LOUDER THAN BEFORE – ein Ort für Gefühle
Wer das Festival von außen betrachtet, könnte sich vielleicht fragen: Glauben und Feiern, Abgehen und Beten gehen – wie passt das zusammen?
Eine Antwort ist: indem die Musik alles vereint. Überall ist Musik. Überall erzählt Musik Geschichten und schafft Raum, darüber zu sprechen, was das Herz bewegt.
Da ist Sängerin Adina, die erzählt, dass sie echte Helikopter-Eltern hat, sodass Musik für sie der einzige Ort war, an dem sie Gefühle rauslassen konnte. Die zugibt, sehr melancholisch zu sein. Sich viel zu viele Gedanken zu machen. Die erzählt, dass sie knapp an einer Depression vorbeigeschlittert ist.
Da ist Sänger Samuel Rösch, der in einem Song feiert, dass das Leben ein Geschenk ist. Und in einem anderen Lied über Risse im Leben singt und sagt: „Es ist nicht die Frage, ob Risse kommen, sondern wann und wie wir damit umgehen“.
Da ist DJ FAITH, der zwischen Beats und Bass auf der Bühne sagt: „Um glücklich zu sein, brauchen wir kein iPhone, keinen Ferrari, keinen Luxus, sondern Liebe. Liebe, die wir von Gott in unser Herz angelegt bekommen haben. Er ist da. Er liebt dich.“
Gottesdienst mit DJ Pult
LOUDER THAN BEFORE war auch ein Ort des Ausprobierens. Ein Ort, an dem junge Musikerinnen und Musiker aus dem Erzbistum Paderborn eine Bühne bekommen haben. An dem Künstlerinnen und Künstler neue Songs zum ersten Mal gesungen haben. Ein Ort, an dem Gottesdienst ganz neu gefeiert wurde: am Sonntag als Abschluss des Festivals – mit Christus-Ikone, Kreuz und DJ-Pult auf der Hauptbühne. DJ FAITH spielt christliche Lieder und Chart-Songs wie „Don’t let me down“. Junge Menschen tanzen zur Musik und hören im Liegestuhl den Gedanken von Helena Schmidt, BDKJ-Diözesanseelsorgerin, und Alexander Sieler, Leiter des jugendspirituellen Netzwerks tabor, zu.
Sieler fragt sich: Wie geht es nach so einem Erlebnis in den Alltag zurück? Wenn nach Freude und Gemeinschaftsgefühl wieder zählt, wie cool jemand ist oder wie viel Leistung man bringt.
Dafür hat er zwei Gedanken. Erstens: „Das, was ihr hier erlebt habt, nimmt euch keiner mehr. Das kann in euren Herzen wach bleiben“. Für den zweiten Punkt holt er Künstler CASPAR auf die Bühne. Sieler bekommt CASPARS „wunderbare und wertvolle“ Gitarre und versucht, darauf zu spielen. Es klingt: Geht so.
Zuspruch und Tränen in den Augen
Dann gibt er CASPAR die Gitarre zurück – und dieser improvisiert darauf. Es klingt: Fantastisch. „Der Wert der Gitarre hat sich nicht verändert“, sagt Sieler. „Sie kann in CASPARs Händen aber ganz anders ihre Möglichkeiten entfalten.“
Und so sei es auch mit jedem Einzelnen. „Vielleicht habt ihr den Eindruck, dass ihr nicht gut im Leben zum Klingen kommt. Aber das liegt nicht daran, dass du nicht genug wert bist. Vielleicht hast du dich noch nicht in die richtigen Hände gelegt, damit in deinem Leben ein guter Sound rüberkommt. Denkt mal drüber nach, euch in die Hände Jesu zu legen, die mit so viel Liebe gefüllt sind.“
Wie sich diese Liebe anfühlen kann, haben dann viele junge Menschen am Ende des Gottesdienstes erahnen können. Sie lassen sich von Mitarbeitenden aus den Gemeinden des Erzbistums Paderborn einzeln segnen. Bekommen Zuspruch – und Tränen in den Augen. Tränen, die zeigen, wie sehr sich jeder Mensch nach Zuneigung sehnt. Die zeigen, wie sehr das Wochenende bei LOUDER THAN BEFORE – the weekend erfüllt hat. Die das Gefühl ausdrücken: Dieser Glaube und diese Erfahrung verbinden uns jetzt.