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© Franziskanerinnen Salzkotten
© Franziskanerinnen Salzkotten

Nächstenliebe auf direktem Dienstweg: GLÜCKLICHT-Tüten von Unna nach Rumänien gebracht

Die Ehrenamtliche Elisabeth Wächter lebt vor, wie „einfach machen“ geht - zuletzt mit einer Hilfsaktion in ihrer Heimatgemeinde für Caransebes in Rumänien. Wie Gemeinschaft, Dankbarkeit und ihr Glaube sie immer neu motivieren.

„Ich weiß nicht, warum ich so bin, warum ich das mache“, sagt Elisabeth Wächter, und schiebt schnell nach: „Oder doch! Ich heiße Elisabeth, vielleicht ist es das!“ Fest steht: Hat sie etwas im Kopf, wird gehandelt. Und sie reißt mit ihrer Begeisterung immer andere mit. Für die Rumänienhilfe 2026 zu Gunsten einer Einrichtung der Salzkottener Franziskannerinnen nutzte sie die Mitmachaktion „GLÜCKLICH/T SEIN!“ des Erzbistums Paderborn. „Ich bin begeistert von dieser Aktion!“

Mit GLÜCKLICH/T SEIN! möchte das Erzbistum Paderborn Menschen gerade in der dunklen Jahreszeit ermutigen, anderen Hoffnung und Freude zu schenken. Dies offiziell ab Klein-Libori im Oktober bis Nikolaus.

Mehr Informationen zu GLÜCKLICH/T SEIN!

 

 

 

Hilfsprojekt: Unterstützung vor allem für Familien

In Unna wurde bis Februar gesammelt und im April brachte Elisabeth Wächter persönlich Hilfsgüter aus ihrer Gemeinde Pfarrei St. Katharina Unna nach Caransebeș. Im Gemeinde-Bulli und begleitet vom Ehrenamtlichen Heiner Rabe. Mit 700 Euro Spendengeldern, Hygieneartikeln, haltbaren Lebensmitteln, Baby- und Kindernahrung sowie Schulmaterialien im Gepäck. Die Unterstützung kommt vor allem Familien zugute, die häufig unter äußerst schwierigen Bedingungen leben. „Die Freude war groß. Die Not, gerade in den Randgebieten der Kleinstadt, ist sehr groß. Ein Leben ohne Wasser, ohne Strom, ohne Heizung und das über Monate. Können wir uns das vorstellen?“, berichten Heiner Rabe und Elisabeth Wächter. Für die beiden stand nicht allein die Übergabe der Spenden im Mittelpunkt. Vielmehr wurde deutlich, welche Kraft hinter einer solidarischen Gemeinschaft steckt. Sie erinnern an ein Wort des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu: „Jede Geste der Freundlichkeit hat die Kraft, die Welt zu verändern.“

 

Ein Leben, das auf caritativer Arbeit basiert: Kleine Gesten können vieles bewirken

Elisabeth Wächter ist Küsterin, sie setzt sich für ein Seniorenheim für Frauen in Indien ein und war schon sehr häufig aktiv unterwegs. Im Gespräch zeigt sich: Die Fahrt nach Rumänien war einer von vielen Einsätzen der 75-jährigen aus Unna, die über ihren ehemaligen Hauptberuf als Erzieherin und Heilpädagogin in Kontakt mit den Salzkottener Franziskanerinnen kam. Diese bauten in den 90ern die Einrichtung in Caransebeș /Rumänien auf. Schon damals war die gebürtige Sauerländerin mehrfach mit dem Bulli vor Ort, brachte Hilfe.

 

Elisabeth Wächters Tun basiert auf persönlichem Vertrauen und lokaler Gemeinschaft. Seit einiger Zeit schenkt sie in ihrer Heimat zum Beispiel nach dem Gottesdienst Wein und alkoholfreie Getränke aus – gegen Spende. Menschen kommen ins Gespräch UND geben für andere, zum Beispiel in Rumänien. „Wir haben es hier so gut. Und die Dankbarkeit der Menschen vor Ort zeigt, wie christliche Solidarität Grenzen überwindet“, sagt die 75-Jährige. „In einer Welt, die oft von täglicher Hektik, von Traurigkeit, Unruhe sowie sozialen und emotionalen Herausforderungen geprägt ist, erscheinen Gesten der Güte wie warme Lichter, die die Herzen der Menschen erwärmen.“

Dank aus Caransebeș: „Beweis von Liebe und Fürsorge“

Ihre Eindrücke werden in einem Dankschreiben von Schwester Marie Therese Gabor gespiegelt: „Sie haben gezeigt, dass Solidarität, Mitgefühl und die Liebe zum Nächsten den Familien, die von Schwierigkeiten und Entbehrungen betroffen sind, Trost spenden können.“ Für die Familien in Caransebeș sei jede Spende weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand gewesen: „Jedes einzelne Produkt, das großzügig gespendet und verpackt wurde, war und ist ein wahrer Beweis von Liebe, Fürsorge und Aufmerksamkeit für die Kinder und älteren Menschen in Caransebeș und den umliegenden Dörfern“, schreibt Schwester Marie Therese und spricht einen Segen für alle Gebenden aus. Dort, wo Not den Alltag prägt, wurden Hoffnung, Wertschätzung und die Erfahrung vermittelt, nicht vergessen zu sein.

Nächste Hilfsaktion ist schon geplant Start mit GLÜCKLICH/T

Und nun, Elisabeth Wächter? Wie geht es weiter? Sie kann sich darauf verlassen, dass sicher schnell der nächste Anruf kommt: „Elisabeth könntest Du nicht…?“. Allerdings ist da selbstverständlich schon die nächste eigene Idee im Kopf. Zurzeit läuft eine Aktion für das Bistum Lokossar in Benin, Westafrika. „Und auf jeden Fall machen wir wieder bei GLÜCKLICH/T sein mit“, sagt sie.

Die Aktion ist einmal mehr zu Gunsten der Einrichtungen in Rumänien geplant. Sicher wird sie es sich nicht nehmen lassen, alles wieder selbst mit dem Bulli hinzubringen und als Dank in viele glückliche Gesichter zu sehen. Auch in Benin ist sie schon oft gewesen. „Sicher zehn Mal.“ So spielt auf jeden Fall auch ein bisschen Reiselust, das Treffen anderer Kulturen mit rein in ihr Engagement. „Damals, als ich anfing, war es zwar schon im Kopf, aber mit Blick auf finanzielle Sicherheit undenkbar. Aber manchmal glaube ich, ich wäre eine gute Missionarin geworden.“ Geworden? Sie ist es längst!

Drei Fragen an Elisabeth Wächter

Redaktion

Frau Wächter, was macht, das Persönliche in Ihrem Engagement aus?

Elisabeth Wächter

Es prägt meine gesamte ehrenamtliche Arbeit. Meine Erfahrung ist: Wenn die Menschen wissen, es kommt vor Ort an, sind sie offener dafür. Ich habe immer große Bereitschaft erlebt, Hilfsgüter zu sammeln oder zu spenden.

Redaktion

Welche Rolle spielt Ihr Glaube?

Elisabeth Wächter

Ich bin sicherlich kein Mensch, der jeden Tag den Rosenkranz betet. Ich bin Küsterin ja. Vielleicht drücke ich meinen Glauben mehr über mein Handeln aus. Gott hat uns keine perfekte Welt gegeben, es werden immer irgendwelche Sorgen oder Probleme da sein. Wir haben es verdammt gut und andere haben es verdammt schlecht. Das kommt immer wieder bei mir hoch.

Ich möchte, dass es möglichst vielen Menschen gut geht. Und das treibt mich an. Da steckt sicher mein Verständnis von Christstein, mein Glaube dahinter. Ja! Ich finde, wir müssen auch als Kirche vor Ort dringend etwas für Senioren tun. Allein das Treffen nach dem Gottesdienst auf ein Getränk, dass die Menschen zusammenkommen, sich etwas erzählen, das tut sichtbar gut.

Redaktion

Ihr Engagement bereicherte Sie auch persönlich?

Elisabeth Wächter

Unbedingt! Darum rate ich auch jungen Leuten, nach dem Schulabschluss mal ein Jahr caritativ tätig zu sein. Einfach, um herauszufinden: Will ich mein Leben mehr oder weniger plätschern lassen oder will ich vielleicht aktiv sein für andere?

Bei meinen Besuchen in Benin habe ich gesehen, wie glücklich die Menschen waren, so wenig sie hatten. Die Kinder haben zum Beispiel mit Autoreifen gespielt, sie gerollt. Das würde ich Jugendlichen von hier einmal gerne zeigen. Wir müssen sie dahin führen, die Augen aufzumachen.

Ein Beitrag von:
Sonja Funke
Redakteurin

Sonja Funke

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