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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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„Mittendrin“ Zeuginnen und Zeugen sein

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz betont Verantwortung „mittendrin“ / Pontifikalamt im Hohen Dom, Prozession durch die Paderborner Innenstadt und Empfang des Erzbischofs prägen ersten Libori-Sonntag

„‚Mittendrin‘ in den Herausforderungen unserer Zeit sind wir Christinnen und Christen aufgerufen, Zeugnis abzulegen für die unverbrüchliche Würde des Menschen! Das ist der kritische Maßstab für alle Macht, egal ob politische, ökonomische oder technologische Macht. Das ist aber auch der Maßstab für uns als Kirche, an dem wir uns selbst messen lassen müssen!“, bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Pontifikalamt am ersten Sonntag des Libori-Festes, 26. Juli 2026. Der Paderborner Erzbischof stand dem festlichen Gottesdienst zum Hochfest des heiligen Liborius – Patron von Erzbistum, Dom und Stadt Paderborn – vor, zahlreiche Bischöfe aus der Weltkirche und Deutschland konzelebrierten, viele Gläubige füllten den Hohen Dom zu Paderborn. Nach dem Pontifikalamt wurden das Allerheiligste und der vergoldete Schrein mit den Libori-Reliquien in einer Prozession durch die Paderborner Innenstadt getragen. Beim Empfang des Paderborner Erzbischofs für geladene Gäste aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Kultur im Tagungshaus Liborianum wurde der heilige Liborius als Brückenbauer zwischen den Diözesen Le Mans und Paderborn, aber auch in die ganze Welt hinein erfahrbar. Durch die Live-Übertragung in Bild und Ton konnten Interessierte weltweit den Gottesdienst mitfeiern und die Prozession miterleben.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stand dem Pontifikalamt am Libori-Sonntag vor, das er in Konzelebration mit Bischöfen aus der Weltkirche feierte.

Es komme heute darauf an, wach zu sein, ganz da zu sein, nicht schläfrig am Leben vorbei vor sich hinzudämmern oder aus einer sicheren Entfernung unbeteiligter Zuschauer zu sein, mahnte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt. Vielmehr sei wesentlich, „mittendrin“ zu stehen, mit offenen Augen, einem hörenden Herz und einem wachen Gewissen. „‚Mittendrin“ zwischen politischen Polarisierungen einerseits und resignativer Gleichgültigkeit andererseits wird von manchen versucht, mit einer verwerflichen Strategie Ressentiments zu schüren, um politisch zu punkten“, konkretisierte der Paderborner Erzbischof seine Wahrnehmungen. Dabei werde mit der Verunsicherung und Angst der Menschen gespielt. „‚Mittendrin‘ in den beschleunigten Innovationsschüben der Künstlichen Intelligenz erleben Menschen das Wechselbad enthusiastischer Hoffnungen und apokalyptischer Szenarien. ‚Mittendrin‘ in all dem stehen wir vor ethischen Herausforderungen, denen wir uns noch nicht ausreichend gewachsen fühlen“, mahnte Erzbischof Dr. Bentz weiter.

Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz bekräftigte in seiner Predigt im Blick darauf: „‚Mittendrin‘ in den Unklarheiten und Dynamiken unserer Zeit stehen der Mensch, seine Würde, die Menschlichkeit und das gemeinsame Wohl als Anker, als Maß und Norm all unserer Verantwortung! Und zwar nicht eine Würde, die allein dem starken oder perfektionierten Menschen zugutekommt, sondern dem Menschen, dessen Würde sich auch und gerade in der Schwäche und Begrenztheit zeigt.“

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Am Paderborner Rathaus spendete Weihbischof Matthias König den sakramentalen Segen. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, die bischöflichen Gäste und zahlreiche Gläubige begleiteten die Prozession durch die Paderborner Innenstadt.

Christen „mittendrin“

„Mittendrin sein“ bedeute für Christinnen und Christen Verantwortung, unterstrich Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. „Mittendrin“ bedeute für Christinnen und Christen gerade nicht, sich einfach vom Strom treiben zu lassen, jede Stimmung zu übernehmen, jedem Trend hinterherzulaufen, jedem lauten Versprechen zu glauben. „‚Mittendrin‘ ist für uns Christen ein waches ‚Mittendrin‘. Es unterscheidet, welche Stimme dem Leben dient und welche uns täuscht und anlügt“, vertiefte der Paderborner Erzbischof. Und: „Im Bekenntnis zu Christus können wir keine unbeteiligten Zuschauer sein, sondern stehen wir hoffentlich ‚mittendrin‘ in den Fragen der Zeit, mit gesellschaftlicher Verantwortung und Engagement!“ „Mittendrin“ bedeute nicht Profillosigkeit. „Unsere Mitte ist nicht irgendein beliebiger Kompromiss. Unsere Mitte ist Jesus Christus“, erläuterte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz.

Gott ist „mittendrin“

„Gott ist ‚mittendrin‘, inmitten unserer Zeit“, rief Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz den Gläubigen zum Abschluss seiner Predigt zu. Die Welt sei nicht gottverlassen. „Gott ist mittendrin – auch inmitten von Schuld und Versagen. Deine Schuld ist nicht das letzte Wort. Gott ist mittendrin – mitten in unseren Schwächen. Deine Wunde bestimmt nicht deine ganze Zukunft. Gott ist da. Gott kommt. Gott ist König.“

Christus und Liborius mitten in die Welt hineintragen

Nach dem Pontifikalamt im Dom wurden das Allerheiligste in einer Monstranz und die Reliquien des heiligen Liborius im vergoldeten Libori-Schrein in einer Prozession durch die Paderborner Innenstadt getragen. Glaube, Christus, Kirche und Liborius waren mittendrin. Die Gläubigen begleiteten „ihren“ Schutzpatron durch die Straßen, vorbei an Besuchern des Pott-Markts und an Menschen, die den Sonntagvormittag in den Cafés verbrachten. Dem von den Schreinträgern der Libori-Bruderschaft geschulterten Reliquienschrein wurde ein Fächer aus Pfauenfedern vorangetragen – dieser erinnert an den Pfau, der laut Überlieferung der Prozession vorangeflogen sein soll, in der im Jahr 836 die Reliquien des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn überführt wurden.

Vor dem Paderborner Rathaus hielt die Prozession an einer Station inne: Nach Gebeten spendete Weihbischof Matthias König mit dem Allerheiligsten den sakramentalen Segen. Anschließend führte die Prozession zurück in die Paderborner Bischofskirche, wo der Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius wieder im Hochchor zur Verehrung aufgestellt wurde.

Empfang: Liborius ist Brückenbauer

Im Anschluss an die Prozession kamen geladene Gäste aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Kultur beim Empfang des Paderborner Erzbischofs im Tagungshaus Liborianum zusammen. Durch die Begegnungen dort wurde der heilige Liborius als Heiliger gefeiert, der Brücken baut, nicht allein zwischen den Diözesen Le Mans und Paderborn, sondern auch in die ganze Welt und in die Gesellschaft hinein – Liborius mittendrin.

Bereits zu Beginn des Pontifikalamtes im Paderborner Dom hatte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz die Gäste und Gottesdienstgemeinschaft begrüßt: Es sei eindrucksvoll zu spüren, „dass wir als Kirche ‚mittendrin‘ sind“ und Kirche zugleich viel weiter, viel größer, ein Leib Christi in allen Teilen der Welt sei. Liborius sei mittendrin in den christlichen Konfessionen, aber auch mittendrin bei den Vertreterinnen und Vertretern aus Gesellschaft, Politik und Kultur, die Verantwortung übernehmen für Menschen.

Libori-Fest

Alles begann damit, dass der Bischof des französischen Bistums Le Mans im Jahr 836 dem noch jungen Bistum Paderborn die Gebeine des heiligen Liborius als Geschenk überließ. Darauf gründet eine bis heute lebendige Freundschaft zwischen den beiden Bistümern und die Tradition, den Gedenktag des heiligen Liborius besonders zu feiern. Der fast 1.200-jährige „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den beiden Diözesen Le Mans und Paderborn hat Bestand. Das Libori-Fest ist ein Ausdruck davon.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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