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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Reaktionen auf Missbrauchsfälle

Information und Austausch an neun Orten im Erzbistum Paderborn
Monsignore Dr. Michael Bredeck und die Interventionsbeauftragte Dr. Petra Lillmeier (v.l.) informierten im Gemeindezentrum St. Josef in Castrop-Rauxel Habinghorst über den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch. Foto: pdp / Bodin

Monsignore Dr. Michael Bredeck und die Interventionsbeauftragte Dr. Petra Lillmeier (v.l.) informierten im Gemeindezentrum St. Josef in Castrop-Rauxel Habinghorst über den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch. Foto: pdp / Bodin

Nach dem Bekanntwerden der zahlreichen Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch in der Kirche Tätige wurden verschiedene Maßnahmen zum Umgang mit Fällen von sexueller Gewalt entwickelt. Nach wie vor groß ist der Gesprächs- und Informationsbedarf, besonders bei den hauptberuflichen Beschäftigten im kirchlichen Dienst. Daher hatte das Erzbistum Paderborn zu insgesamt neun Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten eingeladen und Möglichkeiten zum Austausch und zur Information angeboten.

Im Gemeindezentrum St. Josef in Castrop-Rauxel Habinghorst trafen sich dazu am Dienstag, 29. Oktober, Priester und Gemeindereferentinnen und -referenten aus den Dekanaten Unna, Hagen-Witten und Dortmund. Trauer und Bestürzung, Vertrauensverlust und Enttäuschung sowie die Befürchtung, als kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter einem Generalverdacht zu stehen, waren dabei ebenso Themen, wie die Frage, wodurch sich Vertuschung und Verschleierung künftig verhindern ließen.

Im Gespräch mit Dr. Petra Lillmeier, Interventionsbeauftragte im Erzbistum Paderborn, ging es auch um das Verhalten bei konkreten Verdachtsfällen. Während die unabhängigen Kontaktpersonen, die Rechtsanwältin Gabriela Joepen und der Rechtsanwalt Prof. Dr. Martin Rehborn, vor allem Ansprechpersonen für Betroffene sind, koordiniert Petra Lillmeier federführend in einem angezeigten Missbrauchsfall alle notwendigen Maßnahmen. Sie ist die Ansprechpartnerin für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle Fälle, mit denen sie bisher zu tun hatte, bezogen sich auf länger zurückliegende Ereignisse, berichtete Petra Lillmeier. Das liege auch daran, dass Betroffene oft erst nach Jahrzehnten in der Lage seien, über das erlittene Leid zu sprechen.

Auf der anderen Seite gelte es aber auch gegenüber Beschuldigten sensibel zu sein und anzuerkennen, dass die Unschuldsvermutung bis zum Nachweis einer Schuld gelte. „Die Öffentlichkeit unterscheidet oft nicht zwischen Beschuldigtem und Täter“, meinte Monsignore Dr. Michael Bredeck, Leiter der Zentralabteilung Entwicklung im Erzbischöflichen Generalvikariat.

Wichtig war es Petra Lillmeier, zu betonen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch erfahren, dies unmittelbar der jeweiligen Leitungsebene oder direkt an sie melden müssten. So würden es die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz vorsehen. „Ein möglicher Fall sollte nicht erst innerhalb eines Teams besprochen oder auf Plausibilität geprüft, sondern vielmehr zeitnah weitergeleitet werden“, erläuterte sie. Monsignore Bredeck erklärte darüber hinaus, dass die kirchenrechtlichen Bestimmungen dessen, was zu sanktionieren sei, über die durch das Strafrecht erfassten Tatbestände hinausgingen. In der Regel würde ein Beschuldigter bis zur Klärung der Vorwürfe von seinem Dienst suspendiert, ergänzte Petra Lillmeier.

Dadurch und durch die Arbeit eines mit mehreren Personen besetzten Interventionsstabes solle einer Vertuschung entgegengewirkt und der Schutz der Betroffenen realisiert werden. „Wir müssen den Weg einer transparenten Prävention und Achtsamkeit gehen“, betonte Monsignore Dr. Michael Bredeck.

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