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© Atstock Productions / Shutterstock.com
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Tafeln müssen sich neu erfinden

Caritas: Zukauf von Lebensmitteln konterkariert Ursprungsidee

Die Idee war vor über 20 Jahren ebenso einfach wie wirksam: Um der Überproduktion und der damit verbundenen Vernichtung von Lebensmitteln zu begegnen, gründeten Hilfsorganisationen ein System, um diese Lebensmittel kostenlos oder gegen geringes Entgelt an akut armutsgefährdete Bedürftige abzugeben. Die Tafeln entstanden, unter ihnen auch viele Angebote der verbandlichen Caritas. Doch die Ursprungsidee wird inzwischen massiv in Frage gestellt. Immer mehr Tafeln sind gezwungen, Lebensmittel hinzu zu kaufen, oft müssen dafür mehrere Tausend Euro im Monat investiert werden – aus Spendenmitteln. Der Grund: Supermärkte und Bäckereien liefern immer weniger Lebensmittel, oft sind neue Wege der Verwertung entstanden oder es wird schlichtweg punktgenauer produziert, so dass kaum noch etwas entsorgt werden muss.

„Die Armut bleibt und wird sogar noch zunehmen“

„Der Zukauf von Lebensmittel konterkariert den Tafelgedanken“, betont Christoph Eikenbusch vom Diözesan-Caritasverband Paderborn. Wenn Geld in die Hand genommen werden muss, damit Bedürftige preiswerte Lebensmittel kaufen können, frage man sich doch, warum dieses Geld nicht direkt den Betroffenen gegeben wird. Für Eikenbusch ist klar, dass sich bei den Tafelangeboten massiv etwas ändern muss. „Die Tafeln müssen sich neu erfinden.“ Zielführende Konzepte müssten her, „denn einfach wegschicken können wir die Leute nicht. Die Armut bleibt und wird sogar noch zunehmen“.

Gerade bei der verbandlichen Caritas hätten sich in den letzten Jahren viele Tafel-Angebote weiterentwickelt und sind beispielsweise mit ergänzenden Formen der Unterstützung und Beratung gekoppelt oder durch entsprechende Kooperationen gestärkt worden. Dennoch bleibe ein zwiespältiges Gefühl. „Statt Almosen in Form von Lebensmitteln zu verteilen, ist den Betroffenen besser geholfen, wenn sie durch sozialpolitische Lösungen erst gar nicht derartige Angebote in Anspruch nehmen müssten“, so Christoph Eikenbusch.

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