Im einleitenden Impuls berichtete Domkapitular Theo Paul, ehemaliger Generalvikar des Bischofs des Bistums Osnabrück, von Erfahrungen mit dem Einsatz ausländischer Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhaus. Theo Paul war bis 2021 lange Jahre Vorstandsvorsitzender des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschland. Der ehemalige Generalvikar betonte, das deutsche Gesundheitssystem sei auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Die Offenheit gegenüber diesen Personen sei daher eine wichtige Grundhaltung. Es brauche eine Willkommenskultur, Qualifikationsprogramme und transparente arbeitsrechtliche und tarifliche Standards für ausländische Fachkräfte. Dazu gehören auch „partnerschaftliche Anwerbeabkommen auf Augenhöhe“, damit der Einsatz von Fachkräften nicht zu Lasten der Herkunftsländer geschehe. Domkapitular Paul verwies zu diesen Ansprüchen auf erfolgreiche Projekte der Caritas Paderborn und des Bistums Osnabrück.
Klimawandel und Fluchtbewegungen
Wenig beachtet ist der starke Anstieg der Migrationszahlen aufgrund der Folgen des Klimawandels. Die stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrates Integration und Migration, Professorin Dr. Birgit Leyendecker von der Ruhr Universität Bochum, wies in ihrem Vortrag daraufhin, dass die internationalen Regelungen der Flüchtlingsrechte hier nur bedingt greifen. Sie stellte die Vorschläge im Jahresgutachten 2023 des Sachverständigenrates abgestufter Aufenthaltsrechte bei klimawandelbedingter Migration vor. Die Ausgestaltung von entsprechenden „Klimapässen“ sei komplex. Zu beachten sei das Recht, (in der Heimat) zu bleiben. Dies erfordere schnelle Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in den Ländern des Südens.