Opfer benötigen eine schnelle, humanitäre Lösung
Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn appelliert an die Bundesrepublik Deutschland und an die Europäische Union, unverzüglich eine humanitäre Lösung für die Flüchtlinge an der belarussisch-polnischen Grenze herbeizuführen. „Darüber hinaus müssen humanitäre Organisationen Zugang zu den Flüchtlingen erhalten, um sie mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen“, fordert Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, der auch Flüchtlingsbeauftragter des Erzbistums Paderborn ist.
Lüttig weist auf ein gemeinsames Wort der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland hin, wonach sich die Migrationspolitik an der Würde des Menschen orientieren müsse. „Die gegenwärtige Situation an der belarussisch-polnischen Grenze stellt Europa die Frage, wie menschenwürdig seine Migrationspolitik ist.“
Notlage muss entschärft werden
Die teilweise gewaltsame Abwehr von Flüchtlingen durch Polen, aber auch durch die baltischen Staaten sowie zunehmend auch durch die Ukraine, wie auch die Instrumentalisierung der Flüchtlinge durch Belarus kritisiert Lüttig scharf: „Das Leben der Flüchtlinge, die im Niemandsland ausharren, wird bewusst aufs Spiel gesetzt. Sie irren im Grenzgebiet umher und sind der Verelendung und der Kälte ausgeliefert.“
Trotz aller Ränkespiele auf Seiten von Belarus und möglicherweise Russland seien die Flüchtlinge als „Nächste“ zu sehen. Darin stimme er dem Direktor der Caritas Polen, Marcin Izycki, zu: „Jeder Mensch, egal woher er kommt, ist uns Schwester und Bruder. Das spornt uns an, jede Anstrengung auf uns zu nehmen, um zu helfen.“
Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig appelliert: „Wir bitten die Verantwortlichen eindringlich, alles Menschenmögliche zu tun, um die Notlage der Flüchtlinge zu entschärfen.“