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© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Pfingsten: Wofür brennst du?

Heiliger Geist gegen den Geist der Brandstifter / Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zelebriert am Pfingst-Sonntag Pontifikalamt im Paderborner Dom / Geburtsfest der Kirche

„Der Geist Gottes setzt die Welt nicht in Brand, er entfacht ein Feuer der Liebe in den Herzen der Menschen. Heiliger Geist wirkt von innen her“, bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt im Pontifikalamt zum Hochfest Pfingsten, das er im Hohen Dom zu Paderborn feierte. „Dem Feuer der Menschenverachtung stellen wir das Feuer der Menschenwürde entgegen. Dem Feuer der Lüge und des ‚Me first‘ das Feuer der Wahrheit. Dem Feuer der Angst das Feuer des Vertrauens. Dem Feuer der Resignation das Feuer der Hoffnung“, rief der Paderborner Erzbischof den Menschen zu. Das festliche Pontifikalamt am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, feierte Erzbischof Dr. Bentz mit zahlreichen Gläubigen im Paderborner Dom, es wurde im Livestream übertragen. An Hochfest Pfingsten gedenkt die Kirche der Sendung des Heiligen Geistes und begeht ihr eigenes Geburtsfest: Die Entstehung der Kirche.

Heute sei sehr wohl bekannt, wie brennbar die Welt und wie brennbar Worte seien, entfaltete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Pfingstgottesdienst. Ein Gerücht, ein Social-Media-Post, ein Satz, der Menschen verächtlich mache, „und schon greift etwas um sich“, schnell werde aus Angst Hass, aus Frust Verachtung, aus Kritik Zynismus, aus Identität Abgrenzung. Dabei kämen die heutigen Brandstifter nicht immer mit Benzinkanistern, warnte der Paderborner Erzbischof. „Manche kommen mit einfachen Erklärungen, manche mit der Lust an der Eskalation, manche mit religiöser Überheblichkeit, manche mit politischem Nationalismus, manche mit dem Geschäftsmodell Empörung, manche sagen: Ich zünde doch gar nichts an, ich stelle nur Fragen, ich sage doch nur, was man ja wohl noch sagen darf.“

Feuer – Gaben des Heiligen Geistes

Auch „Pfingsten“ hantiere mit Feuer, Heiliger Geist werde in der Bibel durch das Bild der Feuerzungen beschrieben, verdeutlichte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt. Die Gaben des Heiligen Geistes seien jedoch Geduld, Mut, Stärke, Freundlichkeit. Insbesondere die Gabe der Unterscheidung, der rechten Unterscheidung, sei in der Gegenwart besonders entscheidend, betonte der Paderborner Erzbischof: „Welches Feuer ist vom Geist? Und welches Feuer frisst nur?“ Der Geist Gottes komme als Heiliger Geist, sei „Feuerzunge“, komme als „Zunge“, Sprache, Stimme, als Fähigkeit, sich mitzuteilen, als Mut, aus der Verschlossenheit herauszutreten, als Gabe, nicht nur zu reden, sondern so zu sprechen, dass andere es auch verstehen können.

„Wofür brennst du?“

Mit dem pfingstlichen Gebet „Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in uns das Feuer deiner Liebe.“ werde Gott nicht um „ein bisschen schöne religiöse Stimmung“ gebeten, vielmehr gehe es darum, unser menschliches Herz zu erfüllen, zu reinigen, zu entzünden. „Wir bitten um ein lebendiges Feuer, das in uns brennt“, rief Erzbischof Dr. Bentz den Gottesdienstteilnehmenden zu. „Wir müssen selber brennen für die Botschaft. Sonst glaubt uns am Ende niemand mehr. Nicht, weil wir zu wenig Programme hätten. Sondern weil man spürt, ob in uns etwas brennt.“

kraftvoll und sanft – klar und souverän

Das Wirken des Heiligen Geistes sei zugleich kraftvoll und sanft, stellte Erzbischof Dr. Bentz heraus. Diese Kombination von kraftvoll und sanft sei wesentlich, denn Kraft ohne Sanftheit werde zu Gewalt, Sanftheit ohne Kraft zu Harmlosigkeit. Doch Geist Gottes sei weder brutal noch belanglos. „Wenn wir also als Kirche heute aus dem Geist heraus Stellung beziehen zu den brennenden Fragen der Menschen und unserer Gesellschaft, dann braucht es genau das: kraftvoll und klar einzustehen, und zu sagen, was geht und was nicht. Aber eben sanft: nicht mit empörender Polemik. Polemiker haben wir genug. Das hilft nicht. Sondern mit einem Gespür dafür, wie ich etwas sagen kann, damit es auch wirkt“, konkretisierte der Paderborner Erzbischof. „Kraftvoll und sanft. Klar und souverän. So wünsche ich mir die Stimme der Kirche in der Aufregung unserer Zeit.“

geistbegabt mit dem Feuer der Liebe

„Jede und jeder von uns ist geistbegabt mit dem Feuer der Liebe, der Sanftmut und der Kraft. In jedem von uns brennt dieses Feuer, weil wir als Getaufte und Gefirmte Gottes Geist haben“, unterstrich Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zum Abschluss seiner Predigt. Deshalb sei jede und jeder wichtig, komme es darauf an, „das, was in uns brennt“ auch zu bezeugen im eigenen Lebensumfeld. Erzbischof Dr. Bentz stellte heraus: „Gottes Geist entzündet das Feuer der Liebe in den Debatten unserer Zeit nicht nur durch die offiziellen Stimmen der Kirche. Die Debatten unserer Gesellschaft werden heute zu einem guten Teil auch entschieden an den Stammtischen, Arbeitsplätzen, Treffpunkten des Alltags! Dort gilt es zu entzünden, was in uns brennt!“

Das Wir des Geistes

Ausgehend vom biblischen Pfingstbericht erinnerte Erzbischof Dr. Bentz daran: „Auf jeden und jede eine Feuerzunge. Nicht einer besitzt das Feuer für alle. Nicht eine Gruppe hat den Geist gepachtet. Nicht eine Stimme ersetzt alle anderen. Der Geist verteilt sich. Und gerade so schafft er Einheit.“ Dieses durch den Heiligen Geist entstehende „Wir“ sein ein anderes „Wir“ als das „Wir der Brandstifter“. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz: „Das Wir der Brandstifter entsteht durch Feindbilder. Das Wir des Geistes entsteht durch Gaben. Das eine braucht Gegner, um sich zu spüren. Das andere braucht den anderen, um ganz zu werden.“ „Nicht ein Wir gegen die anderen. Sondern ein Wir für diese Welt, die so brennbar ist. Ein Wir für die Kirche, die neu entzündet werden muss.“

Pfingsten: Rückblick und Erneuerung

Pfingsten bedeute Erneuerung und Bewegung, betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz bereits am Beginn des Pfingstgottesdienstes im Paderborner Dom. Pfingsten sei nicht allein Rückblick auf den Anfang und den Geburtstag der Kirche, vielmehr auch Erneuerung. Es komme darauf an, sich so an den Anfang zu erinnern, dass auch heute etwas in Bewegung komme, forderte der Paderborner Erzbischof. Diese Erneuerung und Bewegung führe – wie bereits beim biblischen Pfingsten – von innen nach außen. „Pfingsten bewegt, erneuert, leitet uns auch heute.“

Mitwirkende

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stand dem Pontifikalamt am Pfingstfest im Paderborner Dom vor. Weihbischof Hubert Berenbrinker und Offizial Markus Stadermann konzelebrierten. Der Konzertchor der Mädchenkantorei am Paderborner Dom, Musikerinnen und Musiker des Orchesters Camerata Paderborn unter der Gesamtleitung von Domkantor Patrick Cellnik und Emanuela Musso als Assistenz der Mädchenkantorei sowie Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch.

Stichwort: Pfingsten

Pfingsten ist das christliche Fest, das Jahr für Jahr genau 49 Tage nach Ostern gefeiert wird. Pfingsten bildet damit den 50. Tag der Osterzeit. Das Pfingstfest steht für den Tag, an dem der Heilige Geist auf die Jünger Jesu – die Apostel – herabkam und ihnen die Kraft und die Fähigkeit gab, die Botschaft Jesu Christi in die Welt zu tragen. Deshalb gilt Pfingsten auch als „Geburtstag der Kirche“. Pfingsten ist weltweit ein wichtiger Feiertag für Christinnen und Christen und stellt die große Bedeutung des Heiligen Geistes im christlichen Glauben heraus.

Weitere Informationen zum Hochfest Pfingsten finden Sie hier.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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