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“Mutig sein und auf etwas Gutes hoffen”

Themenspecial „Mutmacher“: Das Engagement für die Waisenkinder in Malawi beflügelt die Eigeninitiative vor Ort
Unser Glaube
07. August 2020

“Mutig sein und auf etwas Gutes hoffen”

Themenspecial „Mutmacher“: Das Engagement für die Waisenkinder in Malawi beflügelt die Eigeninitiative vor Ort

Themenspecial „Mutmacher“: Das Paderborner Engagement für die Waisenkinder in Malawi beflügelt die Eigeninitiative vor Ort

Noch immer sprachlos vor Erstaunen ist Schwester M. Angela Benoit, Provinzoberin der Franziskanerinnen in Salzkotten, wenn sie an das warmherzige Engagement aller denkt, die durch die Libori Charity-Boxen eine großzügige Spende für die Waisenkinder in Malawi ermöglichen. „Wir hatten überhaupt nicht erwartet, dass die Unterstützung für unsere Projekte so immens sein wird. Wir sind schon das ein oder andere Mal mit Spenden aus dem Missionsgarten für unsere Zwecke bedacht worden, aber in diesem Jahr übersteigt es all unsere Erwartungen“, beschreibt Schwester Angela. „Als dann auch noch der Herr Erzbischof gesagt hat, dass er die gesamte Spendensumme noch einmal verdoppeln wird, musste ich mich erst einmal sammeln.“

Direkt habe sie ihre Mitschwestern in Malawi per Videotelefonat angerufen und ihnen die freudige Nachricht mitgeteilt. „Sie hätten fast ihr Handy fallen lassen, als sie hörten, wie groß die Beteiligung rund um das diesjährige Libori-Fest ist“, so Schwester Angela weiter, denn die Unterstützung wird vor Ort sehr dringend benötigt.

Wöchentliche Lebensmittel-Kosten steigen enorm an

Gerade erst wurde verfügt, dass alle Schulen und Kindergärten in Malawi bis auf weiteres vollständig geschlossen werden, um der weiteren Ausbreitung des Covid-19-Virus vorzubeugen. Da aber der Schulbesuch in Malawi auch gleichzeitig mit Schulspeisung verbunden ist, erhalten die rund 1.600 Kinder, die die Schulen und den Kindergarten der Franziskanerinnen besuchen, derzeit keine regelmäßigen Mahlzeiten: „Normalweise beginnt der Schultag um 7 Uhr mit dem Verteilen des typischen malawischen Maisbreis an alle Kinder und für viele ist und bleibt dies die einzige Mahlzeit des Tages.“

Um die Kinder in der aktuellen Situation weiter zu unterstützen, fahren die Schwestern regelmäßig in die umliegenden Dörfer und verteilen dort Mais und Soja. Wurden für die Speisung der Kinder zu Beginn der Corona-Pandemie schon etwa 700 Euro in der Woche benötigt, sind es mittlerweile schon fast 1.000 Euro, da längst nicht mehr nur die Kinder versorgt werden müssen. „Der Hunger wächst von Woche zu Woche und es kommen immer mehr ältere Dorfbewohner mit zum Versammlungsort, da sie hungern. In dieser Zeit ist ohne unsere Unterstützung kein Überleben möglich“, verdeutlicht Schwester Angela.

Bilder aus dem Projekten in Madisi

Sinnvolle Beschäftigungen schaffen

Nun von dem Engagement aus Paderborn zu hören, hat alle Schwestern, Angestellte und Helfer vor Ort enorm ermutigt sich weiter zu engagieren und ihre kleinen, bereits gestarteten Projekte mit voller Kraft voranzutreiben. „Unser Leitmotiv ist, unsere Mitarbeitenden in der Corona-Krise sinnvoll zu beschäftigen und zur Mitverantwortung aufzurufen“, so die Provinzoberin. In den vergangenen Wochen haben sich daher viele kleine Gruppen zusammengetan und unterschiedliche Initiativen vorangetrieben.

Eine Gruppe baut Gemüse und Getreide an, um es zu trocknen und zu verkaufen. Andere stellen kostenlose Baby Packs zusammen, die aus einer Babydecke und -kleidung und anderen Notwendigkeiten bestehen und so als Erstausstattung für ein Neugeborenes dienen. Die darin enthaltene Kleidung stammt wiederum aus einem anderen Projekt, einem Nähkurs in dem junge Frauen das Nähen von Kinderkleidung erlernen.

Eigeninitiative stärkt die eigene Würde

„Am meisten beeindruckt hat mich das Projekt, welches von unserer Schwester Veronika auf die Beine gestellt wurde. Sie stellt aus Rohmaterialien Hand und Flächendesinfektionsmittel her und unterrichtet die Bevölkerung in Hygienemaßnahmen, um sich selbst schützen zu können“, berichtet Schwester Angela.

Diese Initiativen seien sehr wertvoll, da die Einheimischen so ein Gefühl der Mitbeteiligung erfahren und gleichzeitig ihre eigene Würde stärken können. Die Menschen verstünden so, dass man auch mit wenig viel erreichen kann und nähmen ihr Schicksal gewissermaßen selbst in die Hand.

"Mut bedeutet für mich zu hoffen"

„Es ermutigt mich ungemein zu sehen, welche Dynamik die guten Nachrichten aus Deutschland in Malawi ausgelöst hat. Zu sehen, dass gute Dinge geschehen, obwohl wir kurz zuvor nicht gewagt hatten zu hoffen, dass sie passieren, macht mir im Leben immer wieder Mut“, beschreibt Schwester Angela, was sie immer wieder mutig hoffen lässt.

„Ich habe in den vergangenen Jahren ein unverschämtes Gottvertrauen aufgebaut, sodass ich mir auch dann erlaube auf etwas zu hoffen, wenn es eigentlich unrealistisch ist, darauf zu vertrauen, dass es passiert. Aber ich habe schon so oft erlebt, dass etwas passiert ist, obwohl Niemand daran gedacht hat, dass Mut für mich mittlerweile bedeutet zu hoffen und Visionen auch zuzulassen. Denn Dinge, die passieren sollen, passieren, auch wenn wir manchmal gar nicht darauf zu hoffen wagen. Daher sage ich allen, die es ermöglicht haben, dass wir unsere Projekte in Malawi so großzügig unterstützen können ein von tiefsten Herzen kommendes Danke.“

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