Ein fast „unüberwindbarer Spannungsbogen“ liege zwischen den vertrauten und anrührenden Bildern der Heiligen Nacht und der unvorstellbaren Gewalt, die die biblischen Texte des Stephanustages benennen, erklärte Weihbischof Dominicus im Gottesdienst. „Wo ist jetzt der besungene Frieden der Heiligen Nacht, wo das vertrauensvolle Bild der Heiligen Familie, wo das einmütige Miteinander von Engeln, Hirten und Tieren im Stall von Bethlehem?“ Der Ordenschrist erläuterte, dass möglicherweise dieser Gegensatz von Jubel über die Geburt des Erlösers und tödlich-mörderischer Gewalt gegen den biblischen Stephanus notwendig seien, um „angemessen das Geheimnis der Weihnacht für unsere zerrissene Zeit zu umschreiben, damit wir aufhorchen und endlich wach werden“.
Gestaltung und Mitwirkende
Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB feierte das Pontifikalamt am zweiten Weihnachtstag. Die Paderborner Domkantorei unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch.