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© Heiko Appelbaum
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Religionsunterricht ist Kompetenzvermittlung

Übergabe der Missio Canonica bringt 45 Religions-Lehrkräfte zusammen / Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz unterstreicht Bedeutung der Ausbildung

Zweimal jährlich werden im Erzbistum Paderborn zukünftige Religions-Lehrerinnen und -Lehrer entsendet. Mit der feierlichen Übergabe der Missio Canonica endet deren Ausbildung und fortan unterrichten die Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler im Fach Katholische Religionslehre. Das Erzbischöfliche Generalvikariat bietet jedoch weiter Unterstützung. Die Abteilung Religionspädagogik steht den Lehrerinnen und Lehrer während ihrer gesamten Berufslaufbahn mit zahlreichen Fort- und Weiterbildungsangeboten und für Beratungsfragen rund um den Religionsunterricht zur Verfügung. Das war eine zentrale Botschaft der Feierlichen Übergabe-Veranstaltung, die jetzt im Liborianum, dem vom Erzbistum Paderborn getragenen Bildungs- und Tagungshaus in Paderborn, sowie im Hohen Dom stattfand.

Abteilung Religionspädagogik steht mit Rat und Tat zur Seite

Dompropst Monsignore Joachim Göbel, Leiter des Bereiches Schule und Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, nutzte die Gelegenheit, die Teilnehmenden zu begrüßen und sein Team vorzustellen: „Ich freue mich darüber, dass Sie zukünftig als Religionslehrkräfte tätig sind und den heutigen Tag zur Vernetzung nutzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Religionspädagogik stehen Ihnen auch zukünftig mit Rat und Tat zur Seite.“

Der schulische Religionsunterricht kann an Bedeutung gewinnen. Diese Ansicht vertritt Dr. Dennis Lewandowski. „In einer Zeit großer Unsicherheit, die durch gesellschaftliche Verwerfungen in vielen Lebensbereichen gekennzeichnet ist, benötigen die Schülerinnen und Schüler Unterstützung durch engagierte Lehrkräfte. Das Fach Religionslehre kann dazu ermuntern, ein gutes Miteinander zu pflegen und christliche Werte zu leben“, machte der Leiter der Abteilung Religionspädagogik innerhalb des Bereiches Schule und Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn deutlich.

Vernetzung gibt Sicherheit

Die feierliche Übergabe der Missio Canonica ist in dem Kontext ein sichtbares Zeichen für die zukünftigen Religions-Lehrkräfte: Sie erfahren Wertschätzung und bekommen die Gewissheit, nach der intensiven Ausbildung nicht allein gelassen zu werden. „Unsere Abteilung bietet lebenslange berufsbegleitende Unterstützung“, unterstrich Dr. Dennis Lewandowski. „Diese Zusage unseres Erzbischofes Dr. Udo Markus Bentz nehmen wir ernst und stärken damit auch das Wirken der Lehrerinnen und Lehrer – und das gilt für jede Schulform.“

Mit der Übergabe der Missio-Canonica-Urkunde ist die Entsendung in den Schuldienst verbunden – auch das ist eine Besonderheit, die es so in keinem anderen Schulfach gibt. „Als Lehrerinnen und Lehrer sind Sie in dieser Hinsicht privilegiert und für uns wichtige Mittlerinnen und Mittler“, verdeutlichte Dr. Dennis Lewandowski. Die Vernetzung untereinander gebe den Lehrkräften auch nach ihrer Ausbildung an der Hochschule Sicherheit.

Wie vielfältig die weitergehende Unterstützung des Erzbischöflichen Generalvikariates ist, zeigte sich beim Markt der Möglichkeiten der ganztägigen Veranstaltung. Das Forum für Religionslehrkräfte war ein perfekter Treffpunkt und gut besucht.

Im Anschluss an eine Führung durch den Hohen Dom zelebrierte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz dort die gemeinsame Heilige Messe – eingebettet darin war die Übergabe der Missio-canonica-Urkunden.

 

„Sie haben einen wunderbaren Beruf“

„Der Tag ist in doppelter Hinsicht besonders“, begrüßte der Paderborner Erzbischof die Lehrerinnen und Lehrer: „Wir feiern heute das Hochfest Heiligstes Herz Jesu und Ihre Entsendung.“ In seiner Predigt bezog sich Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz auf die Tätigkeit im Schuldienst: „Religionsunterricht ist für mich nicht zuerst religiöse Wissensvermittlung, sondern religiöse Kompetenzvermittlung. Junge Menschen befähigen, zu entdecken, wo und wie sie überall auf die Gottesfrage in ihren Lebensfragen stoßen, also junge Menschen befähigen, die Frage nach Gott in ihrem Leben neu zu stellen. Sich auf die Suche nach ihm zu machen. Sie haben einen wunderbaren Beruf. Sie begegnen jungen Menschen, die neugierig, offen und wach sind – und jungen Menschen, die verletzt, überfordert, abweisend, müde oder wütend sind. Gerade in dieser Spannweite zeigt sich, wie wichtig gute Religionslehrerinnen und Religionslehrer sind: fachlich gut, menschlich gut, geistlich wach, pädagogisch barmherzig.“

Anschließend überreichte der Paderborner Erzbischof den Lehrkräften die Entsendungsurkunden – auch das war ein besonderer Moment für alle Beteiligten, der ihnen dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.

Berufung und Sendung

Die Gründe, Religionslehre in einer Schule unterrichten zu wollen, sind mannigfaltig. Viele junge Menschen sehen in ihrem Beruf eine Berufung. Jana Marxcord aus Hövelhof und Manuel Heße aus Hamm haben ihre Profession gefunden.

 „Es gibt Themen, die beschäftigen Jugendliche religionsübergreifend“

Es geht um Vertrauen. Und darum, ein offenes Ohr zu haben. Wenn Manuel Heße im Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm (Westfalen) vor seinen Schülerinnen und Schülern steht, trifft er auf eine heterogene Gruppe, die den Religionsunterricht zunächst eher kritisch sieht. Der 41-Jährige hat das Ziel, Werte zu vermitteln – und das religionsübergreifend. „Es gibt Themen, die Jugendliche unabhängig vom Glauben gleichermaßen beschäftigen“, sagt Manuel Heße. Dazu gehöre etwa der Tod. „Wenn wir darüber sprechen, wird es plötzlich still und Sprachbarrieren spielen keine Rolle mehr.“

Dass die Vita der Jugendlichen oftmals nicht geradlinig sei, gehöre zum Alltag. Die berufliche Laufbahn von Manuel Heße ist ebenfalls spannend. Auf die Ausbildung zum denkmaltechnischen Assistenten in Soest folgte in Münster ein Architekturstudium, bevor er dort Theologie und Bauingenieurwesen studierte.

Kirchliche Bauwerke sind dann auch oftmals der sprichwörtliche Türöffner im schulischen Kontext: „Gemeinsam eine Kirche zu besuchen und auf die Architektur einzugehen macht Gott begreifbar“, so Manuel Heße.

„Jugendliche freuen sich darüber, gehört zu werden“

Jana Marxcord ist in einem christlich geprägten Umfeld aufgewachsen, war Messdienerin und hat sich seit jeher sozial engagiert. Da lag es für Jana Marxcord aus Hövelhof (Kreis Paderborn) nah, an der Universität Paderborn ein Lehramts-Studium aufzunehmen. Eines der Fächer: Katholische Religionslehre. „Ich habe den Entschluss bisher nicht bereut“, sagt die 30-Jährige. Sie ist bereits als Vertretungslehrerin am Reinhard Mohn Berufskolleg in Gütersloh tätig und hat wahrgenommen, dass „Jugendliche sich freuen, gehört und respektiert zu werden“. Es sei mitunter eine Herausforderung, die verschiedenen Perspektiven wertfrei zu diskutieren und gegenseitiges Verständnis füreinander zu fördern. „Die Unterstützung durch die Abteilung Religionspädagogik ist sehr hilfreich“, sagt Jana Marxcord. „Vor allem die Wozu-Hefte nutze ich gerne und greife die Impulse dann im Unterricht auf.“

Text: Heiko Appelbaum

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