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© Hans Blossey / luftbild-blossey.de
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Verleihung der Facharbeitspreise 2026

Preisträgerinnen und Preisträger widmen sich anspruchsvollen theologischen und gesellschaftspolitischen Themen

Christliche Menschenwürde und Sterbehilfe, die Position des Papstes zum Trumpismus, die Christologie des Ignatius von Antiochien, unterschiedliche Übersetzungstraditionen der Bibel und ihre Konsequenzen sowie eine Bewertung des Transformationsprozesses im Erzbistum Paderborn – das sind die anspruchsvollen Themen der diesjährigen Facharbeiten, die mit den Preisen für 2026 ausgezeichnet wurden. Die Preise wurden von Prorektor Stephan Wahle in festlichem Rahmen an Sarah Freckmann (Gymnasium St. Michael, Paderborn), Josephine Lerni (Herder-Gymnasium, Minden), Matthias Bujtor (Beethoven-Gymnasium, Bonn), Nathanael Mittag (Gymnasium Horn-Bad Meinberg) und Corinna Zilles (Pelizaeus-Gymnasium, Paderborn) verliehen. Mit der jährlichen Vergabe der Facharbeitspreise unterstreicht die Theologische Fakultät Paderborn ihre Wertschätzung für Schülerinnen und Schüler, die sich eigenständig und kritisch mit aktuellen Fragen aus Religion und Theologie auseinandersetzen.

Videogrußwort des Erzbischofs

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät Paderborn, wandte sich in einer Videobotschaft an die Preisträgerinnen und Preisträger. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass sich junge Menschen von theologischen Fragen faszinieren lassen, nach Gott und dem Menschen fragen, nach Verantwortung, Würde und wie ihr Leben gelingen kann. Und das täten sie mit Ernst, intellektuellem Interesse und eigenen Gedanken. „Sie haben gelesen, abgewogen, formuliert und nachgedacht und hoffentlich auch entdeckt, was für eine Freude und wie spannend Theologie sein kann.“ Theologie, so der Erzbischof weiter, bleibe nicht im Seminarraum: „Sie hat mit dem Leben zu tun, mit Verantwortung, mit Sprache, mit Gerechtigkeit, mit der Frage, wie Kirche heute und morgen glaubwürdig sein kann.“ Er schloss mit einem Appell: „Liebe Schülerinnen und Schüler, bleibt dran, bleibt neugierig, stellt weiter eure Fragen. Genau das brauchen wir.“

Brücken zwischen Schule und Universität

Prof. Dr. Stephan Wahle, Prorektor der Theologischen Fakultät Paderborn, begrüßte die Preisträger sowie ihre Familien. Er betonte, dass die Facharbeitspreise ein wichtiger Teil des Schulprogramms der Fakultät sind, dessen Ziel es ist, Brücken zwischen schulischem und akademischem Lernen zu schlagen. Weitere Initiativen wie die SchulUni.Theologie, die MasterClass.Theologie, das Schnupperstudium sowie der Studientag „Theologie macht Schule“ für Lehrkräfte verfolgen dasselbe Ziel.

Theologie lebt vom Dialog und kritischem Denken

Dr. Dennis Lewandowski, Leiter der Abteilung Religionspädagogik im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, hob in seinem Grußwort den Mut und die Neugier der Preisträger hervor. Sie hätten sich auf eine wissenschaftlich fundierte Entdeckungsreise begeben und gezeigt, dass Theologie keine Wissenschaft der fertigen Antworten sei. „Theologie lebt vom Fragen, vom Dialog, von der Bereitschaft, den Glauben mit den Erkenntnissen der Vernunft ins Gespräch zu bringen“, erklärte Dr. Lewandowski. Diese Haltung sei nicht nur für Hochschulen, sondern für die gesamte Gesellschaft unverzichtbar.

Die Förderung des akademischen Nachwuchses ist uns sehr wichtig

Prof. Dr. Stephan Wahle

Würdigung der prämierten Arbeiten

Dipl.-Theol. Jessica Bohn, Schulreferentin der Fakultät, hielt die Laudationes. Sie lobte die Sachlichkeit, den Tiefgang und die bemerkenswerte Eigenständigkeit, mit der sich die Schülerinnen und Schüler hochaktuellen Themen gestellt hatten. Dies habe die Jury bewogen, den ersten und zweiten Preis jeweils doppelt zu vergeben und insgesamt fünf Arbeiten auszuzeichnen.

Erster Preis: Menschenwürde, Sterbehilfe und Kapitalismuskritik

Der erste Preis, dotiert mit je 400 €, ging an Sarah Freckmann (Gymnasium St. Michael, Paderborn) für ihre Arbeit „Der ‚amerikanische‘ Papst gegen Amerika: Die wirtschaftsethische Kritik Leo XIV. am US-amerikanischen Kapitalismus unter Trump“ und Josephine Lerni (Herder-Gymnasium, Minden) für ihre Arbeit „Christliche Menschenwürde und das ethische Dilemma der Sterbehilfe im gesellschaftlichen Diskurs“. Die Jury lobte bei Sarah Freckmann die Verbindung von theologischer Reflexion und sozialwissenschaftlicher Analyse. Josephine Lernis Arbeit wurde für die differenzierte Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung gewürdigt, ohne nach einfachen Antworten zu suchen.

Zweiter Preis: Bibelübersetzung und frühkirchliche Christologie

Der zweite Preis, dotiert mit je 300 €, wurde verliehen an Matthias Bujtor (Beethoven-Gymnasium, Bonn) für seine Arbeit „Götter, Engel, Starke? Die אֵלִים in Hiob 41,17 und die theologische Wirkung von Bibelübersetzung“ und Nathanael Mittag (Gymnasium Horn-Bad Meinberg) für seine Arbeit „Warum ist es wichtig, dass Jesus ganz Gott und ganz Mensch ist? – Die Christologie des Ignatius von Antiochien“.  Matthias Bujtor wurde für den eindrucksvollen Beleg gelobt, wie Übersetzungsentscheidungen das theologische Verständnis prägen. Bei Nathanael Mittag hob die Jury die wissenschaftliche Reife hervor, mit der er sich einer zentralen Frage des Glaubens anhand der anspruchsvollen Texte eines frühen Kirchenvaters näherte.

Dritter Preis: Transformationsprozess im Erzbistum Paderborn

Der mit 200 € dotierte dritte Preis ging an Corinna Zilles (Pelizaeus-Gymnasium, Paderborn) für ihre Facharbeit „Ist der Transformationsprozess im Erzbistum Paderborn eine sinnvolle und zukunftsweisende Reaktion auf den Bedeutungsverlust der katholischen Kirche?“. Die Jury würdigte die Verbindung aus wissenschaftlicher Sorgfalt, theologischer Reflexion und persönlichem Engagement, mit der die Autorin die Ziele und Positionen innerhalb des Prozesses analysierte.

Hintergrund zum Facharbeitspreis

Der Preis wurde bereits zum 12. Mal von der Theologischen Fakultät ausgeschrieben und wie im letzten Jahr auch für Schulen außerhalb des Erzbistums Paderborn geöffnet. Unterstützt wird der Preis von der Abteilung Religionspädagogik im Erzbischöflichen Generalvikariat sowie dem Verein der Freunde und Förderer der Theologischen Fakultät.

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