„Libori ist fast wie Weihnachten. Das Fest teilt die Zeit. Es gibt ein langes Davor und ein langes Danach. Und es gibt das Mittendrin. Es sind neun Tage wie im Rausch, und schuld daran ist nicht unbedingt das westfälische Bier. Es sind Tage voller Begegnungen, voller Sinneseindrücke und voller Kurzweil, Tage, die im Nu verfliegen und doch so lange nachhallen.“ Mit wenigen Worten fängt Domkapitular Benedikt Fischer als Paderborner Pfarrer und Dechant des Dekanates Paderborn die besondere Stimmung ein, die an den Libori-Tagen über der Stadt liegt. Es ist eine schöne Stimmung. Libori ist ein schönes Fest, bei dem vieles zusammenkommt.
Zunächst ist Libori ein geistliches und ein weltliches Fest, in dem die drei großen „K“ – Kirche, Kirmes und Kultur – miteinander verschmelzen. Diesem Hintergrund und vielleicht dem segensreichen Wirken des heiligen Liborius ist es zu verdanken, dass es bei Libori die meiste Zeit gesittet und friedlich zugeht. Die Menschen haben Freude, von Oktoberfest-Exzessen findet sich keine Spur. Und: Im Kern ist Libori zwar erzkatholisch, aber willkommen sind alle, unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, Glauben, Konfession oder von anderen Dingen, von denen Menschen mitunter meinen, daran Unterschiede festmachen zu können. Alle sind willkommen, alle feiern mit!
Deshalb gefällt Dechant Benedikt Fischer das Libori-Foto des aktuellen Kalenders besonders gut. Es zeigt nicht nur den Dom im Licht des Feuerwerks, sondern im Vordergrund auch die Abdinghofkirche, die wie die ebenfalls im Kalenderbild sichtbare Busdorfkirche zum Bauprogramm von Bischof Meinwerk gehört. 1863 ging die Abdinghofkirche allerdings in das Eigentum der evangelischen Kirche über. „Mit der barocken Prachtentfaltung unserer Pontifikalämter und Prozessionen können unsere evangelischen Glaubensschwestern und Glaubensbrüder bekanntlich wenig anfangen“, sagt Benedikt Fischer. „Libori ist aber auch ihr Fest, zu dem der Paderborner Superintendent ganz selbstverständlich zu uns in den Dom kommt.“