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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Liborius-Reliquien in der Krypta des Domes beigesetzt

Festandacht und Reliquien-Prozession schließen Libori-Triduum am Libori-Dienstag / Erzbischof Dr. Bentz, Weihbischof König und Weihbischof Holtkotte segnen Menschen / „Backhaus Introit“ uraufgeführt

Mittendrin! – Das „eigentliche“ Libori kommt zum Abschluss und zugleich geht die Feier des heiligen Liborius, des Patrons von Erzbistum, Dom und Stadt Paderborn, gottesdienstlich, festlich, fröhlich weiter. Die Mitte des Libori-Festes, das Libori-Triduum 2026, endete am späten Dienstagnachmittag, 28. Juli 2026, mit der traditionsreichen Libori-Festandacht mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, dem sakramentalen Segen für die Gläubigen im Paderborner Dom sowie der feierlichen Prozession mit dem Reliquienschrein über den Dom- und Marktplatz. Die Gebeine des heiligen Liborius wurden dabei im vergoldeten Schrein zu den Klängen des Libori-Tuschs durch die Kathedralkirche, über den Pottmarkt auf dem Paderborner Domplatz zurück in die Domkrypta getragen. Die Liborius-Reliquien wurden von Generalvikar Thomas Dornseifer wieder im Altar der Domkrypta – ihrem angestammten Ort – beigesetzt. Damit fanden die zentralen drei Tage des Libori-Festes, das Libori-Triduum 2026, ihren Abschluss. „Mittendrin“ in der Abschlussandacht erklang die europäische Uraufführung des Werks „Backhaus Introit“ für Trompete und Orgel. Paderborns Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz sowie die Weihbischöfe Matthias König und Josef Holtkotte segneten bei der Prozession mit dem Reliquienschrein zahlreiche Kinder und Erwachsene.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Während der Festandacht zum Abschluss des Libori-Triduum 2026 wurde das Allerheiligste auf dem Altar des Hohen Domes von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und den Gläubigen verehrt.

Mehrere hundert Gläubige im und rund um den Paderborner Dom erlebten den Abschluss des Libori-Triduums 2026 mit – in Präsenz oder via Live-Übertragung im Internet. Die Festandacht wurde in Gebärdensprache übersetzt, so dass auch Menschen mit entsprechender Einschränkung aktiv mitfeiern konnten.

Sakramentsandacht

Die Sakramentsandacht im bis auf den letzten Platz gefüllten Paderborner Dom war von geistlicher Atmosphäre geprägt: Mit Gesängen und Gebeten verehrten die Gläubigen in der Andacht den in einer Monstranz auf dem Altar des Domes ausgestellten Leib Christi. In der traditionellen Andacht wird Jesus in einem Lesungstext aus dem Johannesevangelium als „Brot des Lebens“ dargestellt, gemeinsam beteten die in der Kathedralkirche des Erzbistums versammelten Gläubigen die „Litanei von der Anbetung Jesu Christi“. Domchor und Gemeinde sangen im Wechsel das Lied „Gottheit tief verborgen“. Nach einem Gebet zum Gedenken an den heiligen Liborius, dem „Vater unser“ sowie dem stimmgewaltigen Te Deum („Großer Gott, wir loben dich“) spendete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz den Menschen den sakramentalen Segen. Die Sakramentsandacht endete mit einer „Marianischen Antiphon“, einem Loblied auf die Muttergottes.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Gespräch und Segen für Kinder und Erwachsene, das gehört zur Prozession am Libori-Dienstag. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hat Freude daran.

Prozession und Segen

Nach der Andacht bildeten die bischöflichen Gäste aus der Weltkirche, das Metropolitankapitel, Priester, Diakone, Vertreter der Ordens-Christen und Laien eine festliche Prozession. Mit dem von den Schreinträgern geschulterten vergoldeten Reliquienschrein zog die Prozession über den Domplatz durch die Gassen des „Libori-Pottmarkts“ zurück in die Krypta des Domes. Auf dem Weg der Prozession segneten Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Weihbischof Matthias König und Weihbischof Josef Holtkotte viele Kinder und Erwachsene, auch Menschen mit Beeinträchtigungen. Der Paderborner Erzbischof sowie die Weihbischöfe König und Holtkotte wechselten immer wieder Worte mit Menschen, die den Weg der Prozession säumten.

Libori-Tusch und Beisetzung

Zu Beginn und am Schluss der Prozession mit dem Reliquienschrein erschallte – wie bereits bei der Reliquien-Erhebung am vorausgegangenen Samstag – der Libori-Tusch, gespielt von Musikern des Bahnsozialwerk Blasorchesters unter der Leitung von Andreas Steins. Im Anschluss an die Prozession wurden die Reliquien des Bistumspatrons im Altar der Krypta des Hohen Doms beigesetzt.

Nachdem Generalvikar Thomas Dornseifer den Ebenholzschrein mit den Liborius-Reliquien aus dem vergoldeten Schrein herausgenommen und auf den Altar der Krypta gestellt hatte, betete er: „Herr Jesus Christus, mittendrin – im Trubel der Stadt – feiern wir unseren Patron, den heiligen Liborius, feiern wir Libori. Und du bist bei uns, wenn wir hier im Dom zu Gebet und Gottesdienst zusammenkommen: Du teilst unsere Freuden, du trägst unsere Sorgen, du bist mitten unter uns. Dafür danken wir dir und bitten dich auf die Fürsprache des heiligen Liborius um deinen beständigen Beistand auf allen Wegen unseres Lebens.“

Der feierliche Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von den Sängerinnen und Sängern des Domchores, der Domkantorei und der Mädchenkantorei unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Thomas Berning sowie von Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel des Hohen Doms.

Europäische Uraufführung „Backhaus Introit“

Als herausgehobenes musikalisches Element der diesjährigen Abschlussandacht erklang als europäische Uraufführung das Werk „Backhaus Introit“ für Trompete und Orgel. Das von Jörg Segtrop mit der Trompete und Domorganist Tobias Aehlig an der Domorgel in Paderborn aufgeführte Werk des bekannten australischen Komponisten Gordon Kerry (*1961) betont den weltkirchlichen Aspekt des Liborifestes und bringt die engen Beziehungen zwischen dem Erzbistum Paderborn und der Diözese Sandhurst in Australien zu Gehör. Das Werk ist zu Ehren von Dr. Heinrich Backhaus (1812–1882) für das diesjährige „Keys of Gold Festival“ in Bendigo und das „Liborifest“ in Paderborn komponiert worden. Heinrich Backhaus wuchs in Paderborn auf, studierte in Würzburg und Rom Theologie und kam als Missionar schließlich nach Australien, wo er über 30 Jahre lang segensreich wirkte. Die Diözese Sandhurst (Australien) verdankt ihre Gründung dem Paderborner Priester Heinrich Backhaus, weshalb zwischen den beiden Ortskirchen von Sandhurst und Paderborn bis heute herzliche Beziehungen bestehen.

Die Welt-Uraufführung von „Backhaus Introit“ fand am 25. Juli in der St. Kilianskirche in Bendigo (Australien) statt. Als europäische Uraufführung erklang das Werk am 28. Juli in der Schlussandacht zur Rückführung der Reliquien des heiligen Liborius im Paderborn Dom. Die Aufführung im Paderborner Dom während des Libori-Festes ist ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit über Landesgrenzen und Kontinente hinweg.

Libori 2026

Der Abschluss des Triduums mit der Rückführung des Reliquienschreins des Bistumspatrons markiert die „Halbzeit“ des Libori-Festes. Unter dem diesjährigen Libori-Leitwort „mittendrin. Libori 2026“ werden noch bis Sonntag täglich Pontifikalämter im Hohen Dom gefeiert. Im Hochchor des Doms steht dann eine silberne Büste des heiligen Liborius, die ebenfalls Reliquien des Paderborner Dom-, Bistums- und Stadtpatrons enthält.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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