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© Besim Mazhiqi
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Libori teilt die Zeit

Erzbistumskalender 2025: Luftiger Anfang, donnerndes Ende: Mit dem Hissen der Fahnen am Domturm beginnt Libori, das große Feuerwerk beschließt das Fest

„Libori ist fast wie Weihnachten. Das Fest teilt die Zeit. Es gibt ein langes Davor und ein langes Danach. Und es gibt das Mittendrin. Es sind neun Tage wie im Rausch, und schuld daran ist nicht unbedingt das westfälische Bier. Es sind Tage voller Begegnungen, voller Sinneseindrücke und voller Kurzweil, Tage, die im Nu verfliegen und doch so lange nachhallen.“ Mit wenigen Worten fängt Domkapitular Benedikt Fischer als Paderborner Pfarrer und Dechant des Dekanates Paderborn die besondere Stimmung ein, die an den Libori-Tagen über der Stadt liegt. Es ist eine schöne Stimmung. Libori ist ein schönes Fest, bei dem vieles zusammenkommt.

Zunächst ist Libori ein geistliches und ein weltliches Fest, in dem die drei großen „K“ – Kirche, Kirmes und Kultur – miteinander verschmelzen. Diesem Hintergrund und vielleicht dem segensreichen Wirken des heiligen Liborius ist es zu verdanken, dass es bei Libori die meiste Zeit gesittet und friedlich zugeht. Die Menschen haben Freude, von Oktoberfest-Exzessen findet sich keine Spur. Und: Im Kern ist Libori zwar erzkatholisch, aber willkommen sind alle, unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, Glauben, Konfession oder von anderen Dingen, von denen Menschen mitunter meinen, daran Unterschiede festmachen zu können. Alle sind willkommen, alle feiern mit!

Deshalb gefällt Dechant Benedikt Fischer das Libori-Foto des aktuellen Kalenders besonders gut. Es zeigt nicht nur den Dom im Licht des Feuerwerks, sondern im Vordergrund auch die Abdinghofkirche, die wie die ebenfalls im Kalenderbild sichtbare Busdorfkirche zum Bauprogramm von Bischof Meinwerk gehört. 1863 ging die Abdinghofkirche allerdings in das Eigentum der evangelischen Kirche über. „Mit der barocken Prachtentfaltung unserer Pontifikalämter und Prozessionen können unsere evangelischen Glaubensschwestern und Glaubensbrüder bekanntlich wenig anfangen“, sagt Benedikt Fischer. „Libori ist aber auch ihr Fest, zu dem der Paderborner Superintendent ganz selbstverständlich zu uns in den Dom kommt.“

Libori 2025 Themenseite mit Programm und allen Infos

Vor über 1000 Jahren überreichte der Bischof von Le Mans dem jungen Bistum Paderborn die Reliquien des heiligen Liborius – und bis heute feiern wir in seinem Gedenken das Libori-Fest. Unter dem Motto „Vertrauen ins Morgen“ lädt das Erzbistum Paderborn im Heiligen Jahr 2025 dazu ein.

Libori vereint Kirche, Kirmes und Kultur zu einem einzigartigen Erlebnis. Auf unserer Themenseite zu Libori 2025 erfahren Sie alles über die kirchlichen Feierlichkeiten und das lebendige, spirituelle Rahmenprogramm des Festes.

„Libori hört auf und hört doch niemals auf.“

Damit ist das Kalenderbild für Dechant Benedikt Fischer ein Sinnbild für die Ökumene. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, weshalb er der Fotografie des Feuerwerksspektakels vieles abgewinnen kann. Als Fixpunkt im Paderborner Jahr und großer Zeitenteiler hat Libori einen klaren Anfang. Erst wenn oben am Domturm die Fahnen herausgehängt werden, kann es unten losgehen. Und mit dem Feuerwerk hat das Fest einen donnernd-furiosen Abschluss.

Betrachten lässt sich das pyrotechnische Schauspiel von vielen Plätzen der Stadt aus, die schönste Aussicht genießen aber diejenigen, die im Paderquellgebiet ein Plätzchen ergattern konnten. Daher ziehen viele Menschen schon Stunden vor dem Beginn des Feuerwerks hinunter und harren auf ihren Picknickdecken aus, bis es losgeht. Wie beim Fest als Ganzem verschmelzen beim Abschlussfeuerwerk die unterschiedlichsten Dinge zu einer Einheit. In die festliche Freude über volle Kirchen, volle Mägen, über Gesang aus voller Brust und über lebendige Traditionen mischt sich der leise Abschiedsschmerz, dass die neun tollen Tage von Paderborn nun Geschichte sind. Hinzu kommt als Ergebnis der vielen Sinneseindrücke ein gerüttelt Maß an Erschöpfung und auch etwas Erleichterung darüber, dass der Ausnahmezustand nun der Normalität weichen wird. „Und zuletzt meldet sich da immer schon ein bisschen Vorfreude auf das kommende Jahr“, meint Benedikt Fischer. „Libori hört auf und hört doch niemals auf.“

Hoher Dom zu Paderborn

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Ort.

 

Das Kalenderbild

Erzbistumskalender 2025: Der Dom im Lichte des Feuerwerks anlässlich zum Libori-Abschluss © Besim Mazhiqi

Bistumskalender 2025: Auf dem Weg im Erzbistum Paderborn

Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg. Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor.

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