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Schafe© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

„Schafe hüten macht nicht reich, aber sehr zufrieden“

Nicht nur seinen Tagesablauf richtet Schäfer Andreas Eisenbarth an seinen Schafen aus, auch den Jahresrhythmus geben sie vor. Und dabei ist Ostern für die Tiere und ihn eine ganz besondere Zeit

Bevor der erste Schimmer des Tageslichts die Landschaft erhellt, ist Andreas Eisenbarth bereits tief in die morgendliche Routine seiner Schäferei eingetaucht und kümmert sich um die Tiere. In den kühlen Morgenstunden hallt das Geblöke der Schafe durch die Stallungen der Schäferei Bethel. Dazwischen tummeln sich 124 kleine Wollknäuel, vor Kurzem geborene Lämmer. Sie verkünden mit ihrem ersten Atemzug das Zugehen auf Ostern.

Die Lämmer kommen hier in den Wochen vor Ostern auf die Welt, dann können sie nach der Geburt noch die Zeit im warmen Stall verbringen. Die Schafherde hat einen eigenen „Jahreszeiten-Rhythmus“. Hier besteht das Jahr nur aus zwei Jahreszeiten: Die Zeit von Januar bis März, die die Schafe und die Osterlämmer hauptsächlich im Stall verbringen. Und die Zeit von April bis Weihnachten – die Zeit, die Andreas Eisenbarth mit den Tieren auf den Wiesen verbringt. Und so beginnt mit Ostern für Andreas Eisenbarth und den Schafen die Frühlingszeit.

Kein Beruf sondern Berufung

Seit 30 Jahren ist er bereits als Schäfer tätig. „Schäfer sein ist für mich kein Beruf, sondern eine Berufung“, sagt der 65-Jährige. Ihm macht es besonders viel Freude, den verschiedenen Kindergärten und Gruppen regelmäßig seine Schafe und Lämmer vorzustellen und ihre Begeisterung für die Tiere zu beobachten. „Beim Anblick der kleinen Lämmer leuchten die Augen. Sie berühren das Herz“, erzählt er stolz. Der Schäfer pflegt eine liebevolle Beziehung zu seinen Tieren. Sein ganzer Tagesablauf richtet sich nach den Schafen: morgens beginnt sein Tag im Stall und auch abends beendet er seine Arbeit nicht ohne sich vorher um seine Tiere zu kümmern.

In den vergangenen Wochen musste er stündlich nach den Tieren schauen. „Die Lammzeit ist eine ganz spezielle Zeit für mich“, sagt Eisenbarth. Er ist immer sehr aufmerksam, weil es oft vorkomme, dass er Geburtshilfe leisten muss. Zudem müsse er sich ganz besonders um die kleinen Lämmer kümmern, sie füttern und „betüddeln“ wie er sagt. Viele von ihnen bekommen ein Fläschchen und müssen zugefüttert werden, weil die Mutterschafe nicht ausreichend Milch abgeben können.

Nachwuchsprobleme in der Schaf-Branche

Und weil er sich seinen Schafen ganz besonders verbunden fühlt, will er auch über sein Rentenalter hinaus als Schäfer tätig sein. Er kann seine Tiere nicht allein lassen. Derzeit sorge er sich nämlich um den Nachwuchs in seiner Branche. Während der Beruf des Schäfers noch vor einigen Jahren sehr beliebt war und es zu Beginn seiner Ausbildung deutschlandweit etwa 800 Schäferinnen und Schäfer gab, beläuft sich die Zahl inzwischen lediglich auf hundert in ganz Deutschland. Dabei ist Andreas Eisenbarth fest davon überzeugt, dass Schafe hüten eine sehr erfüllende Aufgabe ist: „Schafe hüten macht zwar nicht reich, aber dafür sehr zufrieden.“

Und was hat das Lamm mit Ostern zu tun?

Aber warum werden Lämmer eigentlich mit dem Osterfest in Verbindung gebracht? Die Symbolik des Lammes als unschuldiges Opfertier hat ihre Ursprünge bereits im Alten Testament in der Bibel. Und auch Jesus wird als unschuldiges Opferlamm bezeichnet, denn sein Tod war kein Unfall. Jesus ging freiwillig ans Kreuz, um wie ein Opferlamm für das Unrecht der Menschen einzustehen und den Menschen die Auferstehung von den Toten zu Gott zu ermöglichen. In der Bibel heißt es dazu im Johannes-Evangelium: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab.“

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

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Ein Beitrag von:
Redakteurin

Miriam Westfechtel

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