Mit einem gut besuchten ökumenischen Gottesdienst und einem anschließenden Empfang haben die evangelische und die katholische Kirche in Dortmund am Reinoldustag 2026 ein gemeinsames Zeichen für Zusammenhalt, Menschenwürde und einen respektvollen gesellschaftlichen Diskurs gesetzt. Der diesjährige Reinoldustag stand am Donnerstagabend (22. Januar 2026) unter dem Thema „Stadtbilder – Bilder unserer Stadt“.
Gäste aus Politik, Kirche und Stadtgesellschaft
Die Gäste in der Reinoldikirche wurden von Propst Andreas Coersmeier begrüßt. Er hieß unter anderem die Abgeordneten des Bundes-, des Landes- und des Europaparlaments willkommen, ebenso Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft. Besonders begrüßte der Propst die Haupt- und Ehrenamtlichen in den christlichen Kirchen, in Caritas und Diakonie und an vielen weiteren Orten gesellschaftlichen Engagements sowie Vertreterinnen und Vertreter der anderen Religionen. Im weitern Verlauf des Abends hieß er außerdem den Dortmunder Oberbürgermeister Alexander Kalouti willkommen, der vom Deutschen Städtetag aus Dresden angereist war.
Gesellschaftspolitisches Statement der Kirchen
Im Anschluss an den Gottesdienst hielt Superintendentin Heike Proske ein gesellschaftspolitisches Statement im Namen beider Kirchen. Ausgangspunkt war der biblische Gedanke der Gottesebenbildlichkeit aller Menschen. „Die Menschenwürde ist aus kirchlicher Sicht nie verhandelbar“, betonte Proske. Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Debatten warb sie für Empathie und Perspektivwechsel: „Das wahre Bild der Dinge entsteht erst, wenn wir sie durch die Augen eines anderen betrachten.“
Klare Positionierung für Demokratie und Zusammenhalt
Die Kirchen bekannten sich in dem Statement klar zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und einem solidarischen Miteinander in der Stadt. Zugleich unterstrichen sie ihre Verantwortung, sich einzumischen, wenn Menschen ausgegrenzt oder herabgewürdigt werden. „Die Aufgabe der Zivilgesellschaft und der Kirchen ist es, immer wieder klar Position zu beziehen für Demokratie, Rechtsstaat und die Menschenwürde“, erläuterte Heike Proske.