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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Neues Miteinander in Europa möglich gemacht

Weihbischof Dominicus feiert Libori-Pontifikalamt mit deutsch-französischer Fraternität

Am Abend des Libori-Montags hat Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB ein Pontifikalamt mit Mitgliedern der deutsch-französischen St. Liborius Fraternität gefeiert. Die Fraternität hält den „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ lebendig, der seit der Überführung der Reliquien des heiligen Liborius aus Le Mans nach Paderborn im Jahr 836 besteht. „Unsere Liborius-Fraternität stellt sich noch heute dem friedensstiftenden Auftrag der Versöhnung immer neu“, sagte Weihbischof Dominicus in seiner Predigt. Domkapitular Dr. Thomas Witt und Vikar Marc Isnard konzelebrierten: Dr. Witt ist auf deutscher Seite Vorsitzender der Liborius-Fraternität, Vikar Isnard war mit zwei Jugendlichen aus Frankreich zum Libori-Fest gekommen.

Friedensgruß: Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB (M.) feierte das Pontifikalamt in Konzelebration mit Domkapitular Dr. Thomas Witt (l.) und Vikar Marc Isnard (r.). Foto: Maria Aßhauer / Erzbistum Paderborn

„Libori ist eine Feier der Freundschaft“, hatte Weihbischof Dominicus die Gläubigen im Dom begrüßt. In seiner Predigt stellte er fest, dass eine Versöhnung nach dem Hass und der Gewalt der Jahre des deutsch-französischen Krieges und der zwei Weltkriege kaum vorstellbar schien. „Wenn wir unser Libori-Fest 2020 unter dem Leitwort ‚Et in terra pax‘ feiern, tun wir dies in großer Dankbarkeit“, verwies Weihbischof Dominicus auf den 75 Jahre währenden Frieden in Mitteleuropa.

Das Gute im Anderen sehen

Vielfältige Begegnungen von engagierten Christinnen und Christen hätten ein neues Miteinander in Europa ermöglicht: „Wir sind dankbar für die große Verheißung, die Gott uns zusagt und die uns ermutigt, selbst viele kleine und große Schritte hin zu einem weltweiten Frieden in Gerechtigkeit zu gehen“, erklärte Weihbischof Dominicus. Gottes Auftrag, Frieden in die Welt zu bringen, bedeute beispielsweise auch, zivile Konfliktlösungen einzuüben und auf Begrenzung der Rüstung zu drängen. Dem gehe aber noch etwas Anderes voraus: „Wir sollten eher das Gute und Bereichernde im Anderen sehen, als das was uns trennt“, forderte Weihbischof Dominicus.

Bruderschaft niemals unterbrochen

In „normalen“ Libori-Jahren feiert am Libori-Montag Bischof Yves Le Saux als Nachfolger des heiligen Liborius auf dem Bischofsstuhl von Le Mans das Pontifikalamt mit den französischen Gästen. In diesem Jahr konnte Bischof Le Saux zwar wegen der Corona-Krise nicht zum Libori-Fest kommen, schickte aber per Video-Botschaft seine Grüße nach Paderborn. „Wir müssen den Liebesbund als eine Gabe Gottes empfangen und daran arbeiten, dass er weiter fortbesteht. Diese Bruderschaft wurde niemals unterbrochen, trotz der Unwägbarkeiten der Geschichte“, betonte Bischof Le Saux in seinem Grußwort, das im Gottesdienst eingespielt wurde.

Gottesdienst als Sinnbild der Partnerschaft

Auch sonst wurde das Pontifikalamt in diesem Corona-Jahr zwar anders als gewohnt gefeiert, aber dennoch in gutem Gedenken an die jahrhundertelange Partnerschaft. Und tatsächlich trafen sich Franzosen und Deutsche zur Feier des Gottesdienstes: Vikar Marc Isnard war mit zwei Jugendlichen aus Le Mans angereist. Erwan Mothé und Géraud Pacotte trugen eine Lesung sowie Fürbitten auf Französisch vor, Vikar Isnard las das Evangelium zusätzlich in französischer Sprache.

Begleitet wurde die kleine, aber stolze französische Delegation von Vikar Jakob Jan Küchler und einigen Jugendlichen aus Meschede. Seit einigen Jahren findet auch ein reger Austausch zwischen Jugendlichen aus Le Mans und Paderborn statt. So besuchten die Gäste aus Frankreich über die Libori-Tage ihre deutschen Freunde – die gemeinsame Teilnahme am Pontifikalamt am Libori-Montag war dabei Ehrensache.

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