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© Isabella Maria Struck / Erzbistum Paderborn
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Mitgestalterinnen des Wandels

Hunderte Frauen beim Pontifikalamt im Paderborner Dom: Weihbischof Holtkotte ermutigt, Zusammenhalt zu stärken, Generationen zusammenzubringen und den Wandel in Kirche und Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Am Libori-Montag versammeln sich traditionell hunderte, oftmals hell gekleidete, Frauen im Paderborner Dom. Sie begehen ihren persönlichen liturgischen Höhepunkt der Libori-Woche: das „Pontifikalamt mit den Frauen“. Während wir Libori in diesem Jahr unter dem Leitwort „Mittendrin“ feiern, lautete der Titel des Gottesdienstes, den die katholischen Frauenverbände maßgeblich vorbereitet und mitgestaltet hatten, „Mut zum Wandel“. Wie im Vorjahr stand Weihbischof Josef Holtkotte dem Pontifikalamt vor. Für stimmungsvolle Momente sorgte die Musikgruppe newFACES St. Michael mit dem Projektchor aus Oerlinghausen unter der Leitung von Alfons Haselhorst.

Wie in jedem Jahr zählte das Pontifikalamt mit den Frauen auch 2026 zu den besucherstärksten Gottesdiensten in der Libori-Woche.

Das Libori-Leitwort „Mittendrin“ und das Motto des Pontifikalamtes mit den Frauen „Mut zum Wandel“ greifen auf besondere Weise ineinander. Davon zeigte sich Weihbischof Josef Holtkotte in seiner Predigt überzeugt: „‘Mut zum Wandel‘“ bedeutet ‘mittendrin‘ zu sein, deutlich auf den Punkt zu bringen, was uns manchmal verloren zu gehen scheint, was wir nicht genügend im Blick haben, nämlich dass wir Gemeinschaft brauchen, ein Miteinander, ein Hören aufeinander.“ Mittendrin zu sein, das gelte hierbei für alle Lebensbereiche, führte Weihbischof Holtkotte aus: „‘Mittendrin‘ in unserer Kirche, ‘mittendrin‘ in unserer Gesellschaft und Sie als Frauen ‘mittendrin‘ in all dem, was Sie bewegt in Kirche, Gesellschaft, Verbänden und Familie.“

Verlorenes Vertrauen

Nicht nur die Kirche, die aktuell viel Uneinigkeit erlebe, auch die Gesellschaft sei im Wandel und das „Miteinander“ habe hierbei einen entscheidenden Stellenwert inne. Viele, so meine man, hätten den Glauben an Gott verloren. Weihbischof Holtkotte mahnte jedoch auch an: „dass viele in den vergangenen Jahren den Glauben an den Menschen verloren haben.“

Ich möchte Sie ermutigen, dass Sie ‚Mut zum Wandel‘ haben, weil Sie nach vorne schauen mit Bereitschaft zur Veränderung.

 

Weihbischof Josef Holtkotte

Kriegerische Auseinandersetzungen, die Nebenwirkungen des technischen Fortschritts und der Druck der Populisten setzten uns zu, betonte der Weihbischof. Im Vaterunser heiße es: „Dein Wille geschehe“. Mit Blick auf Autokraten, Diktatoren und extremistische Parteien warnte Weihbischof Holtkotte vor einem Denken, das den eigenen Willen über den Gottes stelle. „Das ist nicht unsere christliche Überzeugung. Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Gemeinwohl, das steht auf unserer Agenda. Das bringen wir ein in unsere Gesellschaft, in unsere lebendige Demokratie. Das steht auch hinter den Worten ‚mittendrin‘ und ‚Mut zum Wandel‘. Denn nur zusammen geht was – gemeinsam miteinander, glaubend auf dem Weg“, betonte der Weihbischof.

Wandel mitgestalten

Es brauche Menschen, die Mut machen, die Hoffnung geben und sich nach vorne bewegen, erklärte Weihbischof Holtkotte und richtete sich direkt an die Frauen: „Ich möchte Sie ermutigen, liebe Frauen, in all den Zusammenhängen, in denen Sie unterwegs sind, in Ihrem persönlichen Umfeld, im politischen Bereich, in der Kirche, in Ihren Verbänden, in Ihren Familien, dass Sie diesen Zusammenhalt stärken, dass Sie Generationen zusammenbringen, dass Sie durch die Sichtbarkeit der Frauen zeigen, wie bedeutsam, wie wesentlich es ist, dass Sie auch in Zukunft in unserer Diözese, in all den Veränderungen, die da kommen werden, dass Sie da sind. Dass Sie den Wandel mitgestalten. Dass Sie ‚Mut zum Wandel‘ haben, weil Sie nach vorne schauen mit Bereitschaft zur Veränderung.“

Auf Tuchfühlung mit sich selbst

Im Anschluss an die Predigt hatten die Frauen und die übrigen Mitfeiernden Gelegenheit, das Gesagte auf besondere Weise zu verinnerlichen. Bei ihrer Ankunft im Dom erhielten die Gläubigen ein Stück Stoff, das sie nun dazu einladen sollte, „mit sich selbst auf Tuchfühlung zu gehen“. „Wer oder was berührt mich im Leben und macht mich im Wandel stark? Welche Veränderungen sehne ich herbei? Vertraue ich darauf, dass Gott, bei allem Wandel, der geschieht, mit mir geht?“ Fragen wie diese galt es, sich beim Berühren des Stoffstücks zu vergegenwärtigen und still zu beantworten.

© Isabella Maria Struck / Erzbistum Paderborn
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Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Isabella Maria Struck
Bilder und Text

Isabella Maria Struck

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