Msgr. Dr. Michael Bredeck, der im Rahmen seiner Aufgaben als Diözesanadministrator auch die Amtsvertretung des Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät wahrnimmt, setzte sich in seiner Ansprache mit der Frage auseinander, was die Theologie heute als Wissenschaft ausmacht und welche Bedeutung sie in säkularen Wissenschafts- und Bildungskontexten haben kann. Als besondere Aufgabe der Theologie identifizierte er das persönliche Eingebundensein im wissenschaftlichen Erkennen und Handeln und umgekehrt die Untersuchung der Bedeutung des Erkannten und Erfahrenen für das eigene Personsein in der Reflexion eines Begriffs des Glaubens. Theologie könne außerdem kommunikative Brücken zwischen verschiedenen Positionen schlagen, z.B. in den synodalen Aufbrüchen der Kirche oder der polarisierten Gesellschaft. Eine dritte Aufgabe verortete der Diözesanadministrator darin, Personalität und Kommunikation als wissenschaftliche Prinzipien einsichtig zu machen, die bestimmte ethische Konsequenzen fordern. „Wissen und Leben sind nicht zwei voneinander getrennte Bereiche, sondern die Art und Weise, wie wir leben, hat etwas mit der Bestimmung von Wissen und Wissenschaft zu tun,“ betonte Msgr. Bredeck. Den Studierenden und Lehrenden wünschte er einen guten Start in ein erkenntnisreiches Semester, das zu Kommunikation und konkretem Handeln und so zu einer Bereicherung der Gegenwart führe.
Mach Dich auf den Weg zu den Menschen in der säkularen Welt
In seiner Predigt bei der vorausgegangenen Eucharistiefeier in der Universitäts- und Marktkirche setzte Msgr. Bredeck die Worte des Papstes zur Eröffnung der Welt-Bischofssynode mit dem Lesungstext aus dem Buch Jona in Beziehung. Papst Franziskus habe die Vision einer Kirche formuliert, die Barmherzigkeit lebt, geeint und geschwisterlich, die zuhören kann, die in ein echtes Gespräch mit ihren Gläubigen und mit „der Welt“ eintritt, die offene Türen für alle Menschen hat, die die Menschen ermutigt, ihnen hilft, sie auf- und wachrüttelt und die sie befähigt, gemeinsam einen Weg zu gehen, der nach vorne führt ins Unbekannte. In der Lesung fordere Gott auch Jona auf, sich auf den Weg zu machen zu den Menschen in der säkularen Welt, um zuzuhören. Für die Theologische Fakultät Paderborn und die Theologie als Wissenschaft sollte dieser synodale Stil das Leitmotiv sein, formulierte der Diözesanadministrator: „Der Glaube unserer Herkunft hat Zukunft immer nur in der Auseinandersetzung und Integration, Aneignung von Gedanken auch Anderer, bis heute.“