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Menschen mit Maske in einem Raum © Elias Haslwanter
Menschen mit Masken in einem Raum © Elias Haslwanter

Liturgie in digitalen Formaten

Jahrestagung des liturgiewissenschaftlichen Nachwuchses in Wien

Vier Doktoranden des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät Paderborn nahmen an der Jahrestagung der AKL-Junior, der Nachwuchsgruppe der Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler im deutschen Sprachgebiet, von 3. bis 6. März 2022 in Wien teil und berichteten von ihren Forschungen. Die diesjährige Tagung stand vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus zwei Jahren Pandemie unter dem Titel „Cultus Publicus & Mass Media“ und thematisierte Formen der Liturgie durch, mit und in Medien. Viele Wochen lang konnten Gottesdienste nur „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ gefeiert werden – und doch erlebten Gottesdienste durch den Einsatz moderner Medien gerade in Zeiten von Lockdown und Ausgangsbeschränkungen einen regelrechten Boom. Referate und Workshops beleuchteten die Frage von Medialität und den Einsatz von (modernen) Medien im Gottesdienst aus verschiedenen Perspektiven.

AKL-Junior

AKL-Junior ist die Nachwuchsgruppe der Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler im deutschen Sprachgebiet. Als Teil der AKL, der Arbeitsgemeinschaft der Liturgiewissenschaftlerinnen und Liturgiewissenschaftler im deutschen Sprachgebiet, ermöglicht die AKL-Junior ihren Mitgliedern den innertheologischen Diskurs und liturgiewissenschaftlichen, berufspolitischen und interdisziplinären Austausch als akademische Gesprächsplattform zu liturgiewissenschaftlichen Fragen. Darüber hinaus nimmt die AKL-Junior die Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder innerhalb und außerhalb der AKL in wissenschaftlicher und berufspolitischer Hinsicht wahr. Die AKL-Junior organisiert jährlich eine Tagung zu einem liturgiewissenschaftlichen Thema, zu der nach Möglichkeit ein Tagungsbericht publiziert werden soll.

Wie andere Medien den Gottesdienst verändert

Matthäus Freitag, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft, analysierte in seinem Vortrag „Microphone killed the Latin Mass: Marshall McLuhan und die Liturgiereform“ Thesen des kanadischen Kommunikationstheoretikers Marshall McLuhan – bekannt für die Aussage „The Medium is the Message“ – darüber, wie Medien und Technologien gottesdienstliche Feiern beeinflussen und zur Veränderung liturgischer Ordnungen beitragen können. Benjamin Krysmann, Doktorand am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft, berichtete unter dem Titel „Digital den Glauben feiern? Anmerkungen aus der Praxis“ über die Erfahrungen, die im Erzbistum Paderborn in der Pandemiezeit mit digitalen Formaten gemacht wurden und welche Zukunftsfragen sich damit jetzt an der Schnittstelle von Liturgie und Medien für die Erzdiözese ergeben. Der Pressesprecher des Erzbistums Paderborn konnte dabei auch auf Ergebnisse des 2020 im Verlag Herder erschienenen Bandes „Online zu Gott?! Liturgische Ausdrucksformen und Erfahrungen im Medienzeitalter“ der Reihe „Kirche in Zeiten der Veränderung“ verweisen, den er gemeinsam mit seinem Betreuer Prof. Dr. Stefan Kopp herausgegeben hat. Tim Störmer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Domprojekt des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft, erarbeitete zusammen mit den Teilnehmenden in seinem Workshop unter dem Titel „Primat der Verkündigung im Gregorianischen Choral. Zur Neumennotation als Medium zwischen Text und Melodie“, wie mithilfe rhetorisch-musikalischer Bezüge in der Liturgie der Fastenzeit bereits das Osterfest im wahrsten Sinne des Wortes „anklingt“. Das noch bis zum Ende des Sommersemesters 2023 laufende Domprojekt am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft der Theologischen Fakultät Paderborn widmet sich der Erforschung der ungedruckten Quellen des Paderborner Domes und wird vom Paderborner Metropolitankapitel gefördert.

Jahrestagung wieder in Präsenz

Jonas Miserre, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft im Rahmen des Domprojekts, hatte die Jahrestagung des liturgiewissenschaftlichen Nachwuchses zusammen mit Matthäus Freitag und zwei weiteren Kollegen im vergangenen Jahr in Paderborn organisiert und zog ein positives Fazit der Vorträge und Diskussionen im Wiener Kardinal-König-Haus: „Nachdem die Tagung letztes Jahr bei uns in Paderborn leider nur online stattfinden konnte, war es schön, den guten fachlichen und persönlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus dem deutschsprachigen Raum und aus der Ökumene in diesem Jahr wieder im Rahmen einer Präsenzveranstaltung fortsetzen zu können.“

Online zu Gott?!

Stefan Kopp, Benjamin Krysmann (Hrsg.): Online zu Gott?! Liturgische Ausdrucksformen und Erfahrungen im Medienzeitalter. Mit Beiträgen von Rüdiger Althaus, Wolfgang Beck, Teresa Berger, Stefan Böntert, Gebhard Fürst, Winfried Haunerland, Bernd Irlenborn, Stefan Kopp, Benjamin Krysmann, Klaus Nelißen, Veit Neumann, Christian Olding, Cornelius Roth, Matthias Schwab, Freiburg i. Br. (2020): Herder-Verlag, ISBN: 978-3-451-38825-5, 26 €.

Von theologischer Reflexion zu medialer Praxis

„Online zu Gott?! Liturgische Ausdrucksformen und Erfahrungen im Medienzeitalter“ ist der Titel des Tagungsbandes, der im Herder-Verlag unter der Herausgeberschaft von Professor Stefan Kopp, Lehrstuhlinhaber für Liturgiewissenschaft und Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, und Diplom-Theologe Benjamin Krysmann, ehemaliger Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl und jetziger Pressesprecher des Erzbistums Paderborn, erschienen ist. Mit den Beiträgen der Autorinnen und Autoren wird auf der Basis einer Standortbestimmung von Kirche und Theologie im Medienzeitalter eine Brücke von theologischer Reflexion zu kirchlicher und medialer Praxis geschlagen. Dabei reicht das inhaltliche Spektrum von spezifisch liturgiewissenschaftlichen über systematisch-theologischen bis hin zu pastoraltheologischen und erstmals in diesem Kontext auch kirchenrechtlichen Vertiefungen.

Update zum aktuellen Forschungsstand

Die Autorinnen und Autoren haben in ihren Beiträgen auf diese Krise und ihre mediale Antwort von Seiten der Kirchengemeinden in den Zeiten des Lockdowns reagiert und ihre ersten Beobachtungen, neue Fragestellungen und weiterführenden Überlegungen einfließen lassen. Teresa Berger, Professorin für Liturgiewissenschaft an der Yale Divinity School in New Haven, und Stefan Böntert, Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, die sich als eine der wenigen in der Liturgiewissenschaft mit diesem Thema schon seit vielen Jahren beschäftigen, bereichern den aktuellen Diskurs außerdem mit einem Update zum aktuellen Forschungsstand.

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