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„Rauch bedeckter Himmel war bedrückend“

Paderborner Christopher Müller erlebt im „freiwilligen Jahr“ die Buschbrände in Australien.

Paderborner Christopher Müller erlebt im „freiwilligen Jahr“ die Buschbrände in Australien

Der Paderborner Christopher Müller lebt derzeit im australischen Bendigo, etwa zwei Stunden nördlich von Melbourne entfernt. Als er sich für eine Art „Missionar auf Zeit“ – aber selbstorganisiert und unterstützt von Weihbischof Matthias König – entschieden hatte, konnte er nicht ahnen, dass verheerende Brände Australien verwüsten  würden.

Bendigo liegt direkt im Zentrum der Diözese Sandhurst. Die Partnerdiözese des Erzbistums Paderborn umfasst  die gesamte Region des nordöstlichen Teils des Bundesstaates Victoria . Hier wüteten die Brände wochenlang.  „Die entstandenen Schäden fallen aufgrund der Größe der Diözese allerdings sehr unterschiedlich aus“, konnte sich auch Christopher Müller einen Einblick verschaffen. Bendigo, in der der Paderborner die meiste Zeit seines Aufenthalts verbringt, habe zwar zwei Feuer in und um die Stadt erlebt, der Stadtkern sei jedoch weitestgehend von den Bränden verschont geblieben.

Große Schäden auf Hof und Grund

Die ländlicheren Regionen litten mehr unter den Feuern und deren Folgen. Landwirte haben Ländereien und sogar ihre Häuser verloren. „Bei einem Brand in einem Vorort  Bendigos brauchte die Feuerwehr über dreißig Löschfahrzeuge und sogar einen Helikopter, der aus der Luft zur Brandbekämpfung beisteuerte“, berichtet Christopher Müller. Die Schäden, die das Feuer auf Hof und Grund sowie auch in der einzigartigen Natur Australiens hinterlassen hätten, machten betroffen und wirkten sich massiv auf das Leben der Bevölkerung aus. Vor allem Flora und Fauna sind zerstört.

Katholische Schulen in betroffenen Regionen

Zum Glück hat Christopher Müller in Bendigo von den entfernten Bränden wenig mitbekommen, dennoch sei der mit Rauch bedeckte Himmel bedrückend genug gewesen. „An diesen Tagen war es sehr stickig und zu der extremen Hitze kam ein zweiter Grund, im klimatisierten Haus zu bleiben. Ganz ohne Feuererfahrung blieb ich allerdings nicht. So war mein derzeitiges Zuhause nur drei Kilometer von dem Großbrand in North-Huntly entfernt, so dass wir – meine Gastfamilie und ich – uns schon auf den Fall einer Evakuierung vorbereitet haben. Dazu sollte es am Ende aber nicht kommen, nur der Strom ist ab und zu ausgefallen.“

Kollekte für die Opfer

Die katholische Kirche hatte am nationalen Feiertag „Australia Day“ (26. Januar) zu einer gesonderter  Kollekte für die Opfer der Buschfeuer eingeladen Auch Privatspender, so konnte Müller in Erfahrung bringen, helfen weiter, indem sie zum Beispiel Kindern den Schulweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen und auch betroffene Familien unterstützen.

In den am stärksten betroffenen Regionen im Bistum Sandhurst, unterhält die Catholic Education Sandhurst vier Schulen: Sacred Heart Primary School in Corryong, St. Michael’s Primary School in Tallangatte und St. Mary’s Primary School in Myrtleford (jeweils für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren) und Marian Secondary College in Myrtleford (12 bis 18 Jahre). Die Schulen wurden durch die Brände nicht beschädigt. Für die Behörden und Pädagogen bleibt jedoch die Hauptaufgabe, die psychologischen Auswirkungen der Brände mit den jungen Menschen zu verarbeiten. Angst vor den sich nähernden Flammen, Verlust von Eigentum und das Sterben der vielen Wildtiere, haben Spuren hinterlassen.

Fragen an Christopher Müller

Redaktion

Fühlen Sie sich wohl in Bendigo?

Christipher Müller

Ein paar Familien aus der Gemeinde haben mir angeboten, mit ihnen zu leben und so wechsele ich jeden Monat meine Unterkunft und lerne neue, spannende Menschen in Bendigo kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von einem älteren Paar mit Heimkino bis hin zur Großfamilie auf einer Farm – es ist alles dabei.

Redaktion

Wie haben Sie den Weg nach Australien gefunden?

Müller

Eine Organisation steht nicht hinter meinem Aufenthalt hier. Im Vergleich zu vielen meiner Freunde, die ihre Reise über „Mundus“ organisiert haben, falle ich aus der Reihe und habe mir alles selbst organisiert.

Frage

Was hat Sie nach Australien geführt?

Müller

Für mich war nach langer Überlegung klar, dass ich alleine in ein englischsprachiges Land möchte, deren Kultur und Landschaft im Vergleich zu Deutschland anders ist. Ein Land,  in dem ich womöglich kein zweites Mal in meinem Leben für so eine lange Zeit leben werde. Deshalb und aus diversen anderen Gründen wollte ich unbedingt nach Australien. Aber eben nicht als einer der vielen deutschen Backpacker, weil mir dabei die Nähe zu dem Land und das soziale Engagement fehlt. Ich wollte nicht nur reisen, sondern eine zweite Heimat finden. Durch Freunde und meinen älteren Bruder Dominik, der sein Auslandsjahr vor sechs Jahren im Senegal über „MAZ“ organisiert hat, habe ich auch ohne Organisation versucht, das gleiche Konzept beizubehalten: In einer katholischen Gemeinde arbeiten und zu leben.

Redaktion

Wie haben Sie dann Kontakt gefunden?

Müller

Müller: Da es keine Organisation gab, die meinen Vorstellungen entsprach, habe ich mich mit unserem Weihbischof Matthias König in Verbindung gesetzt und nach möglichen Kontakten nach Australien gefragt. Er hat mir dann von Bendigo und der besonderen Verbindung zu Paderborn erzählt. Nachdem der damalige Bischof Sandhursts grundlegendes Interesse an so einem Austausch bekundet hatte, folgten für mich einige Monate an Organisation, die mich ganz ehrlich auch so manche Nerven gekostet haben. Am Ende hat allerdings, auch auf unkonventionelle Art und Weise, alles gut geklappt. Ich bin glücklich und dankbar für die Zeit, die ich hier verbringen darf und die Menschen kennenlernen kann.

Redaktion

Ihre Aufgaben vor Ort?

Müller

Am Montag und Dienstag arbeite ich für die Father Rob Galea (FRG) Ministry, die sich rund um den heimischen Priester Rob Galea dreht, der unter anderem mit christlichem Pop auf der ganzen Welt tourt. Eines der anderen Bausteine der FRG Ministry ist sein Podcast, der „Catholic Influencers Podcast“. Da komme ich ins Spiel. Ich kümmere mich nämlich um den Schnitt, schreibe das Transkript, lade alles auf YouTube hoch und kümmere mich neben Social Media um alles, was sonst noch so ansteht.

Redaktion

Und ihr zweites Feld?

Müller

Müller: Von Mittwoch bis Freitag arbeite ich auf der anderen Seite der Straße in der „Youth Ministry“, die sich um die Jugendarbeit in der großen Diözese kümmert. Hier organisieren wir Jugendevents für die katholische Jugend, andere Aktivitäten und auch hier bin ich für die neuen Medien zuständig. Manchmal spreche ich auf den Events oder schreibe einen Artikel für die Zeitung der Diözese. Beides kommt mir und meinem Berufswunsch Journalist/Moderator sehr entgegen.

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