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© Manuel Meier-Thieschnieder
© Manuel Meier-Thieschnieder

Schützen schützen Glaube, Sitte, Heimat

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz feiert mit 200 Schützen der Sennebruderschaften Pontifikalamt im Paderborner Dom

Schützenwesen ist Begegnungswesen. Diese Erfahrung teilen die fünf Sennebruderschaften aus Hövelhof, Ostenland, Sande, Sennelager und Stukenbrock-Senne mindestens seit dem marianischen Jahr 1954, als sie erstmals gemeinsam zum Gnadenbild der Trösterin der Betrübten in der Wallfahrtsbasilika in Werl pilgerten. Seitdem sind sie miteinander alle fünf Jahre – mit Ausnahme des Coronajahres 2020 – auf dem Weg, um das Glaubensideal des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gemeinsam zu erleben und zu bezeugen. In diesem Jahr führte ihr Weg am zweiten Fastensonntag zum Paderborner Dom, in dem Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz mit 200 Schützen der Sennebruderschaften ein Pontifikalamt feierte.

© Manuel Meier-Thieschnieder

In seiner Predigt bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, er wünsche den Schützen – wie die Jünger auf dem Berg Tabor im Matthäusevangelium – Stärkung zu finden, um an den Zumutungen des Alltags nicht zu zerbrechen, wenn das Leben keine Höhepunkte, sondern Täler mit sich bringe: Unsicherheiten im Beruf, Konflikte, Druck, der einem nachts die Luft nimmt. Der Paderborner Erzbischof unterstrich: Mit ihren Idealen stünden Schützen für Bindung, für Anstand, für das Miteinander, für eine Heimat, die nicht aus Mauern besteht, sondern aus Menschen, die einander nicht fallen lassen. Schützen würden den Glauben, die gute Sitte, die Heimat schützen, gab der Erzbischof den Schützen der Sennebruderschaften mit auf den Weg.

Mitwirkende

Bereits der feierliche Einzug von sechs Fahnenabordnungen gemeinsam mit dem Paderborner Erzbischof unter den Klängen des „Song of Adoration“, ausgeführt von der Bundesschützenblaskapelle Hövelriege, verlieh dem Pontifikalamt einen beeindruckenden Rahmen. Bezirkspräses Guido Potthoff vom Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof, Militärdekan Jörg Plümper aus München, der auch Präses der Hövelhofer Schützenbruderschaft ist, sowie der Ehrenpräses der Ostenländer Schützen, Pfarrer i. R. Hubert Poschmann, konzelebrierten im Pontifikalamt von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Musikalisch gestaltet wurde das Pontifikalamt von der Bundesschützenblaskapelle Hövelriege sowie von Domorganisten Tobias Aehlig an der Orgel der Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn.

Impulse und Schützenfamilie der Sennebruderschaften

Das Pontifikalamt mit dem Paderborner Erzbischof im Paderborner Dom war der Auftakt des gemeinsamen Einkehrtages. Nach einem Erinnerungsfoto mit dem Paderborner Erzbischof auf den Stufen des Domplatzes zogen die Schützen in einem kurzen Festumzug zum benachbarten Forum St. Liborius, wo persönliches Gespräch und Begegnung mit Erzbischof Dr. Bentz möglich waren. Nach dem Mittagessen vermittelte Professor Dr. Peter Schallenberg von der Theologischen Fakultät Paderborn vielfältige theologische Impulse und gab damit praxisnahe Gedankenansätze. Durch seine dem Theologen und Seelsorger eigene Art des Vortrags, lud er zur persönlichen Reflexion ein und sorgte für Spannung bis zur letzten Minute.

Der an die Impulse von Professor Dr. Schallenberg anschließende persönliche Austausch bot allen teilnehmenden Schützen Gelegenheit zu Begegnung und Geselligkeit, quer über Orts- und Bruderschaftsgrenzen hinweg, die Sennebruderschaften waren als eine große Schützenfamilie erfahrbar. In geselliger Runde wurde der neu gestaltete Einkehrtag reflektiert, Ideen wurden ausgetauscht, die Freude über das gelungene Miteinander wurde deutlich spürbar.

Text: Wolfgang Hansjürgens

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