Mehr als ein Konzept auf Papier
„Jedes der vergangenen 15 Jahre ist kostbar und steht für den Weg, auf dem wir Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernommen haben“, betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seinem Grußwort. Um den Auftrag der Prävention zu erfüllen, brauche es glaubwürdige Zeugen und eine glaubwürdige Organisation. „Das geschehene Unrecht muss uns sensibilisieren auf Zukunft hin. Im Blick auf das, was es dafür braucht, sind die Betroffenen unsere Lehrer.“
Aus einer Kultur des Wegsehens sei eine Kultur der Achtsamkeit geworden, die die Organisation Kirche immer weiter durchdringe, so der Paderborner Erzbischof weiter. Die erreichte Enttabuisierung mache sprachfähig: „Sprache schafft Wirklichkeit“, erklärte Erzbischof Dr. Bentz. „Auch Schweigen schafft eine Wirklichkeit, aber keine lebensfähige.“
Erzbischof Dr. Bentz dankte allen, „die in den vergangenen Jahren mit Überzeugung, Fachkompetenz und großem Engagement daran gearbeitet haben, Schutzräume zu schaffen“. Alle Beteiligten hätten dazu beigetragen, dass Prävention im Erzbistum Paderborn mehr sei als ein Konzept auf Papier. „Kirche wird in der Gesellschaft allmählich als Vorreiter im Umgang mit sexualisierter Gewalt wahrgenommen. Wir wollen als Kirche eine lernende Organisation bleiben“, charakterisierte auch Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz die Präventions-, aber auch die Interventionsarbeit als kontinuierliche Lernprozesse.