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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Selige Mutter Maria Theresia Bonzel OSF beeindruckt

Gedenktag der jüngsten Seligen des Erzbistums Paderborn am 9. Februar 2020

Jährlich am 9. Februar ist im Erzbistum Paderborn der Gedenktag der seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF: Am 10. November 2013 wurde die Gründerin und langjährige Generaloberin der „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ in Olpe im Hohen Dom zu Paderborn selig gesprochen. Seitdem darf die „jüngste“ Selige im Erzbistum Paderborn öffentlich verehrt werden. Seit Dezember 2014 befindet sich als sichtbares Zeichen der Verehrung ein Reliquiar mit Reliquien von Mutter Maria Theresia im Paderborner Dom. Der Todestag der Seligen, 6. Februar, wird von den Olper Franziskanerinnen als „Tag der Anbetung“ begangen, zu dem sie in die Kirche des Mutterhauses einladen.

Am 9. Februar ist der Gedenktag der seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF, der jüngsten Seligen des Erzbistums Paderborn.

„Als junge Ordensschwester, die bereits zu DDR-Zeiten in die von Mutter Theresia gegründete Ordensgemeinschaft eingetreten ist und bis 1996 auch im Osten Deutschlands gelebt hat, hatte ich zu Mutter Maria Theresia Bonzel eher eine theoretische Beziehung“, erinnert sich Schwester Katharina Hartleib OSF von den Olper Franziskanerinnen. In Büchern und in Ordensverlautbarungen habe sie über das Leben von Mutter Theresia gelesen und gehört. „Später hat mich diese Frau immer mehr beeindruckt. Ihre unglaubliche Power, ihr fester Glaube und ihr Gottvertrauen, die ihr geholfen haben, mit allen, auch innerkirchlichen Problemen der damaligen Zeit zurecht zu kommen, finde ich bis heute bemerkenswert.“

Mutter Maria Theresia Bonzel OSF wurde am 10. November 2013 im Paderborner Dom selig gesprochen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Die Aussagen von Mutter Maria Theresia Bonzel seien auch heute aktuell, ist Schwester Katharina überzeugt: „Wenn sie zum Beispiel sagt, dass wir Gott wirklich lieben sollen, aber nicht nur mit Worten und netten Gefühlen, sondern in Werken für die Menschen, dann bleibt das immer aktuell.“ Im Hinblick auf die lebendige Erinnerung an Mutter Theresia im von ihr gegründeten Orden sagt Schwester Katharina: „Als Franziskanerinnen begehen wir den Todestag am 6. Februar (1905) als Tag der Anbetung, den Gedenktag üblicherweise mit einer Lichterprozession vom Mutterhaus in die Stadt zur Martinuskirche, die in diesem Jahr aufgrund des Agatha-Tages entfällt, und den Geburtstag am 17. September (1830) mit einem munteren und fröhlichen Schwesterntag im Mutterhaus. Auch unsere Mitschwestern in den USA, in Brasilien und auf den Philippinen verehren Mutter Theresia sehr und begehen jeden dieser Festtage in ihren Ländern. Beim Gedenken an die Selige schauen wir immer wieder auf Taten und Worte und Briefe von ihr und lassen uns von ihr inspirieren.“

Die enge Verbindung von Gebet und Handeln, die der seligen Mutter Maria Theresia ein Anliegen war, hat Erzbischof Hans-Josef Becker im Pontifikalamt zur Seligsprechung thematisiert. Er kennzeichnete die neue Selige des Erzbistums Paderborn als Person, die die „unaufgebbare Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe exemplarisch und vorbildlich in ihrem Leben umgesetzt“ habe. Mutter Maria Theresia habe mit ihrem Leben und Wirken die Sammlung im Gebet und die Sendung zu den Menschen deutlich gemacht.

Reliquiar im Paderborner Dom

Das Wandreliquiar mit Reliquien der seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF hat seinen Platz in der Konrad-Martin-Kapelle des Paderborner Domes gefunden, direkt gegenüber eines Reliquiars der Seligen Mutter Pauline von Mallinckrodt. Die Schauseite des ansonsten aus feuervergoldetem Tombak gearbeiteten Reliquiars ist mit einer doppelseitig gestrahlten Glasscheibe gestaltet, auf der sich Zitate von Mutter Maria Theresia befinden: „Die Freude an Gott ist unsere Kraft“ und „So wie wir beten, leben wir und wie unser Leben, so sind unsere Gebete“.

© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Ein kunstvoll gestaltetes Wandreliquiar mit Reliquien der seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF lädt im Paderborner Dom zu Gebet und Verehrung ein.

Das Reliquiar im Hohen Dom zu Paderborn lädt zum Gebet und zur geistlichen Auseinandersetzung mit der Seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF und ihren Anliegen ein –nicht nur am Gedenktag der Seligen.

Leben und Wirken von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF

Mutter Maria Theresia Bonzel OSF wurde am 17. September 1830 in Olpe geboren. Ihre seit frühester Kindheit empfundene Verbundenheit mit Gott kommt in ihrem lebenslangen Leitsatz „Er (Gott) führt, ich gehe“ zum Ausdruck. 1859/60 folgte sie ihrer Berufung, als Schwester Clara Pfänder zusammen mit ihr und Regina Löser in Olpe die „Kongregation der Franziskanerinnen, Töchter der hl. Herzen Jesu und Mariä“ gründete – mit dem Hauptzweck der ewigen Anbetung und der Sorge für arme Waisenkinder. Nach der Verlegung des Mutterhauses nach Salzkotten im Frühjahr 1863 wurde die in Olpe verbliebene Filiale am 20. Juli 1863 von Bischof Konrad Martin als selbständige Kongregation unter dem Namen „Arme Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung“ anerkannt.

Mutter Maria Theresia Bonzel blieb bis zu ihrem Tod am 6. Februar 1905 ihre Generaloberin. Heute ist der Orden zweimal in den USA vertreten sowie auf den Philippinen und in Brasilien. Große Weitsicht bewies Mutter Maria Theresia Bonzel, als sie 1902 als eine der ersten Frauen eine GmbH gründete, um die Tätigkeit ihres Ordens wirtschaftlich und rechtlich abzusichern: die „Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen“ (GFO). Seit 1995 ist die Maria Theresia Bonzel-Stiftung Trägerin dieser Gesellschaft.

1961 – 2013: Der Seligsprechungsprozess von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF

Am 18. September 1961 wurde der Seligsprechungsprozess für Mutter Maria Theresia Bonzel OSF durch den Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger eröffnet. Ein entscheidender Punkt in jedem Seligsprechungsverfahren ist die Anerkennung eines Wunders. Im Februar 1999 erlitt ein vierjähriger Junge aus der Diözese Colorado Springs (USA) eine lebensbedrohliche Magen-Darm-Erkrankung, bei der die Ärzte nach einer Behandlung über mehrere Wochen und einer drastischen Verschlechterung eine Heilung aus medizinischer Sicht ausschlossen. Die Familie wandte sich in ihrer Sorge an die Schwestern der Olper Franziskanerinnen, die vor Ort lebten, arbeiteten und beteten. Gemeinsam betete die Familie mit den Schwestern zu Mutter Maria Theresia Bonzel um deren Fürsprache bei Gott. Nach kurzer Zeit erholte sich das Kind tatsächlich und konnte vollständig genesen. Im Oktober 2012 wurde dieses Geschehen offiziell als Wunder anerkannt. Am 16. Januar 2013 teilte der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Dr. Andrea Ambrosi aus Rom, dem Generalat der Franziskanerinnen in Olpe mit, dass die zuständige Kommission im Vatikan der Seligsprechung von Mutter Maria Theresia Bonzel zugestimmt hat. Rechtsverbindlich wurde diese Entscheidung schließlich am 27. März 2013, als Papst Franziskus das entsprechende Dekret unterzeichnete.

Homepage zur Seligsprechung

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