Jeder Einsatz ist ein Notfall. Jeder Mensch erlebt seine eigene Katastrophe, die sein Leben für immer verändert. Dennoch gibt es Situationen, die selbst erfahrene Notfallseelsorgende nicht loslassen. „Am schlimmsten sind Einsätze, wenn Kinder verstorben sind“, sagen Hans Bexkens und Siegfried Schramm. Bexkens erinnert sich noch heute an seinen allerersten Einsatz vor fast 25 Jahren, als eine Mutter und ihr Kind ertrunken waren. „Danach kam im Grunde nichts mehr, was schlimmer war.“ Dabei folgten über die Jahrzehnte ein Flugzeugabsturz, Explosionen, Todesfälle unter Gewalteinwirkung, mehrere Suizide.
„Es sind nicht unbedingt die großen Geschichten, die einen umschmeißen“, sagt Bexkens, der im Hochsauerlandkreis unterwegs ist. Sein ehrenamtlicher Kollege Siegfried Schramm, mit seinem Team zuständig für den gesamten Kreis Soest, erzählt von häuslichen Todesfällen, die ihm besonders nahegehen. Von Ehepartnerinnen oder Ehepartner, die nach Jahrzehnten gemeinsamen Lebens plötzlich allein zurückbleiben. Und auch ihn begleitet bis heute insbesondere die Erinnerung an tödliche Unfälle mit Kindern.