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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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„Nur wer vertraut, hat Zukunft!“

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz ruft zu Vertrauen auf / Pontifikalamt im Hohen Dom, Prozession durch die Paderborner Innenstadt und Empfang des Erzbistums am Libori-Sonntag

„Wir leben nicht vom Misstrauen, wir leben vom Vertrauen! Nur wer vertraut, hat Zukunft!“, bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Pontifikalamt am Sonntag des Libori-Festes, 27. Juli 2025. Der Paderborner Erzbischof stand der Heiligen Messe zum Hochfest des heiligen Liborius – Patron von Erzbistum, Dom und Stadt Paderborn – vor, zahlreiche Bischöfe aus der Weltkirche und Deutschland konzelebrierten, viele Gläubige füllten den Hohen Dom zu Paderborn. Nach dem Pontifikalgottesdienst wurden das Allerheiligste und der vergoldete Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius in einer Prozession durch die Paderborner Innenstadt getragen. Beim Empfang des Paderborner Erzbischofs für geladene Gäste aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Kultur im Bildungs- und Tagungshaus Liborianum kennzeichnete Erzbischof Dr. Bentz den heiligen Liborius als Brückenbauer, „zwischen den Diözesen Le Mans und Paderborn, aber auch in die ganze Welt hinein“. Durch die Live-Übertragung in Bild und Ton konnten Interessierte weltweit den Gottesdienst mitfeiern, erstmals wurde das Libori-Pontifikalamt im Dom „gebärdet“, so dass auch Menschen mit entsprechender Einschränkung aktiv mitfeiern konnten.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stand dem Pontifikalamt am Libori-Sonntag vor, das er in Konzelebration mit Bischöfen aus der Weltkirche zelebrierte.

Das Vertrauen von Menschen in die Zukunft sei heute angeschlagen, analysierte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt im Festgottesdienst. Viele der gesellschaftlichen und politischen Diskussionen seien eher von Misstrauen als von Vertrauen geprägt. Manche politischen Kräfte würden aktiv Misstrauen schüren, eine Empörungskultur zelebrieren, ohne selbst konstruktive Lösungen zu bieten. Im Blick darauf mahnte der Paderborner Erzbischof: „Unsere Existenz meistern wir nur im ‚Wir‘!“. Wirkliche Verantwortung für das Miteinander übernehme nur, wer Vertrauen stärke.

Vertrauen stark machen!

Die Komplexität des Lebens, die Unüberschaubarkeit für den Einzelnen, erfordere die Bereitschaft, einander Vertrauen zu schenken, unterstrich Erzbischof Dr. Bentz. Vertrauen ermögliche Freiheit und fördere Eigenverantwortung. Ausgehend vom Leitwort des diesjährigen Libori-Festes bekräftigte der Paderborner Erzbischof: „Alle gesellschaftlichen Kräfte tragen Verantwortung dafür, das ‚Vertrauen ins Morgen‘ stark zu machen! Als Kirche wollen und können wir uns – gemeinsam mit den anderen inmitten der Gesellschaft – dafür engagieren!“. „Vertrauen ins Morgen“ bedeute zudem, „gegen einen Generationenegoismus eine generationenübergreifende Verantwortung zu leben“. Die aktuelle Generation dürfe nicht nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ oder „für uns reicht es noch“ handeln. Vertrauen ins Morgen werde stark durch eine generationenübergreifende Verantwortung füreinander – im Glauben und im gesellschaftlichen Miteinander. Es komme darauf an, heute Verantwortung zu übernehmen, damit die junge Generation morgen gute Rahmenbedingungen habe.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Am Paderborner Rathaus spendete Weihbischof Josef Holtkotte den sakramentalen Segen. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, die bischöflichen Gäste und zahlreiche Gläubige begleiteten die Prozession durch die Paderborner Innenstadt.

Verantwortung übernehmen und Vertrauen schöpfen

An zahlreichen Orten des Erzbistums Paderborn sei zu erleben, wie sehr sich Kirche verändere, Bisheriges nicht mehr trage, manches hohl geworden und nicht mehr mit Leben gefüllt sei, vieles abbreche, vertiefte Erzbischof Dr. Bentz. Der Paderborner Erzbischof betonte im Hinblick auf den aktuellen Bistumsprozess: „Unserer Verantwortung heute für ein Vertrauen ins Morgen werden wir als Kirche dann gerecht, wenn wir aktiv und mutig diesen Gestaltwandel anpacken“. Zum Abschluss seiner Predigt appellierte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz: „Liborius ist und bleibt ein ‚Hoffnungsanker‘ für Paderborn. Ich habe den Wunsch und die Hoffnung: Lasst uns Libori so feiern, so dass wir aus dem Erlebnis dieser Tage neuen Mut für ein ‚Vertrauen ins Morgen‘ schöpfen!“.

Christus und Liborius in die Welt hineintragen

Nach dem Pontifikalamt im Dom wurden das Allerheiligste in einer Monstranz und die Reliquien des heiligen Liborius im vergoldeten Libori-Schrein in einer Prozession durch die Paderborner Innenstadt getragen – zudem trugen Schützen bei der Prozession drei Reliquiare. Die Gläubigen begleiteten „ihren“ Schutzpatron durch die Straßen, vorbei an Besuchern des Pott-Markts und an Menschen, die den Sonntagvormittag in den Cafés verbrachten. Dem von den Schreinträgern der Libori-Bruderschaft geschulterten Reliquienschrein wurde ein Fächer aus Pfauenfedern vorangetragen – dieser erinnert an den Pfau, der laut Überlieferung der Prozession vorangeflogen sein soll, in der im Jahr 836 die Reliquien des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn überführt wurden.

Vor dem Paderborner Rathaus spendete Weihbischof Josef Holtkotte mit dem Allerheiligsten den sakramentalen Segen. Anschließend führte die Prozession zurück in die Paderborner Bischofskirche, wo der Reliquienschrein mit den Reliquien des heiligen Liborius wieder im Hochchor zur Verehrung aufgestellt wurde.

Empfang – Verbindendes, das Trennendes überwindet

Im Anschluss an die Prozession kamen geladene Gäste aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Kultur beim Empfang des Erzbistums Paderborn im Bildungs- und Tagungshaus Liborianum zusammen. „Wir feiern Liborius als Heiligen, der Brücken baut – zwischen den Diözesen Le Mans und Paderborn, aber auch in die ganze Welt hinein“, betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. „Das Verbindende, das Trennendes überwindet, muss unser Vorbild sein, nicht nur in der Kirche, sondern auch in unseren gesellschaftlichen Kontexten. Konsens statt Konflikt, Dialog statt Konfrontation – das ist der Weg, der Zukunft hat und Vertrauen stiftet“, bekräftigte der Paderborner Erzbischof in seiner Ansprache. Hoffnung und Gottvertrauen würden dazu motivieren, christlich zu leben. Erzbischof Bentz rief den Gästen des Empfangs zu: „Wer Hoffnung in Gott hat, kann getrost Vertrauen ins Morgen haben – und dieses Morgen mitgestalten.“

Reliquiare im Dom und bei der Prozession

Während des Pontifikalamtes standen drei Reliquiare aus dem Besitz des Fürstenhauses Salm-Salm im Altarraum des Paderborner Domes. Das Fürstenhaus hat eine besondere Beziehung zum Patron des Domes, des Erzbistums und der Stadt Paderborn, so dass der Hochmeister des katholischen Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Dr. Emanuel Fürst zu Salm-Salm, den Gottesdienst mitfeierte: Ein Vorfahre des Fürsten – Wild- und Rheingraf Philipp Otto zu Salm – hatte1622 die Rettung der Liborius-Reliquien bewirkt, nachdem Christian von Braunschweig diese geraubt hatte. Ohne diesen Einsatz für die Rückgewinnung und ohne dessen Bereitschaft, sie nach Paderborn zurückzugeben, wären die Reliquien verloren gewesen. Die Gemahlin von Philipp Otto zu Salm, Herzogin Christiane von Croy, hat die Verehrung des Heiligen sehr befördert, so dass die Fürstenfamilie zu Salm bis heute eine enge Verbindung zum heiligen Liborius pflegt. Das Erzbistum bleibt der Fürstenfamilie wegen der Rettung der Reliquien zu Dank verpflichtet. Auch während der Prozession durch die Stadt wurden vor dem vergoldeten Reliquienschrein mit den Reliquien des heiligen Liborius von jeweils zwei Schützenbrüdern des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Reliquiare mit Reliquien aus dem Besitz des Fürstenhauses Salm-Salm getragen.

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Beim Empfang des Erzbistums Paderborn kennzeichnete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz den heiligen Liborius als Brückenbauer, „zwischen den Diözesen Le Mans und Paderborn, aber auch in die ganze Welt hinein“. V.l.n.r.: Generalvikar Thomas Dornseifer, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Bischof Dr. Jean-Pierre Vuillemin (Le Mans), Generalvikar Dr. Michael Bredeck.

Libori-Fest

Alles begann damit, dass der Bischof des französischen Bistums Le Mans im Jahr 836 dem noch jungen Bistum Paderborn die Gebeine des heiligen Liborius als Geschenk überließ. Darauf gründet eine bis heute lebendige Freundschaft zwischen den beiden Bistümern und die Tradition, den Gedenktag des heiligen Liborius besonders zu feiern. Der fast 1.200-jährige „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den beiden Diözesen Le Mans und Paderborn hat Bestand. Das Libori-Fest ist ein Ausdruck davon.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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