderen Willkommensgruß richtete er schließlich an Erzbischof em. Hans-Josef Becker, seinem Vorgänger auf dem Bischofsstuhl von Paderborn.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hieß ebenfalls namentlich willkommen Superintendent Volker Neuhoff als Vertreter der evangelischen Kirche, den Paderborner Bürgermeister Michael Dreier, Landrat Christoph Rüther, Europaparlamentsmitglied Verena Mertens, den Generalsekretär der CDU und Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann sowie Staatssekretär Daniel Sievers.

Erzbischof Dr. Bentz stellte fest: „Wir sehen: Seit dem 9. Jahrhundert, als die Gebeine des Liborius von Le Mans nach Paderborn kamen, werden Brücken gebaut, die Beziehung stiften und verbinden. Das ist bis heute so: Bistum und Stadt, Kirche und Gesellschaft, Paderborner und Gäste aus aller Welt“. Durch ihren Applaus bestätigten die Gottesdienstteilnehmenden die Worte von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz.

Erhebung der Reliquien

Nach seiner Ansprache startete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz mit den Worten „Lasst uns Gott loben, Liborius ehren und dieses Fest mit viel Zuversicht feiern!“ am Samstagnachmittag im Hohen Dom zu Paderborn die festliche Prozession hinab in die Dom-Krypta. Mit dieser wurden die Gebeine des heiligen Liborius im vergoldeten Reliquienschrein aus dem Altar in der Krypta des Gotteshauses in den Hochchor der Paderborner Bischofskirche überführt. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Generalvikar Thomas Dornseifer zogen zusammen mit den Gastbischöfen, dem Paderborner Metropolitankapitel sowie zahlreichen Priestern aus nah und fern in die Krypta des Paderborner Domes. Dort hatte Generalvikar Thomas Dornseifer den Reliquienschrein aus dem Altar erhoben und in den vergoldeten Libori-Schrein gesetzt, der dann in einer feierlichen Prozession in den Hochchor geleitet wurde.

Libori-Tusch

Während der Reliquienschrein aus der Krypta im vergoldeten Libori-Schrein durch den von Schützen gesäumten Mittelgang des Gotteshauses zum Altarraum getragen wurde, war ein Beben garantiert: Drei Mal ertönte während der Prozession der von Musikern des Bahnsozialwerk Blasorchesters vorgetragene Libori-Tusch aus dem Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Bläser intonierten den Tusch unter der Leitung von Andreas Steins. Zu den Klängen des Libori-Tuschs wurde der vergoldete Schrein mit den Reliquien des einstigen Bischofs von Le Mans durch die Mitte der Gottesdienstteilnehmenden getragen und von den Schreinträgern im Hochchor des Domes aufgestellt.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Verehrung im Reliquiar

Nach der Prozession wurden die Reliquien im Schrein mit Weihrauch inzensiert. Anschließend verehrten die Gastbischöfe sowie die Mitglieder des Metropolitankapitels ein ihnen gereichtes Reliquiar mit Reliquien des Bistumspatrons. Der Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning sowie Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Die Pontifikalvesper endete mit dem Segen des Paderborner Erzbischofs. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stand dem Vesper-Gottesdienst als Offiziant vor, Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Generalvikar Thomas Dornseifer assistierten.

Im Anschluss an die Pontifikalvesper zogen der Paderborner Erzbischof und die anwesenden Bischöfe sowie das Metropolitankapitel durch das Paradiesportal aus der Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn aus, um mit den vor dem Paradiesportal versammelten Menschen die weltlichen Feiern des Libori-Festes zu beginnen. Gläubige nutzten nach dem Gottesdienst die Gelegenheit, jeweils ein von Weihbischof em. Hubert Berenbrinker und Domkapitular Dr. Thomas Witt gereichtes Reliquiar mit Reliquien des heiligen Liborius zu berühren und einen persönlichen Segen zu empfangen „auf die Fürsprache des heiligen Liborius“.

Bis zur Rückführung des Schreins am Dienstag, 29. Juli 2025, werden die Reliquien des heiligen Liborius im Schrein im Hochchor zur Verehrung durch die Gläubigen bleiben. Ab Mittwoch steht im Hochchor eine wertvolle Silberbüste des heiligen Liborius, in der sich ebenfalls Reliquien befinden.

Libori-Fest

Alles begann damit, dass der Bischof des französischen Bistums Le Mans im Jahr 836 dem noch jungen Bistum Paderborn die Gebeine des heiligen Liborius schenkte. Darauf gründet eine bis heute lebendige Freundschaft zwischen den beiden Bistümern und die Tradition, den Gedenktag des heiligen Liborius besonders zu feiern. Der fast 1.200-jährige „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den beiden Diözesen Le Mans und Paderborn hat bis heute Bestand. Das Libori-Fest ist ein Ausdruck davon.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

Weitere Einträge

© Anna-Sophie Meyer/Erzbistum Paderborn

Pressemeldung Kirche gestaltet Räume für die Zukunft

Erzbistum Paderborn verbindet Immobilienstrategie mit pastoraler Erneuerung
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung Ungeliebte Solidarität

Herbsttagung des Sozialwissenschaftlichen Arbeitskreises der Kommende Dortmund
© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Austausch mit den Geschäftsführungen der Agenturen für Arbeit

Gespräch über einen Arbeitsmarkt im Wandel in der Kommende Dortmund
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0