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© Peter Semmler / Bonifatiuswerk
© Peter Semmler / Bonifatiuswerk

Mehr als Nordlichter, Mitternachtssonne und Geysire

Für vier junge Menschen aus dem Erzbistum Paderborn geht es mit dem Bonifatiuswerk-Programm „Praktikum im Norden“ nach Schweden und Estland

Die Bucket List ist geschrieben, der Koffer fast gepackt – in den nächsten Wochen starten 23 junge Menschen aus 13 (Erz-)Bistümern in ganz Deutschland ihre Reise Richtung Nordeuropa und Baltikum. Sie verlassen ihre gewohnte Umgebung, um ein „Praktikum im Norden“ in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island, Lettland und Estland zu absolvieren. Das Praktikantenprogramm des Bonifatiuswerkes ermöglicht den Freiwilligen, in einer kirchlichen Einrichtung mitzuarbeiten und die katholische Diaspora-Kirche vor Ort kennenzulernen.

Bevor das Praktikum startet, sind die zukünftigen Freiwilligen zu einem Vorbereitungsseminar in Paderborn zusammengekommen. Von der Programm-Verantwortlichen Marisa Grummich, Referentin im Bonifatiuswerk, und der Projektkoordinatorin Ricarda Clasen haben die Praktikantinnen und Praktikanten hilfreiche Informationen und Materialien rund um ihre Zeit im Norden mit auf den Weg bekommen. Tipps gab es zudem von ehemaligen Freiwilligen und einen Überblick über das Leben in einer Migrantenkirche in Nordeuropa von Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes. Vor Ort werden die jungen Menschen außerdem von Mentoren begleitet.

Das "Praktikum im Norden"

Mit dem „Praktikum im Norden“ machen sich jährlich mehr als 20 junge Menschen auf den Weg nach Nordeuropa und ins Baltikum. Dort gewinnen sie unmittelbare Einblicke in das kirchliche Leben in der Diaspora. Es ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman Institut im schwedischen Uppsala. Finanzielle Unterstützung erhält es auch vom Erzbistum Paderborn.

Erfahrungen im Ausland sammeln

Marit Arning aus Attendorn und Svea Dreve aus Dortmund zieht es ins Baltikum, um genau zu sein, nach Tartu im Südosten Estlands. Dort werden sie ab Ende August bzw. Anfang September eine unterstützende Kraft im Deutschunterricht an der katholischen Schule sein, zu der neben einem Kindergarten, einer Grundschule und einer Gesamtschule auch ein Kulturhaus für diverse AGs und Sprachkurse gehören. „In diesem Praktikum möchte ich viele neue Kontakte knüpfen und etwas über die Menschen, Kultur und Religion in Estland lernen. Auch möchte ich mich selbst weiterentwickeln und Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen. Außerdem bin ich sehr daran interessiert, zu erfahren wie sich Kirche und Glaubensgemeinschaften in anderen Ländern entwickeln“, erklärt die 18-jährige Dreve.

Am 21. August reisen Anita Berny aus Dortmund und Alena Lorenz aus Brakel nach Schweden. Für die beiden startet dann ihr Praktikum im „Stiftsgården Marielund“, der rund 30 Kilometer westlich von Stockholm liegt. Dort werden sie sich um die Betreuung der Gäste kümmern, Schlafzimmer und Mahlzeiten vorbereiten oder aber auch bei Besuchen von Erstkommunion- und Firmgruppen aus dem Bistum Stockholm mitwirken. Weitere Einsatzstellen in Stockholm, wie der „Caritas-Mötesplats“, ein Treffpunkt für Menschen, die neu in Schweden sind, können die Arbeit vor Ort ergänzen. „Das ‚Praktikum im Norden‘ bietet mir die einzigartige Möglichkeit, meine Interessen und Fähigkeiten in der christlichen Gemeinschaft einzubringen und gleichzeitig meinen Horizont so zu erweitern, dass ich viele wichtige Erfahrungen für meinen späteren Beruf sammeln kann. Ich freue mich auf ein neues Abenteuer und neue Begegnungen, die mich prägen und bereichern werden“, erklärt Lorenz ihre Beweggründe für das Praktikantenprogramm.

„Für die motivierten Freiwilligen ist es ein Abenteuer, eine Zeit, in der sie sich engagieren können, die prägend für ihren weiteren Lebensweg sein wird. Für die Projektpartner vor Ort ist es eine willkommene Unterstützung, denn die jungen Menschen leisten sinnvolle und eigenständige Arbeit, die sonst oft nicht bewältigt werden könnte. Sie sind Teil einer Gemeinschaft, in der sie erfahren, wie Glaube auch in kleinen und internationalen Gemeinden gelebt und gefeiert werden kann“, sagt Monsignore Georg Austen über das Programm.

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