Es komme heute darauf an, wach zu sein, ganz da zu sein, nicht schläfrig am Leben vorbei vor sich hinzudämmern oder aus einer sicheren Entfernung unbeteiligter Zuschauer zu sein, mahnte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt. Vielmehr sei wesentlich, „mittendrin“ zu stehen, mit offenen Augen, einem hörenden Herz und einem wachen Gewissen. „‚Mittendrin“ zwischen politischen Polarisierungen einerseits und resignativer Gleichgültigkeit andererseits wird von manchen versucht, mit einer verwerflichen Strategie Ressentiments zu schüren, um politisch zu punkten“, konkretisierte der Paderborner Erzbischof seine Wahrnehmungen. Dabei werde mit der Verunsicherung und Angst der Menschen gespielt. „‚Mittendrin‘ in den beschleunigten Innovationsschüben der Künstlichen Intelligenz erleben Menschen das Wechselbad enthusiastischer Hoffnungen und apokalyptischer Szenarien. ‚Mittendrin‘ in all dem stehen wir vor ethischen Herausforderungen, denen wir uns noch nicht ausreichend gewachsen fühlen“, mahnte Erzbischof Dr. Bentz weiter.
Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz bekräftigte in seiner Predigt im Blick darauf: „‚Mittendrin‘ in den Unklarheiten und Dynamiken unserer Zeit stehen der Mensch, seine Würde, die Menschlichkeit und das gemeinsame Wohl als Anker, als Maß und Norm all unserer Verantwortung! Und zwar nicht eine Würde, die allein dem starken oder perfektionierten Menschen zugutekommt, sondern dem Menschen, dessen Würde sich auch und gerade in der Schwäche und Begrenztheit zeigt.“