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Perspektiven und Herausforderungen der Glaubensgemeinschaft in einer säkularen Welt

Weihbischof König ruft Ordensmitglieder in Schwerte zu Mut und Zuversicht auf

Unter dem Motto „Den Horizont weiten“ kamen am Samstag Mitglieder und Gäste des Ordens des Heiligen Grabes zu Jerusalem zu einem Einkehrtag in der Katholischen Akademie Schwerte zusammen. Eingeladen hatte Dr. Hans-Jürgen Schlinkert, leitender Komtur der Dortmunder Komturei, und rund sechzig Personen folgten dieser Einladung, darunter Ordensmitglieder aus den westfälischen Komtureien Dortmund, Paderborn, Meschede und Münster sowie deren Angehörige und Gäste. Provinzpräsident Michael Fischer begrüßte die Anwesenden und erinnerte daran, dass die Liebe die Grundlage für den Dienst am Nächsten sein sollte.

Impulsgeber Weihbischof König: „Mutmacher des Glaubens sein“

Als Impulsgeber des Tages nahm Weihbischof Matthias König die Teilnehmer mit auf eine gedankliche Reise in die Herausforderungen der Kirche heute und erinnerte an den Sendungsauftrag im Matthäus-Evangelium, der Orientierung für die weltweite Mission der Kirche sei. Weihbischof König skizzierte die Situation der deutschen Kirche in Zeiten der Säkularisierung. „Der Mauerfall vor 35 Jahren wurde von einer Hoffnung auf eine missionarische Erneuerung Europas begleitet“, so König. „Doch die Realität sah anders aus – Säkularisierung und Abkehr vom Glauben prägten zunehmend die Gesellschaft.“ Trotz dieser Herausforderungen ermutigte Weihbischof König die Ordensmitglieder, als Teil einer weltweiten Gemeinschaft im Alltag zu „Mutmachern des Glaubens“ zu werden.

Historische Perspektive auf Säkularisierung und Mission

Am Nachmittag beleuchtete Weihbischof König die Säkularisierungserfahrungen im 19. Jahrhundert, die zu einem neuen Aufbruch und zu fruchtbringenden Missionsbestrebungen führten. Damals entstanden viele Frauenkongregationen und Missionsvereine, die sich für Bildung und Gesundheitsversorgung einsetzten und bis heute das kirchliche Engagement prägen. Die Missionsarbeit war von einem tiefen Respekt für lokale Kulturen und dem Willen zur „Inkulturation des Glaubens“ geprägt. Der Weihbischof erinnerte auch an das Engagement deutscher Auslandsgemeinden, die weltweit eine spirituelle Heimat für Deutsche bieten.

Die Weltkirche in Deutschland: Chancen und Herausforderungen

Im abschließenden Teil des Tages ging es um die Frage, wie das internationale Engagement der Kirche in die lokalen Gemeinden zurückwirken kann. Durch die Migrationsbewegungen sind viele deutsche Gemeinden multikulturell geprägt. Besonders die Krankenpflege und pastorale Dienste profitieren von Unterstützungskräften aus Asien und Lateinamerika. Der Austausch bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, die durch kulturelle Sensibilisierung auf beiden Seiten bewältigt werden sollen.

„Welt aus den Fugen“ – Gottes Plan in einer unsicheren Welt

Der Einkehrtag endete mit einer Messfeier mit Weihbischof König und dem Dortmunder Prior, Propst Roland Falkenhahn. In seiner Predigt betonte Weihbischof König, dass auch in einer „Welt aus den Fugen“ – ein Zitat des Journalisten Peter Scholl-Latour – Gottes Plan Bestand hat. Den Auftrag der Ordensmitglieder sieht er darin, Zuversicht und Hoffnung in die Welt zu tragen und besonders in Konfliktgebieten des Nahen Ostens für Frieden zu beten und zu wirken.

Im November 2026 wird der nächste Einkehrtag der westfälischen Komtureien von der Paderborner Komturei St. Meinwerk unter der Leitung von Dr. Thomas Hamm ausgerichtet.

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